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Gartenexperte über Bewässerungssysteme

»Das klassische Rasensprengen hat ausgedient!

Viele haben noch einen einen einfachen Rasensprenger zuhause, doch es gibt auch Alternativen
Viele haben noch einen einen einfachen Rasensprenger zuhause, doch es gibt auch Alternativen Foto: Getty Images
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22. Juni 2026, 17:23 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Gartenfreunde haben inzwischen viele Möglichkeiten, um ihre Pflanzen und Rasenflächen zu bewässern. Welches der verschiedenen Bewässerungssysteme auf dem Markt sich am besten für den eigenen Garten eignet, darüber hat sich myHOMEBOOK mit einem Experten unterhalten.

„Wer heute einen Garten plant, sollte unbedingt ein passendes Bewässerungssystem gleich mitdenken“, betont Torsten Brämer. Er betreibt seit dem Jahr 2014 mit „Wir sind Garten“ die größte deutschsprachige Garten-Community in der Online-Welt.

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Überkopfbewässerung keine gute Lösung

Viele Menschen denken beim Bewässern von Blumen, Beeten und Rasen immer noch an Gießkanne und Schlauch. „Inzwischen haben viele Gartenfreunde verstande: Diese Methoden sind nicht nur mühselig, sondern unter ökologischen Gesichtspunkten eine Katastrophe“, macht Gartenexperte Torsten Brämer deutlich. „Gerade beim großflächigen Gießen per Schlauch verdunstet die Feuchtigkeit an der Oberfläche. Eine nachhaltige Bewässerung funktioniert heute anders.“

Deswegen rät Brämer auch von klassischen Rasensprengern ab. „Wie beim Schlauch funktioniert die Bewässerung über Kopf. Dabei verdunstet das Wasser nicht nur ungenutzt, sondern trifft auf umstehende Pflanzen. Die Tropfen auf den Blättern bilden dann ein ausgezeichnetes Einfallstor für Schädlinge jeglicher Art“, erklärt Torsten Brämer und empfiehlt, auf andere Bewässerungssysteme im Garten auszuweichen.

Wer an heißen Sommertagen nicht da ist, um den Rasen zu bewässern, sollte sich bei ersten braunen Stellen zunächst keine Gedanken machen. „Gras ist ein Steppengewächs und kommt daher gut ohne Wasser klar. Auch wenn an Sommertagen das Grün zu Braun wechselt, macht das gar nichts. Der Rasen erholt sich beim nächsten Regen von allein“, erklärt Torsten Brämer von der Garten-Community „Wir sind Garten“.

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Tröpfchenbewässerung: regelmäßig und sparsam

Für die Bewässerung von Beeten und Blumen ist in den vergangenen Jahren die sogenannte Tröpfchenbewässerung immer beliebter geworden. Dabei sorgen am Boden verlegte Schläuche für eine gezielte und regelmäßige Bewässerung. Aufgrund der Löcher in den Schläuchen funktioniert das tatsächlich tröpfchenweise. Dadurch reduziert sich nicht nur der Wasserverbrauch, sondern das Wasser gelangt direkt an die Pflanze und verdunstet nicht wirkungslos.

„Hier gibt es inzwischen Systeme in allen Formen und Größen, von kleinen solarbetriebenen Modulen für den Balkon bis hin zu den großen Anlagen für Gärten mit mehreren hundert Quadratmetern“, weiß Gartenprofi Torsten Brämer. Gerade die kleinen Bewässerungssysteme für den Balkon reichen vollkommen aus, wenn das lange Wochenende inklusive Fernweh ruft und gerade keine gießende Hand während der Abwesenheit verfügbar ist.

Die Bewässerungssysteme für größere Gärten und Beete gibt es inzwischen mit vielen smarten Zusatzfunktionen. Beispielsweise verfügen solche Systeme über Sensoren, die unter anderem die Feuchtigkeit im Boden messen oder auf Niederschlag reagieren. Ist der Boden feucht genug oder beginnt es zu regnen, setzt die automatische Bewässerung aus.

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Smarte Bewässerungssystem

Die Geräte übernehmen unterschiedliche Funktionen. Homematic IP liefert als Basis einen Bewässerungscomputer. Dieser lässt sich zwischen Außenwasserhahn und einem Schlauch einbinden. Dahinter liegt dann ein System zur Tröpfchenbewässerung. Dieses steuert dann der zwischengeschaltete Computer, beispielsweise lassen sich dann per App verschiedene Szenarien zur Bewässerung anlegen oder automatische Bewässerungspläne erstellen.

Eine Rundumlösung hat unter anderem MIYO im Angebot. Das smarte System bietet mehrere Schnittstellen. So lassen sich gleich mehrere Bewässerungssysteme anschließen und steuern. Die Steuerung erfolgt dann ebenfalls über eine Smartphone-App. Sensoren informieren jederzeit über den Grad der Feuchtigkeit. Spontane Planänderungen lassen sich aus der Ferne mit wenigen Klicks erledigen.

Ähnlich komfortabel funktioniert das Micro-Drip-System von Gardena. Auch hier sorgen kleine Schläuche im Bett für eine konstante, angemessene Bewässerung. Die komplette Steuerung erfolgt per App. So können jederzeit Änderungen vorgenommen und beispielsweise auf besondere Wetterlagen reagiert werden.

Aufwand für die Einrichtung lohnt sich

„Egal von welchem Hersteller: Sämtliche Systeme, die auf Tröpfchenbewässerung setzen, sind herkömmlichen Methoden wie Schlauch oder Gießkanne überlegen“, unterstreicht Torsten Brämer, Gründer der Online-Garten-Community „Wir sind Garten“. „Wichtig dabei ist, die meisten solcher Systeme sind nicht winterfest. Daher sollten die Schläuche mit Beginn der kalten Jahreszeit entfernt werden.“ Ein erträglicher Aufwand, weil sich die Beetpflege durch die automatische, regelmäßige Bewässerung in der Sommerperiode auf ein Minimum reduziert.

Allerdings erfordert die Einrichtung eines solchen Systems Zeit. Diese ist allerdings gut investiert, wenn das System ordentlich in das eigene Beet integriert wird. Das Bewässern per Hand ist damit nahezu überflüssig. Gleichzeitig reduziert so ein Bewässerungssystem aufgrund der smarten Zusatzfunktionen den Wasserverbrauch.

Die Kosten sind sicherlich nicht zu unterschätzen. Je nach System fallen einmalige Kosten zwischen 50 und 300 Euro an. Größere Systeme schlagen auch mit 500 Euro und mehr zu Buche. Die Ausgabe relativiert sich allerdings, weil solche Bewässerungssysteme ordentlich eingerichtet besser funktionieren als das Gießen per Hand.

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