21. August 2025, 6:57 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Brennnesseln sind widerstandsfähig und sehr wucherfreudig. Wer sie einmal im Garten hat, wird sie ohne eine große Umgrabeaktion nicht so schnell wieder los. Aber das muss auch gar nicht sein. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering und Biologin Saskia Schneider erklären, wie man Brennnesseln kulinarisch noch verwenden kann, denn sie sind nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund.
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Darum ist Brennnessel so gesund
Die Brennnessel gilt seit Jahrhunderten als Heilpflanze, und moderne Studien bestätigen ihren hohen gesundheitlichen Wert. Sie ist reich an Vitaminen wie A, C und K sowie an Mineralstoffen, insbesondere Eisen, Kalzium und Magnesium. Ihre Blätter enthalten zudem Stoffe, die entzündungshemmend wirken und das Immunsystem stärken können. Als Tee oder frisch im Salat kann die Brennnessel den Stoffwechsel anregen, die Blutbildung fördern und den Körper sanft entgiften. Auch ihre entwässernden Eigenschaften machen sie zu einem natürlichen Helfer bei Nieren- und Blasenbeschwerden. Damit vereint die oft unterschätzte Wildpflanze kulinarischen Genuss mit vielfältigen Heilwirkungen – und verdient ihren Platz sowohl in der Küche als auch in der Naturheilkunde.
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Das sollte man beim Ernten von Brennnesseln beachten
Wenn man Brennnesseln zur weiteren Verwendung sammeln möchte, sollte man ein paar Dinge beachten. Es gilt stets Vorsicht und Achtsamkeit. Da die feinen Brennhaare bei Berührung schmerzhaft reizen, sollten immer Handschuhe und möglichst lange Kleidung getragen werden. Die beste Erntezeit liegt im Frühjahr und Frühsommer, wenn die Pflanzen noch jung, zart und besonders nährstoffreich sind, aber auch zu anderen Jahreszeiten ist das Sammeln möglich. Am wertvollsten sind die obersten vier bis sechs Blattpaare, da sie frisch und frei von groben Fasern sind.
Wichtig ist auch, nur an sauberen Standorten zu ernten, nicht direkt am Straßenrand, an viel begangenen Wegen oder auf stark gedüngten Feldern. Brennnesseln wachsen oft üppig, doch man sollte nie die ganze Pflanze abschneiden, sondern stets einen Teil stehen lassen, damit sie sich regenerieren kann.
Wenn man die Blätter anschließend in der Küche nutzen möchte, kann sie kurz mit einem Nudelholz walken, mit den Fingern zusammenrollen oder blanchieren – so verlieren die Brennhaare ihre Wirkung und die Pflanze wird problemlos genießbar.
3 Rezeptideen zur Verwendung von Brennnesseln in der Küche
Nach dem Ernten der Brennnesseln steht man vielleicht erst einmal ratlos in der Küche. Im Folgenden verrät myHOMEBOOK drei Rezeptideen, um die Fantasie anzuregen und Brennnesseln zu verwenden.
Brennnesselpfannkuchen
Die grünen Blätter der Brennnessel sind nicht nur gesund, sie haben auch die Eigenschaft unser Essen interessant zu färben. Pfannkuchen beispielsweise erhalten durch ihre Zugabe ein appetitliches Grün.
Was man benötigt:
- 100–150 g frische junge Brennnesselblätter
- 250 ml Milch (oder Pflanzenmilch)
- 2 Eier
- 150 g Mehl (Weizen oder Dinkel)
- 1 Prise Salz
- Öl oder Butter zum Braten
So werden Brennnesselpfannkuchen zubereitet
Die gesäuberten Brennnesseln muss man kurz blanchieren, ausdrücken und grob hacken. Milch, Eier und Salz werden verrührt und nach und nach wird das Mehl hinzugegeben. Im nächsten Schritt kommen die gehackten Brennnesseln in den Teig. Nun können wie gewohnt die Pfannkuchen in der Pfanne gebrutzelt werden.
Spaghetti mit Brennnessel-Sahnesoße
Was man benötigt:
- 500 g frische junge Brennnesselblätter
- 200 ml Sahne
- 1 große Zwiebel
- 500 g Spaghetti
- 3–4 Zehen Knoblauch
- Salz, Pfeffer, Muskatnuss
- Olivenöl zum Anbraten
So wird die Brennnessel-Sahnesoße zubereitet:
Die Brennnesseln gut waschen und klein schneiden. Zwiebeln in feine Würfel schneiden, Knoblauch hacken und beides bei mittlerer Hitze in Olivenöl anbraten, bis die Zwiebeln glasig sind. Die Brennnesseln dazugeben, nach Geschmack salzen und pfeffern und ca. 15 Minuten dünsten. Bei Bedarf etwas Flüssigkeit hinzufügen. In der Zeit die Spaghetti kochen, bis sie bissfest sind. Sahne zu den gedünsteten Brennnesseln geben und mit Muskatnuss abschmecken. Spaghetti abgießen, zur Soße geben und noch ein bis zwei Minuten mitköcheln. Die Nudeln geben dann noch Stärke in die Soße ab, und diese wird schön sämig. Alternativ kann man Soße und Nudeln auch separat zubereiten und die Soße mit einer Mehlschwitze eindicken.
Müsli mit Brennnesselsamen
Was man benötigt:
- 1–2 TL Brennnesselsamen
- 50 g Müsli nach Wahl
So werden die Samen für das Müsli geerntet und zubereitet:
Brennnesselsamen gehören botanisch gesehen zu den Nussfrüchten. Tatsächlich schmecken sie leicht nussig und sind daher eine tolle Ergänzung – nicht nur in Müsli. Ernten kann man sie von Mitte Juli bis in den Oktober, wenn die Brennnesseln Fruchtstände tragen. Das erkennt man daran, dass dort, wo zuvor die Blüten saßen, nun Fruchtstände in dichten Büscheln hängen. An dieser Stelle sitzen kaum Brennhaare, sodass sich die Samen relativ leicht ernten lassen. Sie können die Samen entweder frisch ins Müsli geben oder trocknen, damit sie länger haltbar sind. Wer es etwas knuspriger mag, kann die Samen auch rösten. Neben Vitaminen und Mineralstoffen stecken in 100 Gramm Samen 31 Gramm Eiweiß, weshalb viele sie als Superfood bezeichnen.