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Pflanz- und Pflegetipps

Kennen Sie schon den Leberwurstbaum?

Der Leberwurstbaum hat seinen Namen, weil seine Früchte aussehen wie Leberwürste
Der Leberwurstbaum trägt seinen Namen, weil seine Früchte aussehen wie LeberwürsteFoto: iStock/ValenZi

Es ist ein bisschen wie im Schlaraffenland: Leberwürste, die an einem Baum hängen. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein! Tatsächlich handelt es sich aber um die Früchte des Leberwurstbaumes, die wie Würste aussehen. Der aus Afrika stammende Baum ist zwar nichts für unsere heimischen Gärten, jedoch kann man ihn im Wintergarten platzieren, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Das Besondere am Leberwurstbaum sind ganz klar seine Früchte. Leider können wir die hängenden Würste nicht essen, da sie für Menschen sehr giftig sind. Giraffen, Antilopen oder auch Nilpferde nehmen sie allerdings sehr gern zu sich. Für die harten, holzigen Früchte sind sie sogar bereit, viele Kilometer auf sich zu nehmen. Doch ganz unnütz ist der Baum für uns Menschen nicht, die Früchte können in der alternativen Medizin genutzt werden.

Wie kam der Leberwurstbaum zu seinem Namen?

Der Leberwurstbaum (Kigelia africana) stammt im Ursprung aus Westafrika, hat sich im Laufe der Zeit aber über ganz Afrika ausgebreitet. Auch in anderen tropischen Ländern wurde er als Zierpflanze angesiedelt. Seinen imposanten Namen trägt er, weil seine Früchte tatsächlich wie hängende Leberwürste aussehen. Neben seinem bekannten Namen wird er hierzulande auch Derwischbaum genannt. Seine Blüten haben ein weitreichendes Farbspektrum, es gibt sie in lila-gelb bis hin zu rostrot.

Die Blüten vom Leberwurstbaum blühen nur nachts und verströmen einen sehr unangenehmen Geruch. Aus den Fruchtknoten entstehen die Leberwürste
Die Blüten des Leberwurstbaumes blühen nur nachts und verströmen einen sehr unangenehmen Geruch. Aus den Fruchtknoten entstehen die FrüchteFoto: Getty Images

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Pflege des Leberwurstbaums

Bei uns lässt sich der Leberwurstbaum zwar nicht im Garten halten, da er sehr frostempfindlich ist, aber in einem gut beheizten Wintergarten kann er sich durchaus wohlfühlen.

Standort

Der Leberwurstbaum mag es gern schön warm. Er kann das ganze Jahr über einen Platz im Wintergarten bekommen, wenn möglich nicht in der prallen Sonne. Er liebt Temperaturen von bis zu 40 Grad. Da die Wurzeln empfindlich auf Nässe reagieren, sollte die Erde schön durchlässig sein. Am besten eignet sich Erde mit einem hohen Anteil an Sand. Der Baum braucht viel Platz zum Wachsen, der Kübel darf also gern etwas größer gewählt werden.

Gießen

Im Sommer kann der Leberwurstbaum gern öfter gegossen werden. Man sollte allerdings stets darauf achten, dass keine Staunässe entsteht, da die Wurzeln sehr schnell faulen können. In den Wintermonaten muss man das Gießen deutlich reduzieren, da wird nur so viel gegossen, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.

Düngen

Ein bisschen Dünger hin und wieder kann nicht schaden. Der Leberwurstbaum verträgt zwischen März und September einmal wöchentlich eine Ration. Alternativ kann man ihm im März auch Langzeitdünger geben.  

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Wie wird der Leberwurstbaum beschnitten?

Der Leberwurstbaum hat nichts gegen einen Schnitt. Wenn er zu groß geworden ist, kann man ihn gern im Frühjahr, vor dem neuen Austrieb, in Form bringen.  

Ist der Leberwurstbaum winterhart?

Die Pflanze ist sehr temperaturempfindlich und nicht winterhart. Über die kalten Monate sollte der Baum weiterhin hell stehen. Die Temperaturen können etwas kühler sein, sollten allerdings 12 bis 15 Grad nicht unterschreiten. Im Winter wirft der Leberwurstbaum meist seine Blätter ab. Wer im Wintergarten kühle Steinfliesen hat, sollte den Baum etwas isolieren und eventuell ein Holzbrett unter den Kübel legen.

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Wie topft man den Leberwurstbaum um?

Leberwurstbäume sind, vorwiegend in jungen Jahren, sehr wuchsfreudig. Sie benötigen jedes Jahr einen größeren Kübel. Je älter sie werden, desto größer sind die Intervalle, in denen sie ein neues Gefäß brauchen. Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist im Frühjahr, direkt nach der Winterruhe.

Wie vermehrt man den Leberwurstbaum?

Die Vermehrung ist etwas aufwändig, jedoch nicht unmöglich. In der Regel vermehrt sich der Leberwurstbaum durch seine Samen. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist das Frühjahr, von März bis Juni. Um an die Samen zu kommen, muss man die Frucht aufknacken. Die Samen nimmt man heraus und weicht sie 24 bis 48 Stunden in lauwarmem Wasser ein. Sie brauchen genug Zeit zum Vorquellen. Nach ihrer Quellzeit steckt man sie etwa einen Zentimeter tief in das Substrat. In der ersten Zeit sollte man die Anzuchttöpfe an einen dunklen Ort stellen. Wenn nach maximal sechs Wochen die ersten Keimlinge zu sehen sind, kann man die Töpfe an einen helleren Ort stellen.   

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten lassen den Leberwurstbaum meist kalt. Wenn es im Wintergarten zu trocken ist, kann es passieren, dass der Baum von Spinnmilben, Woll- oder Schildläusen befallen wird.

Wie kann man den Leberwurstbaum nutzen?

Die Bestandteile des Leberwurstbaumes sind für den Menschen äußerst giftig. Trotzdem finden sie Anwendung, gerade in Afrika.

Der Leberwurstbaum in der Heilkunde

In weiten Teilen Afrikas werden einzelne Bestandteile des Leberwurstbaumes für die Herstellung von Heilmitteln verwendet. So werden beispielsweise die Samen, die Rinde oder auch die Wurzeln verarbeitet. Diese Heilmittel werden großflächig auf Märkten angeboten und werden bei Syphilis, Rheuma, Bandwürmern oder sogar Hautkrebs angewendet. Da der Leberwurstbaum und insbesondere die Früchte sehr giftig für Menschen sind, sollte man nicht eigenmächtig versuchen, die Bestandteile zu verarbeiten.    

Der Leberwurstbaum im Volksglauben

In Süd-Malawi wird die Pflanze noch für andere Dinge als die Heilung von Krankheiten genutzt. Die Einheimischen haben große Angst vor Wirbelstürmen. Sie hängen die Früchte in eine Ecke ihrer Hütten und glauben, dass sie nun vor Sturmschäden geschützt sind.

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