26. August 2025, 17:02 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Vom kleinen Samen zur großen, kletternden Gurke haben wir unsere Pflanze gezogen. Nun wird erwartungsvoll auf jede einzelne Blüte und die folgende Gurke gewartet. Doch dann fallen in unregelmäßigen Abständen die Blüten ab. Und ohne Blüte keine Gurke. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt, warum von der Gurke die Blüten abfallen.
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1. Temperaturschwankungen lassen Blüten abfallen
Gurken sind im Grunde recht pflegeleicht, allerdings sind sie auch keine Selbstläufer. Temperaturschwankungen können ihnen ganz schön zu schaffen machen und sie unter Stress setzen. Das kann sich durch einen bitteren Geschmack rächen, da sie unter nicht optimalen Bedingungen die sogenannten „Cucurbitacine“ produzieren können. Manchmal schaffen sie es aber gar nicht bis an diesen Punkt, da im Vorfeld bereits die Blüten abfallen. Die idealen Temperaturen für Gurken liegen bei etwa zwölf bis dreißig Grad.
2. Fehler beim Gießverhalten
Ein häufiger Grund für Blütenabwurf bei Gurken sind Fehler beim Gießen. Sowohl Wassermangel als auch Staunässe setzen der Pflanze stark zu. Bei Trockenstress kann die Gurke ihre Blüten nicht mehr ausreichend versorgen und wirft sie ab, um Energie zu sparen – typisch sind dabei schlaff herabhängende Blätter, die sich nachts wieder aufrichten. Doch auch zu viel Wasser schadet, denn Staunässe führt zu Sauerstoffmangel im Wurzelbereich, wodurch die Nährstoffaufnahme blockiert wird und die Pflanze ebenfalls Blüten verliert. Besonders schädlich ist der ständige Wechsel zwischen Austrocknen und Überwässern, da dieser Stress die Pflanze zusätzlich schwächt. Gurken benötigen daher eine gleichmäßige, konstante Feuchtigkeit, ohne dass die Wurzeln im Wasser stehen.
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3. Durch Nährstoffmangel fallen bei Gurken Blüten ab
Auch ein Mangel an wichtigen Nährstoffen kann dazu führen, dass bei Gurken die Blüten abfallen. Besonders entscheidend sind Kalium und Bor, da sie für die Blüten- und Fruchtbildung benötigt werden. Fehlt Kalium, kann die Pflanze nicht genügend Energie für die Versorgung der Blüten bereitstellen, was zum Abwurf führt. Ein Bormangel wiederum beeinträchtigt die Entwicklung der Blütenanlagen und verhindert, dass sie sich gesund entfalten. Oft zeigen sich zusätzlich weitere Symptome wie helle Blattverfärbungen oder Wachstumsstörungen. Da Gurken zu den Starkzehrern gehören, benötigen sie während der ganzen Wachstumsperiode eine ausreichende und ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen. Ein durchdachtes Düngen und regelmäßiges Nachversorgen mit organischem oder mineralischem Dünger sorgen dafür, dass die Blüten nicht unnötig verloren gehen.
4. Die Bestäubung muss erfolgreich sein
Ein häufiger Grund für den Abwurf von Gurkenblüten ist eine fehlende oder unvollständige Bestäubung. Vor allem die weiblichen Blüten benötigen Pollen der männlichen Blüten, damit sich Früchte entwickeln können. Erfolgt keine Bestäubung, stößt die Pflanze die Blüte nach kurzer Zeit ab. Dieses Problem tritt besonders in geschlossenen Räumen wie Gewächshäusern oder auf Balkonen auf, wo Bienen, Hummeln und andere Insekten nur eingeschränkt Zugang haben.
Auch ungünstige Wetterbedingungen wie Regen, Wind oder kühle Temperaturen können dazu führen, dass weniger Bestäuber unterwegs sind. Abhilfe schafft es, Bestäuber gezielt anzulocken, beispielsweise mit insektenfreundlichen Blumen in der Nähe, oder die Bestäubung per Hand durchzuführen, indem man mit einem Pinsel oder Wattestäbchen Pollen von den männlichen auf die weiblichen Blüten überträgt. So wird die Chance auf Fruchtansatz deutlich verbessert.

