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Achtung Verletzungsgefahr!

Die häufigsten Unfälle im Garten und wie man sie vermeidet

Unfälle im Garten: Eine Frau steht auf einer Leiter und schneidet eine Hecke
Gartenarbeiten auf einer wackeligen Leiter und ohne sicheren Halt – das kann böse endenFoto: Getty Images

Unfälle im Garten geschehen schneller, als einem lieb ist. Das Verletzungsrisiko kann man mit den richtigen Vorkehrungen jedoch minimieren.

Hecke schneiden, Rasen mähen, Holz häckseln – im Garten ist immer was zu tun. So schön Gartenarbeit sein kann, zwischen Stauden und Kompost lauern jedoch eine Menge Stolperfallen. Die Gefahr, sich zu verletzen, ist groß. So wundert es nicht, dass die Zahl der Unfälle im Garten zunimmt. Experten vom TÜV Rheinland gehen von rund 200.000 Unfällen jährlich aus. Das wäre rund jeder fünfte Unfall, der im Haushalt passiert. Besonders übel und am häufigsten sind dabei Stürze von der Gartenleiter und Verletzungen durch scharfe oder spitze Gartengeräte.

Unfälle im Garten vermeiden

Holt man Heckenschere, Leiter, Rasenmäher, Säge und Co nach der Winterpause zum ersten Mal wieder aus dem Schuppen oder Keller, sollte das Gartengerät sorgsam auf Beschädigungen überprüft werden. Wer sich nicht ganz sicher ist, liest zudem die Gebrauchsanweisung des Herstellers durch. Auf folgende Fallstricken im eigenen Grün sollten Hobbygärtner besonders Acht geben:

Gartenleiter

Der Klassiker unter den Unfällen im Garten ist der Sturz von der Gartenleiter. Besonders böse kann das ausgehen, wenn man mit einer scharfen Schere die Hecke stutzt, einen Baum beschneidet oder Obst erntet. Ganz wichtig: Die Leiter darf nicht wackeln! Beim Aufstellen sollte diese daher immer einen sicheren und festen Stand haben. Ist der Untergrund zu weich, legt man grundsätzlich Bretter aus, bevor man die Leiter aufstellt. Zudem müssen die Sprossen regelmäßig auf ausreichende Stabilität überprüft werden. Wo es morscht, quietscht und klappert – weg mit der Leiter!

Bei Arbeiten auf einer Leiter gilt zudem, niemals übermütig zu werden. Die obersten drei Stufen sind für ungeübte Hobbygärtner Tabu! Denn die Gefahr, in der Höhe das Gleichgewicht zu verlieren und nach vorne überzukippen, ist hier besonders groß. Um die Entfernung anzupassen, stellt man die Leiter lieber neu und näher zur Hecke oder zum Baum auf. Generell sichert man sich bei Arbeiten in mehr als zwei Meter Höhe mit einem Gurt ab. Auch die Leiter kann zusätzlich mit Seilen stabilisiert werden.

Kettensäge

Bei falscher Anwendung wird die Arbeit mit einer Kettensäge richtig gefährlich. Hier müssen Hobbygärtner besonders aufpassen. Frank Ließmann ist Sicherheitsexperte vom TÜV Rheinland. Er warnt: „Kettensägen und Heckenscheren immer mit zwei Händen führen und niemals von der Leiter aus bedienen.“

Wer unsicher ist, kann sich Tipps bei verschiedenen Anbietern besorgen. Für Hobbygärtner bietet etwa der TÜV Kurse und Lehrgänge im Umgang mit gefährlichen Maschinen an. Einen Motorsägelehrgang kann man unter anderem auch beim Naturschutzbund (Nabu) buchen. Auch viele Lehranstalten für den Gartenbau bieten entsprechende Kurse an.

Rasenmäher

Neben Arbeiten auf der Gartenleiter birgt das Rasenmähen viele Verletzungsgefahren. Rund 7.000 Unfälle passieren so jedes Jahr in deutschen Gärten, wie die Aktion „Das sichere Haus“ angibt. Besonders fies sind Schnittverletzungen an den Fingern durch das Reinigen der Gerätemesser. Hier drohen Fleischwunden, tiefe Risse und Nervenschädigungen. Im schlimmsten Fall ist gleich der ganze Finger ab. Hier gilt besondere Vorsicht: Vor dem Reinigen und Warten unbedingt den Netzstecker ziehen! Ist das Stromkabel defekt, überlässt man die Reparatur einem Fachmann.

