Ein Sommerabend, das Länderspiel läuft, Freunde sitzen auf der Terrasse, im Hintergrund brummt der Grill. Genau für solche Momente wandert der Fernseher kurzerhand nach draußen. Doch wie sieht es mit dem dauerhaften Betrieb im Freien aus? myHOMEBOOK klärt auf, was es zu beachten gilt, wenn der Fernseher draußen aufgestellt wird.
Gewöhnliche Fernseher sind nicht für draußen gemacht
Elektrische Geräte wie Fernseher benötigen Schutz vor Niederschlag. Ein plötzlicher Starkregen kann einen Kurzschluss auslösen und das Gerät dauerhaft beschädigen. Eine feste Terrassenüberdachung oder eine Pergola sind deshalb Pflicht. Doch selbst unter einem festen Dach wird der Betrieb eines gewöhnlichen Fernsehers im Freien schnell zum Problem.
Handelsübliche Fernseher sind nur für Innenräume gebaut. Dort herrscht eine konstante Temperatur, die Luftfeuchtigkeit schwankt kaum. Draußen sieht das anders aus. Feuchtigkeit zieht ins Gehäuse. Kondenswasser sammelt sich hinter dem Display, Buchsen und Anschlüsse drohen, Schaden zu nehmen. Darauf weist auch Hendrik Schäfer hin, Abteilungsleiter für Marketing und Unternehmenskommunikation beim VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut. Er rät vom dauerhaften Betrieb eines gewöhnlichen Fernsehers im Freien ab:
„Die bestimmungsgemäße Verwendung sieht den Gebrauch von konventionellen TV-Geräten nur in Innenräumen vor. Daher ist es nicht ratsam, einen solchen Fernseher dauerhaft im Freien aufzustellen und zu betreiben.“ Schäfer nennt noch ein zweites Problem: Im Freien steigt das Risiko, dass Insekten ins Gerät gelangen. Sie bewegen sich darin unkontrolliert und können dabei Kurzschlüsse verursachen. Hinzu kommt ein rechtlicher Aspekt: Hersteller gewähren Garantie nur für den „bestimmungsgemäßen Gebrauch“. Der Betrieb im Freien zählt nicht dazu.
Doch, das geht. Auch der Experte sieht das so: „Grundsätzlich spricht aber nichts dagegen, das TV-Gerät bei trockener Witterung für einen Abend im Freien zu verwenden.“ Aktuelle Fernseher mit großen Bildschirmen tragen ihr Gewicht im Standfuß. Das macht sie anfällig für Windböen. Deshalb rät der Experte, auch auf die Standsicherheit zu achten.
Sind Terrasse oder Balkon überdacht und vor starkem Wind geschützt, steht einem Fernsehabend im Freien nichts entgegen. Für den Betrieb reicht eine gewöhnliche Außensteckdose oder ein Verlängerungskabel. „Sind die Voraussetzungen erfüllt, dann geht von der einmaligen Nutzung im Freien auch keine Gefahr für das Gerät und die Zuschauer aus“, so Schäfer.
Gibt es Lösungen für den dauerhaften TV-Betrieb im Freien?
Sollen Garten, Terrasse oder Balkon dauerhaft zum erweiterten Wohnzimmer werden, führt der Weg über einen Outdoor-Fernseher. Solche Geräte sind „gegen die Gefährdungen über entsprechende Schutzeinrichtungen geschützt und erzeugen in der Regel auch noch ein helleres Bild”, erklärt der Experte.
TV-Geräte für den Außenbereich tragen eine IP-Schutzklasse. Diese Einstufung zeigt, wie gut ein Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist. Die Angabe IP55 etwa steht für Schutz gegen Staub und Strahlwasser. Grundsätzlich gilt: Je höher die zweite Ziffer, desto besser der Schutz vor Wasser.
Outdoor-Fernseher halten auch extreme Temperaturen aus. Meist funktionieren sie zwischen plus fünfzig und minus zwanzig Grad. Ob bei solcher Kälte überhaupt noch jemand draußen fernsehen möchte, steht auf einem anderen Blatt.
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