29. August 2025, 11:04 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Die Gurkensaison neigt sich langsam dem Ende zu, zumindest für viele. Doch es gibt Mittel und Wege, um die Natur etwas auszutricksen und die Gurkenernte zu verlängern. myHOMEBOOK-Gartenredakteurin Franka Kruse-Gering verrät vier Möglichkeiten, um ein paar Wochen länger leckere Gurken genießen zu können.
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1. Regelmäßig auslichten
Grundsätzlich sollten kranke Blätter oder Pflanzenteile stets zeitnah entfernt werden, das hält die Pflanze vital. Doch auch, wenn man erst zum Ende der Saison damit anfängt, kann man noch ein paar Tage und auch ein paar Gurken gutmachen. Der Grund liegt darin, dass die Gurkenpflanze ihre Energie nicht in die Erhaltung bestimmter Blätter investieren muss. Schneidet man kranke oder welke Blätter ab, hat die Pflanze mehr Energie für die Fruchtbildung. Aber Vorsicht: Zu viel Abschneiden kann genau das Gegenteil bewirken, da die Pflanze bei zu vielen Wunden ihre Energie zur Wundheilung benötigt.
2. Gurken lieben Wärme
Im Spätsommer und beginnendem Herbst werden die Nächte oft kühler, und genau das mögen Gurken gar nicht, denn sie sind wärmeliebende Pflanzen. Schon Temperaturen unter 12 Grad können das Wachstum und die Fruchtbildung deutlich verlangsamen. Deshalb ist es sinnvoll, die Pflanzen in dieser Zeit mit einem Schutz zu versehen, um die Gurkenernte ein wenig zu verlängern.
Am einfachsten geht das mit einem leichten Gartenvlies oder einer Folie, die man abends locker über die Pflanzen legt und morgens wieder abnimmt. Dadurch bleibt die Wärme der Erde länger erhalten, und die Blätter sind vor Tau und Nässe geschützt, die Krankheiten wie Mehltau begünstigen. Wenn man Gurken im Kübel anbaut, kann man diese abends an eine geschützte Hauswand stellen, wo es meist wärmer bleibt. Wer ein kleines Folienzelt oder einen Mini-Tunnel hat, kann die Gurken dort ebenfalls unterbringen, das verlängert die Erntezeit oft um mehrere Wochen. Wichtig ist aber, dass die Pflanzen tagsüber immer wieder genug Frischluft bekommen, damit sich keine feuchte Luft staut, denn das würde Pilzkrankheiten wiederum fördern.
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3. Nicht zu spät ernten
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Regelmäßiges Ernten hält Gurkenpflanzen länger produktiv. Bleibt eine Frucht zu lange an der Pflanze, konzentriert sich die Energie auf diese Gurke. Neue Blüten und Früchte bleiben aus. Deshalb erntet man Gurken am besten, sobald sie ihre typische Größe erreicht haben und bevor sie übergroß oder gelb werden. Überreife Früchte hemmen die Pflanze zusätzlich und sollten sofort entfernt werden, auch wenn sie nicht mehr verwendet werden.
Am effektivsten ist es, die Gurken mit einem scharfen Messer oder einer Schere zu schneiden oder sie vorsichtig abzudrehen, damit keine Stängel verletzt werden. Durch diese konsequente Ernte bildet die Pflanze laufend neue Gurken, die zudem knackiger und aromatischer bleiben. Auf diese Weise lässt sich die Erntezeit bis weit in den Spätsommer hinein verlängern.
4. Dünger in den letzten Zügen
Düngen spielt bei Gurken eine besonders wichtige Rolle. Die Pflanzen zählen zu den sogenannten Starkzehrern und ziehen viele Nährstoffe aus dem Boden. Wenn im Spätsommer die Kraft nachlässt, kann ein zusätzlicher Schub an Nährstoffen die Erntezeit deutlich verlängern. Besonders wichtig ist dabei Kalium, da es die Blüten- und Fruchtbildung unterstützt und die Gurken knackig und aromatisch werden lässt. Stickstoff ist ebenfalls nötig, sollte aber in Maßen gegeben werden. Zu viel Stickstoff lässt zwar viele Blätter, aber weniger Früchte entstehen.
Am einfachsten ist es, einen Flüssigdünger für Gemüse oder Tomaten zu verwenden. Diesen kann man alle ein bis zwei Wochen ins Gießwasser mischen. Wer es natürlicher mag, kann auch selbst gemachte Brennnessel- oder Beinwelljauche nutzen, die viele Mineralstoffe enthalten. Dabei sollte man immer darauf achten, lieber öfter kleine Mengen zu geben, anstatt die Pflanzen einmal stark zu überdüngen, denn ein Überschuss kann die Wurzeln schädigen. Am besten wird der Dünger immer direkt nach dem Gießen ausgebracht, damit er die Wurzeln nicht verbrennt und gleichmäßig verteilt wird. So bekommen die Pflanzen kontinuierlich neue Energie und können bis weit in den Herbst hinein Gurken nachbilden.

