8. August 2025, 9:35 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Schon vor Jahrhunderten beobachteten Bauern den Lauf der Natur und hielten ihre Erfahrungen in kurzen, oft gereimten Merksätzen fest, den sogenannten Bauernregeln. Im August sind erfahrungsgemäß viele Sternschnuppen am Himmel zu sehen. Man nennt sie Perseiden. Auch zu diesem Phänomen existiert eine Bauernregel. „Lässt Laurentius nachts Sternschnuppen regnen, wirst einem sonnigen Herbst begegnen.“ Wie viel Wahrheit steckt in dieser Bauernregel? myHOMEBOOK hat bei Diplom-Meteorologe Jörg Riemann nachgefragt.
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Was steckt hinter der Bauernregel über Sternschnuppen im August?
„Wenn man nachts Sternschnuppen angucken möchte, braucht es zwingend einen halbwegs klaren Himmel, also schönes Wetter nicht nur am Tage, sondern eben auch nachts. Regen in dem Zusammenhang heißt einfach nur, man kann viele Sternschnuppen sehen“, erklärt der Experte. Diese Bauernregel über Sternschnuppen im August zielt also auf gutes Wetter ab. „Das bedeutet, wir haben wahrscheinlich sonnenscheinreiches (nachts gering bewölktes, wenn man so will, sternenreiches) Wetter und dann wird auch der Herbst laut Bauernregel schön“, erläutert Riemann.
Eine weitere Bauernregel, die dasselbe Thema anspricht, nämlich die Wetteraussicht für den Herbst, ist: „Laurentius heiter und gut, einen schönen Herbst verheißen tut.“ Der Experte ergänzt, dass ein schöner Herbst laut Bauernregeln nicht zwangsläufig mit viel Sonne einhergeht.
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Stimmt diese Bauernregel?
Riemann bestätigt, dass diese Bauernregel stimmt. „Haben wir Mitte August überdurchschnittlich viel Sonne, so können wir in vier von fünf Fällen, also mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent, auch mit einem zu trockenen Herbst rechnen.“ Die Sonne bekommt im Herbst einen Sonderstatus. Grundsätzlich wäre der Herbst auch sonnig, aber bereits im September und auch Anfang Oktober bestehe eine Nebelneigung. Durch den Nebel sieht man die Sonne also nicht immer, daher spricht man von einem trockenen Herbst und nicht von einem sonnigen.

So wird das Wetter im weiteren August
Laut Prognose des Experten von der Wettermanufaktur, dürfen wir uns ab Laurentius, also um den zehnten August herum, über einen Wetterumschwung freuen. Bauernregeln beschreiben zwar meist einen bestimmten Tag, aus Wettersicht ist aber meist ein Zeitraum um den genannten Tag herum gemeint. „Es wird wärmer, der Hochdruckeinfluss wird stärker.“ Ein Hochdruckeinfluss sei aber nicht gleichbedeutend mit regenfreier Zeit, ergänzt Riemann. „Ich sehe nicht, dass es dann drei Wochen gar keinen Regen mehr gibt. Die trockenen Perioden werden wieder etwas länger und die Regenperioden etwas kürzer, aber sonst insgesamt wärmer.“
Den 10. August sollte man laut Bauernregel im Blick behalten
Kann der 15. August vorhersagen, wie das Wetter im Herbst wird?
Sehen wir in diesem Jahr Sternschnuppen?
Wie unter anderem das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet, werden in der Nacht vom 12. auf den 13. August besonders viele Sternschnuppen zu sehen sein. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es klar und wolkenlos sein wird. Bleibt abzuwarten, ob wir in diesem Jahr innerhalb der 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit auf einen schönen Herbst liegen.
Das bedeutet die Bauernregel für den Garten
Sollte die Bauernregel über Sternschnuppen im August, also über gutes Wetter, tatsächlich zutreffen, heißt das für Gartenbesitzer eine verlängerte Erntezeit. Ist es über einen längeren Zeitraum angenehm warm, werden auch unsere Gemüsepflanzen weiterwachsen und Ernte hervorbringen.
Außerdem bedeutet es, dass in der Nacht vom 12. auf den 13. August die Gartenstühle positioniert werden sollten, um eine Nacht voller Sternschnuppen genießen zu können.