28. Juli 2025, 6:11 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer jetzt einen Südbalkon hat, kommt mit dem Gießen im Sommer oft gar nicht mehr hinterher. Wie für fast jedes Pflanzenproblem gibt es auch hier eine Lösung: Blumenkästen mit Wasserspeicher. Doch nicht alle Pflanzen profitieren davon gleichermaßen. Wie die speziellen Blumenkästen funktionieren und was dabei zu beachten ist, erklärt myHOMEBOOK-Autorin Marike Stucke.
Übersicht
Wie funktioniert ein Wasserspeicher im Blumenkasten?
Blumenkästen mit Wasserspeicher haben am Boden ein zusätzliches Fach, das mit Wasser befüllt werden kann. Sie verfügen somit quasi über einen doppelten Boden. Über spezielle Einsätze, Dochte oder Kapillarkräfte gelangt das Wasser allmählich zur Pflanzenerde und somit zu den Wurzeln. Wichtig: Überschüssiges Gießwasser landet ebenfalls im Reservoir und wird bei Bedarf wieder von Erde und Wurzeln aufgenommen.
Ein Wasserstandsanzeiger zeigt meist an, wann der Speicher leer ist und wieder aufgefüllt werden sollte. Viele Modelle verfügen zusätzlich über ein Überlaufventil, damit bei starkem Regen kein Wasserstau entsteht.
Die Vorteile eines Wasserspeichers
- Weniger Gießen notwendig: Besonders an heißen Tagen oder während des Urlaubs müssen Balkongärtner nicht täglich gießen. Bei nicht ganz so durstigen Pflanzen oder milder Witterung reicht es oft, nur einmal wöchentlich Wasser aufzufüllen.
- Gleichmäßige Wasserversorgung: Pflanzen nehmen sich genau die Menge, die sie benötigen. Staunässe lässt sich besser vermeiden.
- Wasserersparnis: Da weniger Wasser ungenutzt verdunstet oder abfließt, wird sparsamer gegossen.
Gerade für Menschen mit wenig Zeit oder solche, die öfter unterwegs sind, sind Blumenkästen mit Wasserspeicher also eine echte Erleichterung.
Welche Pflanzen eignen sich dafür?
Generell gilt: Pflanzen, die einen konstant leicht feuchten Wurzelbereich mögen, profitieren besonders von einem Wasserspeicher. Denn durch das Reservoir saugt sich das Substrat automatisch immer wieder mit Wasser voll. Es trocknet nie gänzlich aus. Zu den geeigneten Pflanzen gehören zum Beispiel:
- Petunien
- Geranien (Pelargonien)
- Fuchsien
- Begonien
- Ziergräser wie Lampenputzergras
- Basilikum und andere Kräuter mit hohem Wasserbedarf
Auch Gemüse wie Tomaten, Paprika oder Snack-Gurken können in größeren Blumenkästen mit Wasserspeicher gut gedeihen. Hier ist allerdings darauf zu achten, dass das Reservoir ausreichend groß ist.
Bei diesen Pflanzen besser verzichten
Nicht alle Pflanzen mögen es, ständig Wasser „von unten“ zu beziehen. Besonders Arten, die eher trockene Standorte bevorzugen, können unter einem zu feuchten Wurzelbereich leiden. Hier sollte die Erde regelmäßig antrocknen, damit die trockenliebenden Pflanzen sich wohlfühlen. Zu ihnen gehören zum Beispiel:
Diese Pflanzen sind an eher trockene, durchlässige Böden gewöhnt. Ein dauerhaft feuchtes Substrat kann zu Wurzelfäule führen. Da diese Pflanzen aber ohnehin länger ohne Gießen auskommen, sind Blumenkästen mit Wasserspeicher dafür weniger gut geeignet.
Tipps gegen einen tropfenden Blumenkasten
Pflanzen vergessen zu gießen? Was jetzt zu tun ist
Wichtig beim Kauf von Blumenkästen mit Wasserspeicher
- Größe des Reservoirs: Je größer der Blumenkasten und die Pflanzen und je durstiger sie sind, desto größer sollte auch der Wasserspeicher sein.
- Wasserstandsanzeige: Hilfreich, um den Überblick zu behalten, wann nachgefüllt werden muss.
- Überlaufventil: Schützt vor Staunässe bei Regen.
- Material und Verarbeitung: Gerade bei günstigeren Modellen können Dochtsysteme oder Einsätze schnell kaputtgehen. Hier gilt der Spruch: Wer billig kauft, kauft zweimal.
Fazit: Für wen lohnt sich ein Wasserreservoir?
Blumenkästen mit integriertem Wasserspeicher sind besonders für Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf und Balkongärtner geeignet, die sich nicht täglich ums Gießen kümmern können oder möchten. Wer vorwiegend mediterrane Kräuter oder Sukkulenten pflanzt, sollte dagegen lieber auf klassische Blumenkästen setzen. Hier ist ohnehin nur seltenes Gießen notwendig.
Tipp: Wer sich unsicher ist, kann auch Blumenkästen mit herausnehmbarem Wasserspeicher wählen – so bleibt man flexibel.
Günstige Lösung für den Urlaub
„Für den lang ersehnten Sommerurlaub müssen es nicht gleich neue Blumenkästen mit Wasserreservoir sein, damit die Balkonpflanzen überleben. Ich habe gute Erfahrungen mit Tonkegeln gemacht, die einfach in die Erde gesteckt werden. Hier kann eine mit Wasser gefüllte PET-Flasche aufgesteckt werden. Über den offenporigen Ton wird das Wasser nun langsam an das Substrat abgegeben. Diese Methode ist keine Dauerlösung, aber in der Anschaffung günstig und schnell aufgebaut. Für einen Urlaub unter zwei Wochen sind Tonkegel absolut ausreichend. Und wer nette Nachbarn hat, braucht eh kein Bewässerungssystem für seine Balkonkästen. Dann können die Nachbarn beim Blumengießen einspringen.“