13. Mai 2026, 11:13 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Bauernregeln sind den meisten Menschen vertraut – oft bringen sie uns zum Schmunzeln, doch nicht selten steckt ein wahrer Kern in ihnen. Sie sind Teil des überlieferten Wissens aus dem ländlichen Raum und entstanden über viele Generationen hinweg aus sorgfältigen Naturbeobachtungen. Auch rund um Christi Himmelfahrt – ein kirchlicher Feiertag, der seit dem vierten Jahrhundert begangen wird – gibt es zahlreiche Wetterregeln. Diese sollen Aufschluss über den kommenden Sommer, die Ernte oder die weitere Wetterentwicklung geben. Doch wie verlässlich sind solche Vorhersagen tatsächlich?
Christi Himmelfahrt ist nicht nur ein bedeutender kirchlicher Feiertag, sondern auch ein wichtiger Orientierungspunkt im Bauernkalender. Zwei überlieferte Wetterregeln bringen die Erfahrungen rund um diesen Tag auf den Punkt: „Regen zu Christi Himmelfahrt, macht dem Bauern die Erde hart“ und „Scheint auf Himmelfahrt die Sonne, bringt uns der Herbst große Wonne.“ Doch wie zuverlässig sind solche Sprüche wirklich? myHOMEBOOK hat mit Diplom-Meteorologe Jörg Riemann von der Wettermanufaktur gesprochen und nachgefragt, was diese Bauernregeln zu Christi Himmelfahrt bedeuten.
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So viel Wahrheit steckt in den Bauernregeln zu Christi Himmelfahrt
Riemann erklärt, dass Bauernregeln, die sich auf bestimmte Tage beziehen, wie beispielsweise Ostern oder Christi Himmelfahrt, schwierig zu bewerten seien. Diese Tage sind variabel und jedes Jahr an einem anderen Tag. Auch dürfe man die Kalenderreform von 1582 nicht vergessen. Dadurch gibt es ebenso Abweichungen bei bestimmten Daten. Die Bauernregeln, die sich auf Christi Himmelfahrt beziehen, meinen weniger einen genauen Tag als vielmehr einen Zeitraum, erklärt Riemann.
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„Regen zu Christi Himmelfahrt, macht dem Bauern die Erde hart“
Diese Bauernregel kann man auf den ersten Blick falsch verstehen. Mit „hart“ sei nicht gemeint, dass der Boden aufgrund von Trockenheit hart wird, erklärt der Experte: „Es ist gemeint, dass die Arbeit hart wird. Durch Regen wird der Boden schlammig und kann schlechter bearbeitet werden. Die Beobachtung hinter dieser Bauernregel für Christi Himmelfahrt bedeutet nicht, dass es gar nicht regnen soll. Regen ist ja erst einmal gut für die Arbeit, da die Erde aufgelockert wird. Es darf nur nicht zu viel regnen.“ Am Ende kommt es also nicht auf den Regen selbst an, sondern darauf, ob er zur rechten Zeit und im rechten Maß fällt.
„Scheint auf Himmelfahrt die Sonne, bringt uns der Herbst große Wonne“
Im Laufe der Jahrhunderte haben sich bestimmte klimatische Bedingungen geändert und viele Bauernregeln stimmen nicht mehr. Aber diese stimmt tatsächlich, bestätigt Riemann. „Man hat das sogar einmal untersucht. Dabei ging es aber nicht speziell um Christi Himmelfahrt, sondern eher um den Zeitraum Mitte Mai bis Anfang Juni.“
Das passt gut, da Christi Himmelfahrt zumeist in diesen Zeitraum fällt. Riemann erklärt: „Ist Mitte bis Ende Mai bis zum Anfang des Juni überdurchschnittlich sonniges Wetter, deutet das mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, also in zwei von drei Jahren, darauf hin, dass auch der September zu sonnig ausfällt. Das bedeutet, dass der Herbst freundlich wird, insbesondere aber der September.“
Leider gelte diese Regel aber auch umgekehrt, erklärt der Profi: „Ist es unterdurchschnittlich sonnenscheinreich, dann wird der Herbst hier sogar in drei von vier Fällen ähnlich.“ Das bedeutet nicht, dass es keine Sonne im Herbst geben wird, aber eben nur in normalem oder unterdurchschnittlichem Maß, erläutert Riemann weiter.
So wird das Wetter an Christi Himmelfahrt 2025
„Himmelfahrt wird in diesem Jahr eher durchwachsen“, verrät der Experte. „Wechselhaftes Schauerwetter fasst es ganz gut zusammen.“ Die Temperaturen werden deutschlandweit bei etwa 10 bis 15 Grad liegen, ergänzt Riemann. Am schönsten wird es noch in Teilen von Bayern. Zwischen der Donau und dem Fichtelgebirge. Grundsätzlich wird es aber überall nur zu kurzen Schauern kommen, erklärt der Profi: „Es regnet sich nicht ein.“ Wer also an Christi Himmelfahrt vorhat, draußen zu sein, sollte eine Regenjacke parat haben.