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Sind Hornissen wirklich gefährlich und darf man etwas gegen sie tun?

Hornissen: Eine Hornisse sitzt auf einem Pflanzenblatt
Hornissen sind besonders geschützte Insekten Foto: Getty Images
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Christian Glass
Franka Kruse-Gering
Christian Glass,

6. Juli 2026, 12:28 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Mit den warmen Monaten beginnt auch die Hochsaison der Insekten. Während Schmetterlinge, Bienen oder Marienkäfer meist willkommen sind, lösen andere Arten eher Unbehagen aus – allen voran die Hornisse. Ihre imposante Größe lässt sie bedrohlich wirken. Wer jedoch auf die Idee kommt, die Tiere oder ihr Nest eigenmächtig zu beseitigen, sollte vorsichtig sein: Hornissen stehen unter besonderem Schutz. Je nach Verstoß können Bußgelder von bis zu 65.000 Euro fällig werden.

Mit ihren sechs Beinen, langen Fühlern und auffälligen Facettenaugen wirken Insekten auf viele Menschen fremdartig. Dabei bevölkern sie die Erde schon seit Millionen von Jahren – lange bevor der Mensch auftauchte. Besonders Hornissen flößen Respekt ein: Mit einer Körperlänge von bis zu vier Zentimetern gehören sie zu den größten heimischen Wespenarten. Viele verbinden ihre Größe automatisch mit einem besonders schmerzhaften oder gar gefährlichen Stich. Doch ist diese Sorge berechtigt? myHOMEBOOK erklärt, wie gefährlich Hornissen tatsächlich sind und worauf Sie achten sollten, wenn sich ein Tier oder sogar ein Nest im eigenen Garten befindet.

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Wann sind Hornissen aktiv?

Im Hochsommer gehen die Fluginsekten auf Wanderschaft und loten neue Nistplätze aus. Schnell schwirren die ungebetenen Gäste auch auf dem Balkon oder der Terrasse umher. Meist in den Abendstunden, also dann, wenn gegrillt, getafelt und im Freien getrunken wird. Hornissen sind nachtaktiv, können gerne aber auch mal tagsüber zustechen.

Einem Nest kommt man besser nicht zu nahe. Im Umkreis von zwei Metern – und die sind auf einem Balkon schnell erreicht – reagieren die Tiere besonders biestig. Richtig aggressiv zeigt sich in diesem Zusammenhang die durch chinesische Importe eingeschleppte „Asiatische Hornisse“. Diesem kampflustigen Insekt sollte man lieber aus dem Weg gehen.

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Was tun bei einem Hornissennest?

Was aber tun, wenn man ein Nest mit den Insekten auf Balkon oder Terrasse entdeckt? Erstmal nichts. Es gilt: Ruhe und einen kühlen Kopf bewahren. Denn wer ein Hornissen-Nest eigenständig entfernt, kann belangt werden. Die vom Aussterben bedrohten Insekten stehen doppelt streng unter Naturschutz. Sowohl die Bundesartenschutz-Verordnung (BArtSchV) als auch das Bundesnaturschutz-Gesetz (BNatSchG) halten die schützende Hand über diese bedrohte Insekten-Art. Die andere Hand hält die Behörde auf, und zwar richtig:

Wer sich über den Gesetzgeber hinwegsetzt und Hornissen verletzt oder tötet, muss mit einem saftigen Bußgeld rechnen. Das fällt in jedem Bundesland unterschiedlich hoch aus. Höchstens 5000 Euro sind es in Rheinland-Pfalz. Brandenburg langt dagegen kräftig zu. Laut Bußgeld-Katalog sind hier bis zu 65.000 Euro für das verbotswidrige Fangen, Verletzen, Töten oder Zerstören eines Hornissen-Nests fällig. Kommt es hart auf hart, droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren!

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Wofür sind Hornissen eigentlich gut?

Wie jedes Lebewesen auf unserem Planeten hat auch die Hornisse ihren Platz und ihre Aufgaben. „Hornissen sind die finalen Jäger und stehen an der Spitze der Nahrungskette bei den Wespen, sie fressen zum Beispiel kleinere Wespenarten,“ weiß Melanie von Orlow vom NABU Berlin. Auch wenn Hornissen aufgrund ihrer Größe furchteinflößend wirken, muss man vor ihnen keine Angst haben. Hornissen gehen nicht an Süßes und sind in der Regel recht unbeeindruckt von unserem Frühstückstisch, meint von Orlow. „Es hat Vorteile, wenn man ein Hornissennest im Garten hat, im Regelfall hat man dadurch weniger Wespen.“

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Bei Hornissen den Fachmann rufen

Ein hinzugerufener Experte siedelt ein Nest von Hornissen auf schonende Art und Weise um, damit die Tiere möglichst nicht gestresst oder gar getötet werden. Warum ist den Hornissen ihr Nest so wichtig? Es geht um den eigenen Nachwuchs. Eier und Larven von Hornissen wachsen in den wabenförmigen Zellen der Nester besonders gut und geschützt heran. Der Hornissen-Fachmann weiß auch, wohin er das Nest umsiedelt. Meist ist das der nächstgelegene Wald.

Wer ein Hornissen-Nest entdeckt, sollte am besten die zuständige Naturschutzbehörde anrufen. Über die Stellen werden dann Experten vermittelt, die Hornissen-Nester fachgerecht entfernen. Allerdings kann es auch passieren, dass der Fachmann erstmal nichts macht, sagt Melanie von Orlow: „Man braucht einen triftigen Grund, um ein Hornissennest zu entfernen und erst dann bekommt man unter Umständen eine Ausnahmegenehmigung von der Naturschutzbehörde.“ Die Angst vor einem Stich reicht nicht aus. Ein Grund wäre beispielsweise, dass der Baum, auf dem sich Hornissen angesiedelt haben, nicht mehr tragfähig ist und gefällt werden muss, oder dass ein Hornissennest bei Bauarbeiten am Haus im Weg wäre.

Die Nummern der Bundesländer im Überblick:

  • Baden-Württemberg: 0711-126-2818
  • Bayern: 0 89-9214-0
  • Berlin: 030-90 25-0
  • Brandenburg: 0331-866-0
  • Bremen: 0421-361-66 63
  • Hamburg: 040-42840-3835
  • Hessen: 0611-815-0
  • Mecklenburg-Vorpommern: 0385-5880
  • Niedersachsen: 0511-3034-3305
  • Nordrhein-Westfalen: 02 11-45 66-0
  • Rheinland-Pfalz: 0 61 31-16-0
  • Saarland: 06 81-5 01-4500
  • Sachsen: 03 51/82 50
  • Sachsen-Anhalt: 03 91-5 67-01
  • Schleswig-Holstein: 04 31-9 88-0
  • Thüringen: 0361-37 900

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