16. Juni 2026, 14:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wasser ist für Pflanzen lebenswichtig – doch nicht nur die Menge entscheidet über gesundes Wachstum. Auch Zeitpunkt, Häufigkeit und die Art der Bewässerung spielen eine wichtige Rolle. Wer richtig gießt, spart Wasser, stärkt die Wurzeln und hilft Pflanzen, Trockenperioden besser zu überstehen. myHOMEBOOK erklärt, was beim Gießen im Garten wichtig ist, damit alle Pflanzen ausreichend Wasser bekommen.
Wie viel Wasser brauchen Pflanzen wirklich?
Viele Hobbygärtner unterschätzen, wie unterschiedlich der Wasserbedarf verschiedener Pflanzen sein kann. Während frisch gepflanzte Stauden, Gemüse oder Kübelpflanzen regelmäßig Wasser benötigen, kommen eingewachsene Sträucher und Bäume oft mit deutlich weniger Bewässerung aus.
Grundsätzlich gilt: Lieber seltener, dafür durchdringend gießen als jeden Tag nur kleine Mengen Wasser verteilen. Häufiges oberflächliches Gießen führt dazu, dass Pflanzen ihre Wurzeln vor allem in den oberen Bodenschichten ausbilden. Dort trocknet die Erde jedoch besonders schnell aus. Eine tiefgründige Bewässerung fördert dagegen ein tieferes Wurzelwachstum und macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Trockenheit.
Mit einem einfachen Trick die Wassermenge bestimmen
Wer mit dem Gartenschlauch gießt, kann die ausgebrachte Wassermenge oft nur schwer einschätzen. Abhilfe schafft ein einfacher Eimer-Test. Dafür wird ein Eimer mit bekanntem Fassungsvermögen – beispielsweise 10 oder 20 Liter – unter den Schlauch gestellt. Nun misst man die Zeit, die benötigt wird, bis der Eimer gefüllt ist. So lässt sich die Fördermenge des Schlauchs ermitteln und künftig besser abschätzen, wie lange bestimmte Pflanzen bewässert werden müssen.
Da Wasserdruck und Durchflussmenge je nach Anschluss variieren können, ist diese Methode deutlich zuverlässiger als bloßes Schätzen.
Rasen richtig bewässern
Gerade im Sommer benötigt Rasen vergleichsweise viel Wasser. Statt täglich kurz zu sprengen, sollte man den Rasen ein- bis zweimal pro Woche gründlich bewässern, erklärt Dr. Harald Nonn, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft, auf myHOMEBOOK-Nachfrage.
Eine praktische Kontrolle gelingt mit einem geraden Glas oder einer flachen Dose, die während des Sprengens auf dem Rasen platziert wird. Sind darin etwa 15 bis 25 Millimeter Wasser gesammelt, hat der Rasen in der Regel ausreichend Feuchtigkeit erhalten. Das entspricht ungefähr 15 bis 25 Litern Wasser pro Quadratmeter.
Der beste Zeitpunkt zum Gießen
Als ideale Gießzeit gelten die frühen Morgenstunden. Zu diesem Zeitpunkt sind Boden und Luft noch relativ kühl, sodass weniger Wasser verdunstet als während der heißen Mittagsstunden. Außerdem steht den Pflanzen das Wasser bereits zur Verfügung, wenn die Temperaturen im Tagesverlauf steigen. Wer morgens keine Zeit hat, kann auf Bewässerungscomputer oder Zeitschaltuhren zurückgreifen.
Auch das Gießen am Abend ist grundsätzlich möglich. Allerdings bleiben Pflanzen und Boden dann länger feucht, was unter bestimmten Bedingungen Pilzkrankheiten begünstigen kann.
Auch interessant: Was ist ein Tropfschlauch und wie wird er verwendet?
Warum die Mittagshitze ungeeignet ist
Während heißer Mittagsstunden verdunstet ein Teil des Wassers bereits, bevor es überhaupt die Wurzeln erreicht. Dadurch wird die Bewässerung weniger effizient und Pflanzen können trotz Gießens weiterhin unter Trockenstress leiden. Zudem kann kaltes Wasser auf stark aufgeheiztem Boden oder an erhitzten Pflanzgefäßen einen zusätzlichen Temperaturstress verursachen. Wer in den Mittagsstunden gießt, muss daher oft mehr Wasser einsetzen, um denselben Effekt zu erzielen.
Wie viel Trockenheit verträgt mein Rasen?
3 typische Fehler beim Gießen, die den Pflanzen schaden
Regenwasser ist oft die bessere Wahl
Viele Gartenpflanzen profitieren von Regenwasser. Es ist in der Regel weicher als Leitungswasser und enthält weniger Kalk. Besonders kalkempfindliche Pflanzen wie Hortensien, Rhododendren oder Heidelbeeren danken dies mit einem gesünderen Wachstum. Eine Regentonne oder Zisterne hilft zudem dabei, wertvolles Trinkwasser einzusparen und die Gartenbewässerung nachhaltiger zu gestalten.
Wasser länger im Boden halten
Nicht nur die Bewässerung selbst, sondern auch die Bodenpflege beeinflusst den Wasserhaushalt im Garten. Statt den Boden regelmäßig umzugraben, empfiehlt sich ein vorsichtiges Lockern mit Hacke oder Kultivator. Dadurch wird die Bodenstruktur geschont und Wasser kann besser in tiefere Schichten eindringen.
Zusätzlich hilft eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Rindenmaterial dabei, die Verdunstung deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig bleibt der Boden länger locker und feucht.