24. September 2025, 5:27 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wenn man im Herbst viele Äpfel im Garten erntet, möchte man sie natürlich so lange wie möglich genießen und haltbar machen. Eine Methode, die dabei helfen soll, ist das sogenannte Heißwasserverfahren. Doch ist diese Methode für alle Äpfel geeignet? Und wie funktioniert sie genau? myHOMEBOOK hat bei einem Experten nachgefragt.
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So soll der Trick funktionieren
Wenn man Äpfel haltbar, also lagerfähig machen möchte, sollte man sie in heißes Wasser tauchen. Auf diese Weise sollen Pilzsporen abgetötet werden, die Lagerfäule verursachen. Soweit die Theorie.
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Das sagt der Experte zu dem Trick mit heißem Wasser
Was sagt ein Profi zu diesem Trick? „Das klingt für mich wie eine Methode, welche man zum Einlagern von Bio-Obst anwendet, damit man sie nicht mit einem Pilzmittel behandeln muss“, vermutet Sebastian Mühlemann von der Baumschule Bauer. Der Trick läge darin, dass das heiße Wasser bestimmte Pilzsporen abtöten könne.
Eine genaue Temperatur und Einlegezeit kann der Experte jedoch nicht sagen. Er rät allerdings dazu, nicht zu heißes Wasser zu verwenden. „Physikalisch gesehen will man ja nur auf der Apfeloberfläche eine Temperatur erzielen, in der die Sporen nicht überleben und eingehen.“
Bestimmte Temperaturen können manchen Apfelsorten schaden. „Nicht jede Sorte verträgt das gleich, denn je dünner die Schale, desto eher greift die Temperatur nun die darunterliegenden Zellen an. Wenn diese zu warm werden, platzen die Zellwände auf und der Zellsaft tritt aus. Damit ist es dann hinüber mit der Haltbarkeit“, warnt der Experte. Mühlemann empfiehlt vorwiegend dickschalige Apfelsorten. Er nennt dabei etwa Boskop oder Lederäpfel.
Wichtige Tipps zum Lagern von Äpfeln
Von der Tauchtemperatur und der Länge abgesehen, erklärt Mühlemann, dass auch andere Punkte beim Lagern von Äpfeln wichtig sind. Er nennt drei wichtige Punkte:
- Keine Druckstellen erzeugen.
- Nur einwandfreie Früchte ohne Beschädigungen.
- Richtige Lagertemperatur wählen.
„Beschädigte Früchte oder Früchte mit kleinen Fraßstellen braucht man somit auch nicht mehr ins Wasserbad zu legen. Wir machen gute Erfahrungen damit, dass wir die Äpfel, welche sich nicht zum Lagern eignen, als Apfelmus einwecken“, ergänzt der Profi.
So lagert der Profi seine Äpfel
„Die Äpfel kommen so wie sie sind (ohne Heißwasserbad oder Wachsschicht oder andere Behandlungen) in eine Styroporbox, wie sie in Baumärkten zu finden sind.
Diese Box stelle ich dann an einen kühlen Ort. Bei uns ist das der Balkon auf der Nordseite des Hauses. Und wenn ich Lust auf einen Apfel habe, hole ich ihn dort.
Zwischendurch schauen wir dann den Bestand durch und sortieren faulendes Obst aus. In den letzten Jahren waren das nie sehr viele.“