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Immer öfter gesichtet

Wer diese Fangschrecke im Garten entdeckt, sollte sich freuen

Die Europäische Gottesanbeterin ist die einzige heimische Fangschreckenart Europas
Die Europäische Gottesanbeterin ist die einzige heimische Fangschreckenart Europas Foto: Getty Images
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Mareike Schmidt

Berlin, 18.5.2026
(c) Niels Starnick / BILD
Redakteurin

11. August 2026, 10:51 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Einst galt die Europäische Gottesanbeterin als seltene Exotin in Deutschland. Inzwischen breitet sich die auffällige Fangschrecke immer weiter aus und wird auch außerhalb ihrer traditionellen Verbreitungsgebiete gesichtet. Aktuelle Meldungen zeigen, dass die Chance auf eine Begegnung mit dem Insekt steigt. Wie häufig die Gottesanbeterin hierzulande vorkommt, worauf bei einer Sichtung zu achten ist und warum Gartenbesitzer ihre Anwesenheit eher begrüßen sollten, erklärt myHOMEBOOK.

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Verbreitung in Deutschland

Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) war ursprünglich vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie ihr Verbreitungsgebiet jedoch deutlich nach Norden ausgeweitet. Heute kommt sie nicht mehr nur in traditionellen Vorkommensgebieten wie dem Kaiserstuhl vor, sondern ist entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse sowie in einem weiteren Verbreitungsgebiet von Thüringen über die Lausitz bis nach Berlin anzutreffen, schreibt der Naturschutzbund Deutschland. Einzelne Nachweise gibt es inzwischen aus allen Bundesländern. Besonders wohl fühlt sich die Art in warmen, trockenen und offenen Lebensräumen wie Weinbergen, Wiesen, Böschungen oder naturnahen Gärten.

Aktuell werden besonders viele Gottesanbeterinnen gemeldet. Nach Angaben des NABU gingen allein in der letzten Juliwoche mehr als 2000 Beobachtungen ein. Wer selbst eine Gottesanbeterin entdeckt, kann den Fund melden und so dazu beitragen, die weitere Ausbreitung der Art zu dokumentieren. Dafür bieten sich verschiedene Plattformen an, unter anderem die des NABU.

Begegnung mit der Gottesanbeterin

Wer eine Gottesanbeterin entdeckt, sollte sich über den seltenen Anblick freuen, denn die Tiere sind harmlos für den Menschen. Sie können zwar blitzschnell zuschnappen, das tut aber nicht weh. Außerdem besitzen sie keinen Giftstachel, weshalb keine Gefahr von ihnen ausgeht. Ein vorsichtiger Umgang ist dennoch ratsam, denn die Tiere sind auf der Roten Liste der Geradflügler in der Kategorie 3 („gefährdet“) gelistet und nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) und der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) zu schützen. Das bedeutet: Sie dürfen weder gefangen, verletzt noch getötet werden.

Entdeckt man eine Gottesanbeterin, sollte man sie keinesfalls bedrängen oder anfassen, da sie empfindlich reagieren. Fotos oder Beobachtungen aus einiger Entfernung sind daher die beste Möglichkeit, um die besonderen Tiere zu bewundern.

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Bedeutung für den eigenen Garten

Gartenbesitzer können sich fragen, ob die Gottesanbeterin Schaden anrichten könnte. Die Antwort ist klar: nein. Im Gegenteil – sie ist ein natürlicher Schädlingsbekämpfer. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Insekten wie Fliegen, Heuschrecken, Wespen. Auch vor Blattläusen macht sie keinen Halt und sorgt damit dafür, dass Pflanzen gesund und kräftig bleiben.

Gärtner können getrost aufatmen, denn sie stellt für Pflanzen keinerlei Gefahr dar, da sie sich ausschließlich von tierischer Beute ernährt. Ihre Anwesenheit im Garten ist somit ein Zeichen für ein gesundes, ökologisch vielfältiges Umfeld und bietet keinen Anlass zur Sorge. Besonders gern hält sich die Gottesanbeterin in sonnigen Bereichen auf, in denen Sträucher, Büsche und blühende Pflanzen stehen.

Fakten zur Europäischen Gottesanbeterin

  • Weibchen können bis zu 80 mm lang werden, Männchen sind mit bis zu 60 mm deutlich kleiner.
  • Ihre Grundfärbung reicht von Grün bis Braun.
  • Kräftige Vorderbeine, die zu Fangarmen umgebildet sind
  • eine geschützte, in Deutschland gefährdete Art

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