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Bruthilfe für unsere Vögel

Bringen Sie noch schnell einen Nistkasten an!

Nistkästen helfen, die Population vieler Vögel stabil zu halten
Ein Hausbewohner für lange Zeit: Stare können bis zu 20 Jahre alt werdenFoto: Getty Images

Vögel suchen sich zum Brüten normalerweise kleine Hohlräume in Bäumen oder Felsen. Doch in vielen Regionen und wirtschaftlich betriebenen Wäldern sind Totholz und morsche Bäume Mangelware. Ein Nistkasten im Garten oder am Balkongitter dient vielen Vögeln daher als neuer Unterschlupf. myHOMEBOOK gibt Tipps, wie Sie die Nisthilfe selbst bauen und aufhängen können!

Ein Nistkasten ist ein Hohlraum, der eine kleine Öffnung zum Reinschlüpfen hat. Darin finden Vögel Schutz und brüten ihre Jungen aus. Generell sollte der Kasten so groß sein, dass ein Nest mit zehn Zentimetern Seitenlänge reinpasst. Zudem sollte er mindestens 15 Zentimeter hoch sein. Benutzen Sie nur rohes, unbehandeltes Holz, wenn Sie einen Nistkasten selbst bauen. Wegen der rauen Oberfläche finden Vögel an solchem Holz besseren Halt! Auch im Handel finden sich viele Nistkästen, passend für jede Vogelart.

Die Größe des Schlupflochs entscheidet

Die Größe des Lochs entscheidet, welche Vogelart in den Kasten reinschlüpft. Solche mit einem kleinen Loch heißen auch Meisen-Nistkästen. Sie sind sicher, weil räuberische Katzen oder Elstern nicht durch das Loch passen. Blau- und Tannenmeisen brauchen ein Loch mit nur 28 Millimetern Durchmesser, Kohlmeisen und Kleiber 33 Millimeter.

Nistkästen mit größeren Öffnungen heißen Halbhöhlen-Nistkästen. Sie bieten Vögeln ein besseres Blickfeld und sind leichter zugänglich, dadurch aber auch unsicherer. Solche Nistkästen, in denen sich zum Beispiel Rotkehlchen oder Grauschnäpper wohl fühlen, sollten Sie daher hinter dichten Pflanzen anbringen.

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Der Naturschutzbund (Nabu) empfiehlt zudem, dass sich die Unterkante des Einstiegslochs 17 Zentimeter über dem Kastenboden befindet. So können Katzentatzen nicht an die Brut gelangen. Auch sollte man auf eine Ansitzstange vor dem Loch verzichten, denn diese könnte hungrigen Feinden eine Einstiegshilfe bieten.

Tunnelartige Nistkästen für Höhlenbewohner

Längliche Nistkästen können Sie aus Holzlatten oder Brettern selber zimmern. Vor allem Eulen oder Eichhörnchen, die eigentlich in hohlen Bäumen nisten, fühlen sich darin wohl. Allerdings sollten Sie diese Nisthilfen waagerecht an einen Ast oder Baumstamm hängen. Kleinere, längliche Kästen (50 Zentimeter lang, zehn Zentimeter breit) finden auch unter dem Hausdach Platz. Dort ziehen Schwalben, Stare und Segler gerne ein.

Wie reinige ich einen Nistkasten?

Vorteil Nistkasten mit hochklappbarem Deckel! Sie können die Jungvögel beim Aufwachsen beobachten. Solche Kästen lassen sich auch besser reinigen, sobald die Vögel flügge werden. Es reicht, das alte Nest zu entfernen und gründlich auszukehren. Hartnäckigen Verschmutzungen können Sie mit einer Drahtbürste und Wasser entfernen. Verwenden Sie zum Reinigen keine Chemie!

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) empfiehlt, den Kasten im frühen Herbst zu reinigen. Und zwar bevor sich die Vögel zum Überwintern in den Nistkästen niederlassen. Oder bevor die neue Brutsaison beginnt. Achtung: Vögel, wie zum Beispiel Meisen, brüten mehrmals im Jahr. Entfernen Sie das Nest nicht zwischen den Bruten!

Achtung: Tragen Sie beim Reinigen Handschuhe! Alte Nester und Federn entsorgen Sie am besten sofort, nehmen Sie diese bloß nicht mit in die Wohnung. So verhindern Sie den Befall von Vogelflöhen!

Schwalbennester sind geschützt

Doch es gibt auch Vogelarten, deren Nisthilfen man nicht säubern sollte. „Etwa die Nistkästen der Mauersegler“, erklären die Experten vom LBV. Mauersegler bauen ihr Leben lang nur ein einziges Nest und nutzen dieses immer wieder. Ist es weg, gibt es keine Brut mehr.

Achtung: Schwalbennester sind ganzjährig geschützt! Wer sie entfernt, riskiert ein Bußgeld. Kommen dabei Jungtiere zu Tode, kann dieses recht hoch ausfallen. So verdonnerte das Amtsgericht Plön einen Mann zu 40 Tagessätzen à 30 Euro und zusätzlich 300 Euro Bußgeld. Er hatte die Nester von Schwalben zerstört.

Können Nistkästen auch frei hängen?

Ja, prinzipiell sind frei Hängende oder fest am Baum angebrachte Nistkästen möglich. Verständlicherweise mögen Vögel es aber nicht, wenn die Nisthilfe frei im Wind baumelt. So angebracht, sollten Sie den Kasten gut stabilisieren.

Noch besser ist, Sie bringen den Kasten fest an. Nutzen Sie dazu Draht, den Sie wie eine Manschette um den Baumstamm legen. Um die Rinde zu schonen, sollten Sie den Draht vorher mit weichem Material umwickeln, zum Beispiel ein Stück Gartenschlauch. Um den Baum nicht zu beschädigen, benutzen Sie nur Nägel aus Aluminium!

Wollen Sie mehrere Nistkästen aufhängen, achten Sie auf ausreichenden Abstand von mindestens zehn Metern. So stellen Sie sicher, dass die Vögel ausreichend Nahrung finden.

Singvögel mögen es niedriger

Generell gilt: Der Nistkasten sollte vor Katzen oder Mardern sicher sein. Hängen Sie ihn daher nicht zu tief. Ein Marderschutz gibt zusätzliche Sicherheit. Zudem sollte möglichst kein Regenwasser und Wind eindringen. Am besten hängen Sie die Nisthilfe so auf, dass das Eingangsloch in Richtung Südosten oder Osten zeigt.

Nicht nur die Größe des Schlupflochs ist wichtig, auch die Höhe, in der Sie den Kasten anbringen, entscheidet, wer einzieht. Singvögel mögen es nicht so hoch, hier reichen 1,5 bis 1,8 Meter aus. Alle anderen fühlen sich bei bis zu 3,5 Metern sicher. Für große Vögel sollte die Höhe vier bis sechs Meter betragen.

Achtung: Bringen Sie den Nistkasten auf dem Balkon an, dann bitte nur am Balkon-Gitter! Steigen Sie nicht auf eine Leiter, um die Nisthilfe höher an der Wand oder gar an der Decke anzubringen. Es droht Absturzgefahr!

Wann wurden Nistkästen erfunden?

Ursprünglich wurden Nistkästen Ende des 19. Jahrhunderts zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Denn man erkannte, dass Vögel Insekten fressen und diese richteten in wirtschaftlich betriebenen Waldgebieten viel Schaden an, wie der LBV auf seiner Homepage erklärt.