Mariä Himmelfahrt gilt in der bäuerlichen Wetterbeobachtung seit Jahrhunderten als ein Datum mit besonderer Bedeutung. Eine bekannte Bauernregel lautet: „Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so es noch zwei Wochen bleiben mag.“ Passend dazu deuten aktuelle Prognosen vielerorts auf einen Wetterumschwung hin. Doch lässt sich aus dem Wetter rund um den 15. August tatsächlich etwas über die Entwicklung der kommenden Wochen ableiten? myHOMEBOOK hat dazu den Diplom-Meteorologen Jörg Riemann befragt.
Das steckt hinter der Bauernregel zu Mariä Himmelfahrt
Für diese Bauernregel lohnt sich ein Blick auf die Tage rund um den 15. August. Ihr zufolge gibt das Wetter zu Mariä Himmelfahrt einen Hinweis darauf, wie sich die kommenden Wochen entwickeln. Zeigt sich die Witterung zu diesem Zeitpunkt beständig oder schlägt sie um, soll dieser Charakter laut der Volksweisheit noch eine Weile erhalten bleiben.
„Die Regel stimmt tatsächlich erstaunlich oft“, erklärt Riemann. Untersuchungen hätten gezeigt, dass es rund um die Mitte des August häufig zu einer nachhaltigen Änderung der Witterung komme. Der Grund dafür sei kein Zufall, sondern die Entwicklung der Jahreszeiten. Die Sonne verliert inzwischen spürbar an Kraft, die Nächte werden länger und die Atmosphäre reagiert allmählich auf die nachlassende Einstrahlung. „Mit einer 75-prozentigen Wahrscheinlichkeit ändert sich im August das Wetter und bleibt dann auch für zwei Wochen so“, ergänzt der Experte.
Nach der jüngsten Hitzewelle deutet sich in Deutschland eine neue Wetterphase an. Zwar bleibt es vielerorts sommerlich warm, die außergewöhnlich hohen Temperaturen dürften aber zunächst vorbei sein.
„Der Hochsommer ist durch. Es wird einfach wechselhaft, die Temperaturen werden normal temperiert sein“, erklärt Riemann. Statt langanhaltender Hitze rechnet er in den kommenden Wochen häufiger mit Wolken, zeitweiligem Regen und insgesamt ausgeglicheneren Temperaturen.
Im Norden werden die Werte laut Riemann meist zwischen 22 und 25 Grad liegen, im Süden häufig zwischen 25 und knapp 30 Grad. „Es ist jetzt nicht so, dass es immer kalt ist“, betont der Wetterexperte. Vielmehr sei mit einem „normalen Sommer“ zu rechnen.
Von einem frühen Herbst könne jedoch keine Rede sein. Bereits für Anfang September sieht der Experte Anzeichen für freundlicheres und wieder wärmeres Wetter. „Irgendwann Anfang September kommt dann der Spätsommer“, prognostiziert Riemann. Wer dann noch Urlaub habe, könne sich freuen.
Was bedeutet das Wetter für unsere Pflanzen?
Für die Pflanzen im Garten und auf dem Balkon bedeutet das kommende Wetter Erholung. Sollte es zu starken Regenfällen kommen, sollte man besonders auf angebautes Gemüse wie Tomaten achten. Bekommen diese in kurzer Zeit zu viel Wasser, kann es passieren, dass sie aufplatzen und dann schnell geerntet und verzehrt werden müssen.
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