11. Oktober 2026, 9:11 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Herbstlaub landet oft in der Biotonne, dabei kann es im Garten einiges leisten. Wie Laub den Boden verbessern kann und wie Sie es im Garten nutzen können, erfahren Sie hier auf myHOMEBOOK.
Wer im Herbst jedes Blatt aus dem Garten entfernt, macht aus einem natürlichen Kreislauf einen Abfluss. Bleibt das Herbstlaub hingegen im Garten, wird es von Bodenorganismen zu Humus abgebaut. Dieser sorgt als natürlicher Bodenverbesserer für eine lockere und stabile Bodenstruktur.
Wie aus Herbstlaub Humus wird
Für Pilze, Bakterien, Asseln und Regenwürmer ist das Herbstlaub Futter. Sie tragen dazu bei, dass daraus im Laufe der Zeit dunkler, krümeliger Humus entsteht. Er hält in sandigen Böden Wasser und Nährstoffe fest, schwere Böden macht er locker und luftig. Obendrein wirkt die Laubdecke selbst wie Mulch und schützt vor Austrocknung und starken Temperaturschwankungen.
Ist Herbstlaub ein Dünger?
Als Dünger taugt Herbstlaub kaum. Bäume ziehen viele Nährstoffe vor dem Laubfall zurück in Stamm und Wurzeln, sodass in den Blättern davon nur wenig übrig bleibt. Einen akuten Nährstoffmangel behebt das Falllaub also nicht.
Schnell und langsam verrottendes Laub
Jede Laubart hat ihr eigenes Tempo. Laub von Linde, Hasel, Ahorn, Hainbuche, Holunder und Obstbäumen verrottet vergleichsweise schnell und eignet sich gut als Mulch zwischen Stauden und unter Bäumen und Sträuchern, aber auch auf Gemüsebeeten, wo es den Boden über den Winter schützt und Unkraut unterdrückt. Für Stauden reichen etwa fünf Zentimeter, niedrige Arten und immergrüne Pflanzen sollten nicht darunter verschwinden. Zu dick aufgetragen, kann Laub eine dichte, nasse Schicht bilden, in der kaum noch Luft an den Boden gelangt.
Eichen-, Walnuss- und Kastanienlaub tut sich schwerer beim Verrotten. Die Bayerische Gartenakademie führt das weniger auf die oft genannten Gerbstoffe zurück als auf deren höheren Verholzungsgrad. Es gehört dorthin, wo es in Ruhe verrotten kann: als Mulch unter Hecken, Sträucher und Bäume.
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Herbstlaub kompostieren oder für Igel aufhäufen
Von Rasenflächen, Wegen und Terrassen kehren Sie das Laub besser ab. Unter dichtem Laub fehlen dem Gras Licht und Luft, und die Feuchtigkeit begünstigt Krankheiten wie Schneeschimmel. Auf Wegen und Terrassen wird Herbstlaub bei Nässe schnell rutschig.
Laub, das Sie nicht in Beeten oder unter Gehölzen verteilen, können Sie auch auf den Kompost geben. Zerkleinert und mit anderen organischen Abfällen gemischt, zersetzt es sich schneller.
Haben Sie größere Laubmengen zusammengekehrt, können Sie einen reinen Laubkompost anlegen. Dafür wird das Laub in einem luftigen Behälter, etwa einem Drahtkorb, gesammelt. Nach ein bis zwei Jahren entsteht feiner Laubhumus, der sich wunderbar zur Bodenverbesserung einsetzen lässt.
Oder Sie schütten das Laub in einer trockenen, geschützten Gartenecke zu einem Haufen auf. Zusammen mit Ästen und Reisig wird daraus ein Winterquartier. Igel nutzen solche Haufen als Unterschlupf, aber auch Insekten und andere kleine Gartenbewohner finden dort Schutz.
Was macht man mit krankem Laub?
Krankes Laub sollte nicht im Garten liegen bleiben. Dazu zählen beispielsweise Rosenblätter mit Sternrußtau, Ahornlaub mit schwarzen Teerflecken oder Kastanienblätter, in denen die Miniermotte steckt. Krankheitserreger und Schädlinge können nämlich im Falllaub überwintern und im Frühjahr erneut Probleme verursachen.
Auf den Kompost gehört es ebenfalls nicht, sonst verteilen Sie die Erreger im nächsten Jahr selbst im Garten. Am besten sammeln Sie es konsequent ein und entsorgen es je nach Krankheit und Kommune im Restmüll oder in der Biotonne.
Mein Tipp
„Es gab Zeiten, da habe ich unser Herbstlaub in Tüten gepackt und an die Straße gestellt. Das ist lange her. Heute bleibt alles im Garten. Und nicht nur das: Auch die Nachbarn bringen ihr Laub zu mir. Sie freuen sich, dass ihre Biotonne nicht überquillt, und ich freue mich, dass mein Boden Jahr für Jahr besser wird.“