Mit Bedacht mäht und bloß nicht in Hektik mäht man den Rasen vor allem bei Gartengrundstücken in Hanglage. Niemals sollte man barfuß mähen und generell dabei auch nicht rückwärts laufen. Hier droht schnell die Gefahr zu stolpern. Beim Sturz kann dann der Fuß in die Scheren gelangen. Wie man weitere, gefährliche Fehler beim Rasenmähen vermeidet, erklärt myHOMEBOOK in diesem Artikel.

Heckenschere

Bei der Arbeit mit einer Heckenschere trägt man zum Schutz vor Verletzungen robuste Schnittschutzhandschuhe. Generell verfügen Geräte von guter Qualität über eine Messerstop-Funktion. Dann kommt das Schneidemesser innerhalb einer Sekunde zum Stillstand, sobald die Sicherheitsschalter nicht mehr betätigt werden. Um Kinder zu schützen, sollten diese nicht im Garten spielen, solange man eine Hecke schneidet.

Auch interessant: Sträucher, Bäume und Hecken, die im Herbst einen Schnitt brauchen

Bekleidung

Viele Verletzungen lassen sich schon mit der richtigen Kleidung während der Gartenarbeit vermeiden. Robuste Gartenhandschuhe schützen die Hände bei der Arbeit mit scharfen Messern oder Scheren oder dornigen Pflanzen. Auch eine schnittfeste und lange Hose schützt vor Rissen und Schnitten.

Weiter gilt: Einen Rasen niemals mit offenen Sandalen oder gar barfuß mähen. Die Folgen durch einen Unfall sind nicht auszumalen. Hier trägt man unbedingt trittfestes, geschlossenes Schuhwerk mit griffiger Sohle und Schnittschutzeinlagen. So schützt man sich zudem vor Stürzen im Winter auf vereisten und rutschigen Flächen.

Schutz für Augen und Ohren

Bei der Arbeit mit Heckenschere, Häcksler oder Kettensäge fliegen schnell man Holzteile durch die Luft. Um Verletzungen an den Augen zu vermeiden, trägt man am besten eine Schutzbrille oder ein Visier. Nicht zu unterschätzen ist zudem der penetrante Lärm, der von benzinbetriebenen Motorsägen ausgeht. Der Lärmpegel von rund 100 Dezibel ist vergleichbar mit dem einer Hauptverkehrsstraße. Experten empfehlen, schon bei Lärm um 80 Dezibel einen Gehörschutz zu tragen.

Impfschutz

Schon kleine Verletzungen im Garten wie leichte Schnitte oder Risse der Haut haben schnell böse Folgen. Wer viel im eigenen Grün arbeitet, sollte regelmäßig seinen Impfschutz auffrischen. Essenziell ist die Tetanusimpfung. Die Experten vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfehlen, die Schutzimpfung gegen Tetanus alle zehn Jahre aufzufrischen.

Sich erst zu impfen, wenn ein Unfall eingetreten ist – davon raten die RKI-Experten dringend ab. Denn bei kleineren Verletzungen suchen die wenigsten gleich einen Arzt auf. Infolge wird dann auch nicht geimpft. Zudem spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rollte. Je mehr davon verstreicht bis zur Impfung, desto geringer der Schutz.

Auch vor der gefürchteten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch den Biss einer Zecke (der eigentlich ein Stich ist), kann man sich durch eine Impfung schützen. Einige Versicherungen decken zudem die Folgen ab, die bei einer Erkrankung durch Krankenhausaufenthalte und dauerhafte Folgeschäden entstehen.

Sicherheitstipp vom TÜV-Experten

Gute Qualität und richtige Handhabung von Gartengeräten mindern das Unfallrisiko beträchtlich. „Käufer von Gartengeräten sollten auf das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit achten“, empfiehlt Frank Ließmann. Der Sicherheitsexperte vom TÜV Rheinland sagt zudem, dass Qualität und Lebensdauer der Produkte meistens in direktem Verhältnis zum Preis stünden. Vor allem bei vermeintlichen Schnäppchen sollten Hobbygärtner Material und Prüfsiegel besonders gründlich prüfen. Mit anderen Worten: Billig gekauft ist nicht nur zweimal gekauft. Defekte Gartengeräte können zudem böse Verletzungen verursachen.

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