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Schutz für Tiere

Auf diese Gartenarbeiten kann man im Herbst verzichten

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Mit einfachen Maßnahmen kann man die Tiere im eigenen Garten auch im Herbst unterstützen Foto: Getty Images
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myHOMEBOOK Redaktion

24. September 2026, 13:21 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Laub auf dem Rasen, verblühte Stauden im Beet und andere Spuren des Gartenjahres? Wer im Herbst nicht alles sofort entfernt, tut der Natur oft einen Gefallen. Viele Tiere finden in den Pflanzenresten Schutz und Nahrung, während auch der Garten selbst davon profitieren kann.

Laub harken, Beet aufräumen, Pflanzen zurückschneiden: Für viele gehört das fest zum Herbst dazu. Manche genießen es, den Garten für den Winter in Ordnung zu bringen und die Saison ordentlich abzuschließen. Doch ein allzu aufgeräumter Garten hat nicht nur Vorteile. Werden sämtliche Pflanzenreste entfernt, gehen wichtige Rückzugsorte für Insekten, Vögel und Kleintiere verloren. Zudem können einige Überbleibsel der Gartensaison den Boden schützen und den Pflanzen im kommenden Jahr zugutekommen.

Warum ein aufgeräumter Garten Tieren im Herbst nicht hilft

„Er bietet weder Nahrung für Tiere noch bietet er Schutz für Pflanzen und Insekten“, sagt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin. Eine Position, die auch Verena Jedamczik vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sowie Katrin Wenz vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) teilen. Sie alle setzen auf naturnahes Gärtnern.

Im Garten weniger aufräumen

„Das A und O ist: den Garten nicht zu ordentlich aufzuräumen“, sagt BUND-Expertin Katrin Wenz. Damit ist nicht gemeint, dass alles an Ort und Stelle liegen bleibt, aber dass man etwa Reisighaufen und kleine Holzstapel in einer Ecke des Gartens anlegt.

Aber auch zum Beispiel die Stauden sollte man nicht direkt mit Ende ihrer Blütezeit und selbst nicht zum Ende der Gartensaison abschneiden, rät Gartendozentin Isabelle Van Groeningen. Die Saatkapseln sehen nicht nur schön aus, sie bieten auch Nahrung für Vögel. Gleichzeitig sind die Stauden natürliche Insektenhotels, deren Bewohner hier überwintern können.

Und noch so ein vermeintlicher Biomüll des Herbstes ist wertvoller als oft gedacht: Das Laub von den Bäumen und Sträuchern. Auch das kann in Haufen zum Insekten- oder auch Igel-Hotel für die Winterruhe werden. Und das Laub darf ruhig auf den Beeten liegen bleiben. Hier dient es als Winterschutz und nach dem Verrotten als Dünger und Bodenverbesserer.

Doch auf dem Rasen müssen Hobbygärtner tätig werden, sonst faulen die Gräser unter dem Laub, sagt Van Groeningen. „Am besten sammelt man die Blätter im Herbst mit dem Rasenmäher ein.“ Die Mischung aus zerhäckseltem Laub und Rasen ist deutlich schneller kompostierbar und kann später wieder zum Einsetzen neuer Pflanzen benutzt werden.

Passend dazu: Im eigenen Garten Lebensraum für Tiere schaffen

Auf Laubsauger oder Laubbläser verzichten

Von dem Einsatz von Laubsaugern oder Laubbläsern raten alle drei Expertinnen dringend ab. „Laubbläser sind eine Katastrophe für die Umwelt. Sie zerstören die obere Erdschicht und damit auch sehr viele Organismen, die dort versuchen, zu leben“, sagt Isabelle Van Groeningen.

Abgesehen vom Lärm stoßen Geräte mit Verbrennungsmotoren gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus, erklärt Verena Jedamczik. Darüber hinaus werden Kleintiere beim Einsatz von Geräten mit Saugfunktion regelrecht zerhäckselt.

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Kompromiss für ordentliche Hobbygärtner

Für Hobbygärtner mit dem Bedürfnis nach großer Ordnung im Garten gibt es einen Mittelweg: Die Bereiche um das Haus sowie die Gartenwege und Treppen hält man ordentlich, den Rest lässt man dann einfach so, wie es ist, rät Isabelle Van Groeningen.

Ihr Tipp: das Laub von den Wegen durch die Beete regelmäßig links und rechts in diese harken. Und das bringt gleich auf mehrfache Weise etwas: Die Laubschicht bietet den Pflanzen im Winter Frostschutz und sie zieht zum Beispiel auch Amseln an, die unter anderem Schädlinge aus den Beeten picken.

Die natürliche Winterdecke aus Laub hilft dem Pflanzenwachstum auch langfristig: Die Blätter zersetzen sich nach und nach und werden zu wertvollem Dünger und Boden.

„Die Natur hat eigentlich das allerbeste Recycling-System. Das ist unschlagbar“, schwärmt Isabelle Van Groeningen geradezu über die Zusammenarbeit mit der Natur im Garten. Der Mensch versuche immer, seinem Garten etwas Besseres zu geben, aber er mache dadurch oftmals mehr kaputt. Denn eigentlich gibt ihm die Natur schon alles, was er braucht.

Die richtigen Pflanzen im Garten helfen Tieren im Herbst

Diesen Tipp kann man nicht jetzt noch auf die Schnelle vor dem Winter so umsetzen, dass die Wildtiere direkt davon profitieren. Aber er ist Teil einer langfristigen Umgestaltung eines Gartens hin zu einem tierfreundlicheren Refugium: Es braucht hier Pflanzen, die Tieren in den kalten Monaten entweder Schutz oder Nahrung bieten können, so Van Groeningen.

Dazu zählen unter anderem Gehölze mit Früchten wie Zieräpfel oder Mehlbeeren. Zudem bieten Gehölze als Hecken oder Solitäre Winterschutz für Vögel, Igel und andere Tiere.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Efeu: „Efeu ist eine Pflanze, die bei Menschen oft etwas verpönt ist, weil sie über Sachen herüberklettert“, sagt Van Groeningen. Viele denken, dies sei schlecht. Aber weil sie zu den heimischen Pflanzen gehört, die mit als letzte in der Wachstumsperiode blüht, sind der Efeu und seine Pollen enorm wichtig für die Insekten. Seine blau-schwarzen Beeren sind außerdem eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und andere kleine Tiere.

Mit Material der dpa

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