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Nachhaltige Anbaumethode

Mit einer Permakultur holen Sie mehr aus Ihrem Garten heraus

Permakultur im Garten für ertragreiche Ernte
Bei der nachhaltigen Permakultur wird von Hand gepflanztFoto: Getty Images

Das ganze Jahr ertragreich im eigenen Garten ernten und sich selbst versorgen, ohne den Boden auf lange Sicht in eine Sandwüste zu verwandeln? Das geht mit der Methode der Permakultur. myHOMEBOOK verrät, was sich dahinter verbirgt!

Kompostieren, Mulchen, ungespritztes Obst und Gemüse ziehen – viele Hobby-Gärtner bauen schon bio an. Die Permakultur orientiert sich dabei an den Kreisläufen der Natur und nutzt Anbaumethoden, wie sie viele Naturvölker aus aller Welt praktizieren. Solch ein Garten ist vielfältig und artenreich. Und da sich der Kreislauf selbst erhält, macht er prinzipiell auch weniger Arbeit.

Geschickte Aufteilung des Geländes wichtig

Bei der Planung einer Permakultur im Garten sind die natürlichen Gegebenheiten des Geländes wichtig: Wie ist die klimatische Situation? Wo kommt der Wind her? Wo prallt die Sonne drauf? Mit geschickten Anbaumethoden, die diese Fragen berücksichtigen, kann man viel und dennoch schonend ernten. Zum Beispiel mit Hochbeeten und Kräuterspiralen, die den Platz optimal nutzen.

Einzelne Bereiche sind geschickt angelegt und gehen in Zonen ineinander über. Die Tier- und Pflanzenwelt wird dabei so wenig wie möglich gestört. Monokultur wird vermieden und mit wenig Energieaufwand der größte Nutzen erreicht.

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Den Garten nachhaltig planen und anlegen

Die Permakultur strukturiert den Garten oder die Landwirtschaft typischerweise nach ganz praktischen Gesichtspunkten. Die Bereiche, die am meisten genutzt werden, liegen eng beieinander. Weniger genutzte Zonen schließen sich an. Wer nur einen kleinen Garten hat, wird sich erstmal an den ersten drei der folgenden Zonen orientieren. Für alle, die im größeren Stil Permakultur im Garten betreiben wollen, kommen auch die zusätzlichen Bereiche infrage.

Zone 1:

Im zentralen Bereich hält sich der Mensch meistens auf, hier befindet sich beispielsweise das Haus oder die Wohnung.

Zone 2:

Daran schließt sich der Bereich an, in dem man die am meisten genutzten Gemüsesorten und Kräuter anbaut.

Zone 3:

Es folgt der Bereich, wo man weniger intensiv zu pflegende Gemüsesorten anbaut, ein Teich Platz findet und man auch kompostieren kann.

Zone 4:

Bei größeren Geländen kann sich eine Zone anschließen, die man landwirtschaftlich nutzt. Hier kann man beispielsweise auch Gänse oder Schafe halten.

Zone 5:

Der Bereich für Wildwiesen, Gehölze, Obst- und Nussbäume und größeren Hecken.

Zone 6:

Hier überlässt man die Natur weitestgehend sich selbst. Solch ein Urwald bietet Tieren Schutz und Raum zum Rückzug. Insektenhotels finden hier Platz.

Hügelbeete und Sonnenfallen

Eine weitere kluge Anbaumethode, die bei vielen Permakulturen im Garten zum Einsatz kommt: hügelförmige Beete, mit vielen verschiedenen Pflanzensorten dicht bepflanzt. Das engmaschige Wurzelwerk schützt den Boden vor Erosion, zum Beispiel bei Platzregen.

Und auch geschickt angelegte Hecken bereichern die Permakultur im Garten. Sie spenden den Pflanzen Schutz vor Wind und Erosion des Bodens. Beispiel: Eine Hecke in Hufeisen-Form, gepflanzt auf einer südlichen Hanglage, verwandelt den abgeschirmten Bereich in eine wärmespeichernde Sonnenfalle. Dort können Pflanzen wachsen, die viel Wärme und Schutz benötigen.

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Permakultur im Garten hat eine mehrfache Funktion

Ein Leitsatz der Permakultur: Alles steht in Wechselwirkung zueinander und kann verschiedene Funktionen annehmen. Eine einfache Gehölzhecke beispielsweise mit einer Beerenhecke gemischt, bietet vielen Tieren Schutz und Nahrung.

Aber auch ein Naturteich erhöht den Artenreichtum im Permakultur-Garten. Der Teich lockt Insekten, Nützlinge und kleine Tiere an. Das belebt den Garten und sorgt auf natürliche Weise dafür, dass das biologische Gleichgewicht erhalten bleibt.

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Beschränkte Pflege des Bodens

Das Leben spielt sich in den ersten 20 Zentimetern im Boden ab. Hier wimmelt es vor Mikroorganismen. Wenn man diese Schicht zu häufig umgräbt, gerät das ganze fein abgestimmte System der Nährstoffproduzenten durcheinander. Deshalb verzichtet man bei der Permakultur im Garten weitgehend auf das Umgraben und auch auf Kunstdünger.

Stattdessen wird der Boden gelockert, beispielsweise mit einer Grab-Gabel oder einem Sauzahn. Zum Schutz vor Kälte kommt Mulch auf den Boden: Man verteilt abgeschnittene Pflanzen und Heu auf ihm. Zur Bodenbedeckung kann kurzfristig auch eine geschlitzte Folie eingesetzt werden, durch die Luft und Feuchtigkeit an die geschützte Erde gelangt. Kompost, Brennnessel-Jauche, Bokashi oder verdünnter Urin sind natürliche Dünger.

Ein Permakultur-Boden ist reich an Mikroorganismen. Diese produzieren, ähnlich wie bei einem gesunden Waldboden, reichlich Humus. Der ist wiederum ein fruchtbarer Nährboden vieler Pflanzen. Nützliche Helfer für eine gute Bodenqualität sind Regenwürmer. Auf vielen industriell genutzten Äckern gibt es davon immer weniger, im Permakultur-Boden fühlen sich die Würmer umso wohler. Die kleinen Tiere schieben sich durch die Erde, lockern sie und verwandeln den Boden in Humus. Übrigens: Ein gesunder Boden erodiert nicht so schnell und bietet Schutz vor Hochwasser.

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Ertragssteigerung durch vielfältige Bepflanzung

Permakulti ist Multikulti – im Beet und auf dem Acker. Stolze 42 verschiedene Pflanzensorten zählt eine Studie auf, die auf einem Permakultur-Acker Platz finden. Im Vergleich: Beim Monokultur-Anbau landet nur eine Sorte auf dem Acker. Aber warum so viele verschiedene Pflanzen bei der Permakultur? Der Ertrag steigt. Das macht sich schon bemerkbar, wenn man nur zwei verschiedene Sorten pflanzt. Die Permakultur verzichtet dabei weitestgehend auf den Einsatz maschineller Geräte. Von Hand gepflanzt und enger ins Beet gesetzt, steigert auch das den Ertrag.

Und noch ein Vorteil bietet eine dichte Mischpflanzung: Die Pflanzen schützen sich gegenseitig vor Schädlingen. Denn diese befallen meist eine spezielle Pflanzenart und meiden die andere. Gemischt gepflanzt, verwirrt das die Schädlinge und schreckt sie ab. Und hier schließt sich der Kreislauf: Eine gute Bodenqualität stärkt die Pflanzen in ihrer Widerstandskraft und nährt sie – der Ertrag steigt.