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Dünger selbst gemacht

Jetzt ist der beste Zeitpunkt zum Kompostieren – aber wie geht es richtig?

Kompostieren
Komposterde aus dem eigenen Garten ist ein hervorragender Dünger und hilft den Pflanzen beim Wachsem.Foto: Getty Images

Mit Kompost aus eigener Herstellung können Hobbygärtner ihre Nutz- und Zierpflanzen mit wertvoller Komposterde versorgen. Im Herbst ist der beste Zeitpunkt, um mit dem Kompostieren zu beginnen. Worauf man dabei achten sollte und was dazu nötig ist, erfahren Sie hier.

Der ideale Zeitpunkt, um einen Komposthaufen anzulegen, ist der Herbst, da hier naturgemäß viele Gartenabfälle anfallen. Diese werden im Wechsel geschichtet, mit der Zeit entwickelt sich daraus nährstoffreicher Naturdünger. Allerdings gibt es beim Kompostieren einige Dinge zu beachten.

Richtig kompostieren – was ist dafür notwendig?

Die Basis beim Kompostieren sollte eine Schicht aus dünnen Ästen oder Reisig bilden, damit der Haufen von unten ausreichend belüftet wird. Wer einen neuen Komposthaufen anlegt, sollte im Idealfall etwas fortgeschrittenen Kompost beimischen.

Das Material zum Anlegen des Komposts sollte feucht, aber nicht nass sein. Am besten mischt man unterschiedliches Material gut durch und bringt es großflächig ein. Wichtig ist dabei, dass ein ausgeglichenes Verhältnis von holzigem und frischem Material herrscht – also das Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff stimmt, wie der Nabu informiert. So geht man vor:

  1. Eine Schicht grobes Material etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch auf dem Boden aufschichten.
  2. Darauf das feinere Material gemischt aufbringen.
  3. Abschließend den Komposthaufen abdecken, damit die Wärmebildung gefördert wird und keine Feuchtigkeit entschwinden kann.

Hinweis: Je nach Größe des Gartens bietet sich ein eigener Komposter an. In diesem Artikel haben wir für Sie zusammengefasst, welche Möglichkeiten es dabei gibt und wie man einen einfachen Komposter selber bauen kann.

Hinweis: Bei der Standortwahl sollte man auf ausreichend Platz einplanen. Zudem sollte der Komposter vor zu starker Sonneneinstrahlung, Regen und Wind geschützt sein.

Was darf auf den Kompost?

  • Rasenschnitt kompostieren: Gras gehört selbstverständlich auf den Kompost, allerdings sollte man frisch gemähten Rasen zuerst einige Tage separat trocknen lassen. Die Feuchtigkeit darin sorgt beim Kompostieren sonst dafür, dass der Haufen anfängt, unangenehm zu riechen.
  • Laub kompostieren: Auch welke Blätter dürfen auf dem Komposthaufen entsorgt werden. Es bietet sich an, das Laub vorher zu zerkleinern (häckseln), um den Zersetzungsvorgang zu beschleunigen. Vorsicht bei glattem Laub: Bei diesem besteht die Gefahr, dass es schichtweise zusammenbäckt und dann zu wenig Luft für die Rottebakterien durchlässt. Eine gute Mischung ist Laub, Rasenschnitt und Gehölzhäcksel. Dies ergibt eine lockere und nährstoffreiche Masse.
  • Weitere Gartenabfälle: Auch Äste, Hölzer, verwelkte Blumen, Hecken- und Baumschnitt dürfen auf den Haufen im Garten. Große Stücke vorher zerkleinern, am besten mit einem Häcksler.
  • Obst- und Gemüsereste: Vor allem Kartoffel- und Karottenschalen gehören auf den Kompost. Vorsicht bei Bananenschalen: Diese zersetzen sich nur schwer und sollten darum sparsam verwendet werden.
  • Weitere Küchenabfälle: Eierschalen dürfen ebenso auf den Kompost wie Tee und Kaffee.

Hinweis: Wenn man im Garten eine Komposttoilette mit Rindenmulch aufgestellt hat, kann man den Eimer aus der Toilette ebenfalls auf dem Kompost entsorgen. Hier eignen sich biologisch abbaubaure Kompostbeutel, um den Eimer sauber zu halten.

Auch interessant: Warum Sie Gartenabfälle niemals im Wald entsorgen sollten

Was darf nicht auf den Kompost?

Nicht auf den Kompost gehören gekochte Essensreste, Fleisch und Fisch, gespritzte Obstschalen, Papier und Pappe, Öle und Fette sowie Asche. Auch Pflanzen, die von Schädlingen befallen sind, sollten nicht kompostiert werden.

Um den Haufen gesund und geruchsarm zu halten, kann man ihn mit Gesteinsmehl, Algen- und Hüttenkalk anreichern. Grundsätzlich gilt: Je ausgewogener die Inhaltsstoffe des Komposts, desto gehaltvoller wird die daraus entstehende Erde und der Dünger.

Auch interessant: Wie kann man den Kompost auf den Winter vorbereiten?

Wie kann man das Kompostieren beschleunigen?

Bis Pilze und Bakterien aus den Garten- und Küchenabfällen verwertbares Material gemacht haben, vergeht schnell ein Jahr. Wer das Kompostieren beschleunigen möchte, sollte den Haufen nach einigen Monaten umsetzen, also die unterste Schicht nach oben bringen und andersherum. Das Umsetzen verhindert außerdem die Geruchsbildung und den Schädlingsbefall. Auch der Einsatz von Kompost-Beschleunigern ist möglich, die je nach Zusammensetzung zum Teil Kompostwürmer und verschiedene Düngemittel enthalten. Auch ein Thermokomposter beschleunigt den Verrottungsprozess.

Tipp: Wenn man bereits nach einigen Monaten wenig zersetzten Kompost für die Verbesserung der Bodenqualität im Garten nutzen möchten, verwendet man ein grobmaschiges Kompostsieb, um größere Stücke (Blätter oder Äste) zu entfernen.

Was tun, wenn der Kompost Ratten anlockt?

Die beste Vorbeugung gegen Ratten ist ein gut gepflegter Komposthaufen. Dieser riecht nicht und enthält nur die Dinge, die auch auf einen Kompost gehören. Vor allem Fleischreste locken Ratten an. Wenn der Kompost stets feucht bleibt, macht man es den Nagern ebenfalls ungemütlich. Ist der Haufen bereits von Ratten befallen, hilft oft nur der Einsatz von Fallen. In ganz schlimmen Fällen sollte man das Ordnungsamt einschalten.

Auch bei übermäßigem Ameisenbefall gilt: Halten Sie den Kompost feucht. Ameisen weisen darauf hin, dass der Haufen viel zu trocken ist. Die Insekten können Sie auch mit bestimmten Aromapflanzen fernhalten, die Sie beimischen, wie etwa Lavendel, Thymian oder Majoran.

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