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Robustes Wildobstgehölz

Warum die Schlehe für jeden Garten eine Bereicherung ist

Zweig einer blühenden Schlehe
Die Schlehe ist ab Ende März über und über mit weißen Blüten bedecktFoto: Getty Images

Die Schlehe bildet Ausläufer, ist fies bedornt und ihre Früchte sind ziemlich herb im Geschmack. Warum es sich dennoch lohnt, das einheimische Gehölz zu pflanzen? Es bietet Insekten, Vögeln und vielen anderen Tieren Schutz und Nahrung und ist zudem pflegeleicht und robust. Außerdem bringt die Schlehe mit seinen weißen Blüten oft schon ab Ende März Leben in den Garten.

Die Gewöhnliche Schlehe (Prunus spinosa), auch Schlehdorn oder Sauerpflaume genannt, ist eine kleine Wildpflaume, die in der Natur recht häufig anzutreffen ist. Sie wächst vorwiegend an sonnigen Weg- oder Waldrändern. Aufgrund ihrer starken Dornen, die sogar Autoreifen und Gummistiefel durchstechen können, wird sie auch als lebendiger Stacheldraht bezeichnet. Seit jeher wurden der Schlehe geheimnisvolle, oft auch ambivalente Kräfte zugeschrieben. Sie sollte vor bösen Geistern, Hexen und Blitzen schützen, galt aber gleichzeitig als Sitz dunkler Götter. Während ihre strahlend weiße Blüte für Erneuerung stand, sah man in der schwarzen Rinde nach dem Laubfall im Herbst die nahende Dunkelheit.

Wurzelsperre gegen Ausläufer

Die Schlehe gehört zur großen Pflanzenfamilie der Rosengewächse und bildet dort zusammen mit Kirschen, Mirabellen, Pflaumen und vielen anderen Gewächsen die Gattung Prunus. Die Sträucher werden rund drei bis vier Meter hoch und lassen mit der Zeit ein undurchdringliches Dickicht entstehen.

Aus ihren weitreichenden Wurzeln schießen zahlreiche – oft unerwünschte – Schösslinge empor. Wer dem Expansionsdrang der Pflanzen entgehen möchte, pflanzt von vornherein veredelte Schlehen. Eine andere Möglichkeit, das Ausläuferwachstum zu verhindern, ist das Setzen einer Wurzelsperre. Ein 50 Zentimeter tiefer Betonring ist dafür ebenso geeignet wie eine Rhizomsperre aus stabilem Kunststoff.

Das Einsetzen der Wurzelsperre ist zwar aufwendig, aber danach verlangt die Schlehe kaum Pflege. Nur wer besonders große Früchte ernten möchte, sollte alle paar Jahr ein paar Äste gleich nach der Blüte entfernen.

Standort, Bodenansprüche und Verwendung

Am liebsten steht die Schlehe an einem sonnigen Platz, gedeiht aber auch im Halbschatten. Sie bevorzugt nährstoffreichen und kalkhaltigen Lehmboden, kann aber auch auf kargen und trockenen Standorten wachsen.

Die wilde Schönheit der Schlehe passt am besten in einen naturnahen Garten. Dort kann sie entweder als Schlehenhecke wachsen oder aber Teil einer Wildgehölzhecke sein. Ebenfalls wunderbar wirkt das frühblühende Gehölz in Einzelstellung.

Passend dazu: Heimische Wildsträucher für einen naturnahen Garten

Wie Insekten und Vögel von der Schlehe profitieren

Die Blüte, die mitunter schon ab Ende März beginnt, dient vielen Wildbienen und andere Insekten als wichtige Nahrungsquelle. Außerdem legen mindestens 70 Schmetterlingsarten auf der Pflanze ihre Eier ab. Aber auch die dornigen Äste und die Früchte machen das Gehölz zu einem der wichtigsten Wildsträucher für Tiere. Viele Kleinsäuger und rund zwanzig Vogelarten nutzen die Schlehe auf unterschiedliche Weise. Einige haben es auf die Früchte abgesehen, andere auf die relativ sicheren Nist- und Rückzugsmöglichkeiten, die die Pflanze wegen ihrer Wehrhaftigkeit bietet.

Der Neuntöter hat seine ganz eigene Art, die Schlehe zu nutzen: Der Vogel mit dem makaberen Namen und dem passenden, schwarzen Augenstreif spießt seine Beute, meist große Insekten wie Heuschrecken, aber auch Jungvögel oder Mäuse auf den langen Dornen der Schlehe auf.

Ernten nach dem ersten Frost

Schlehe
Frost macht den Geschmack der wilden Verwandten von Kirsche und Pflaume gefälligerFoto: Getty Images

Die Früchte der Schlehen hinterlassen auf der Zunge ein pelziges Gefühl. Der erste Frost macht sie zwar milder, aber sie sind trotzdem nicht nach jedermanns Geschmack. Ganz besonders, wenn sie roh gegessen werden. Sind die sauer-herben Früchte aber zu Marmelade, Gelee, Saft, Sirup, Mus oder Likör verarbeitet, sind sie deutlich schmackhafter. Freunde der herzhaften Kost können die Schlehen auch pikant einlegen. Dann sind können sie, wie auch die Früchte der Kornelkirsche, als falsche Oliven verwendet werden. Bitte beachten: Die Kerne der Schlehen dürfen nicht mitgegessen werden!

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