6. Januar 2026, 10:54 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wenn Pflanzen im Frühjahr nicht mehr austreiben, wird der Winter oft vorschnell als Hauptschuldiger ausgemacht. Tatsächlich sind es jedoch meist mehrere Faktoren, die zusammenwirken. Nicht extreme Minusgrade allein, sondern Pflegefehler, ungünstige Standorte und Witterungseinflüsse führen dazu, dass Pflanzen die kalte Jahreszeit nicht überleben. myHOMEBOOK-Gartenexpertin Franka Kruse-Gering erklärt, warum Pflanzen im Garten den Winter nicht überstehen.
Folgen Sie jetzt myHOMEBOOK bei WhatsApp
1. Frosttrocknis
Frosttrocknis entsteht, wenn Pflanzen im Winter Wasser über Blätter oder Nadeln verdunsten, gleichzeitig aber wegen gefrorener Böden kein Wasser aufnehmen können. Besonders betroffen sind immergrüne Gehölze, die auch in der kalten Jahreszeit aktiv bleiben. Die Schäden zeigen sich meist erst im Frühjahr durch braune Blätter oder abgestorbene Triebe.
Immergrüne Pflanzen sollten vor dem Winter gut gewässert werden. In frostfreien Perioden ist zusätzliches Gießen sinnvoll. Ein windgeschützter Standort sowie eine Mulchschicht auf dem Boden helfen, das Austrocknen zu reduzieren.
Auch interessant: Pflanzen, die im Winter besonders viel Wasser brauchen
2. Starke Temperaturschwankungen
Starke Wechsel zwischen milden Winterphasen und Frost setzen Pflanzen unter Stress. Besonders ausgeprägt sind solche Schwankungen an sonnigen Hauswänden, vor allem in Süd- und Südwestlage. Zwar bieten Hauswände einen wichtigen Schutz vor kalten Winden, gleichzeitig erwärmen sie sich an sonnigen Tagen deutlich und geben die gespeicherte Wärme wieder ab. Dadurch können Pflanzen vorzeitig aus der Winterruhe geweckt werden, bevor erneuter Frost Schäden verursacht.
Hauswände sind grundsätzlich sinnvolle Standorte für empfindliche Pflanzen, sollten im Winter jedoch nicht vollsonnig sein. Leichter Winterschutz wie Vlies oder Reisig hilft, Temperatursprünge abzufedern, ohne den positiven Windschutz zu verlieren.
3. Wintersonne
Die tief stehende Wintersonne kann Pflanzen schädigen, weil sie die Verdunstung über Blätter und Nadeln anregt, während die Wurzeln im gefrorenen Boden kein Wasser aufnehmen können. Besonders gefährdet sind immergrüne Pflanzen an sonnigen Süd- und Südwestlagen, etwa an Hauswänden. Zwar bieten Hauswände Schutz vor Wind, gleichzeitig speichern sie jedoch Wärme und verstärken an sonnigen Wintertagen die Aufheizung der Pflanze. Die dadurch erhöhte Verdunstung kann zu Trockenstress führen.
Ideal sind Standorte, die zwar vor starkem Wind geschützt sind, aber im Winter keine volle Sonne abbekommen. Alternativ schützt eine zeitweise Schattierung der Südseite mit Vlies, Jute oder Schilfmatten vor zu starker Sonneneinstrahlung, ohne den Windschutz vollständig aufzugeben.
Das steckt hinter Frosttrocknis bei Pflanzen
Immergrüne Gartenpflanzen auch im Winter gießen
4. Kahlfrost
Kahlfrost ist ein weiterer Grund, warum Pflanzen im Garten den Winter nicht überstehen. Dabei geht es um Frostperioden ohne schützende Schneedecke. Schnee wirkt normalerweise wie eine isolierende Schicht und schützt Boden und Wurzeln vor extremen Temperaturen. Fehlt diese Schutzschicht, können Wurzeln tief durchfrieren und dauerhaft geschädigt werden.
Eine Mulchschicht aus Laub, Rindenmaterial oder Stroh schützt den Boden vor starkem Durchfrieren. Bei empfindlichen Stauden und Gehölzen kann zusätzlich Reisig als natürlicher Frostschutz eingesetzt werden.
5. Schäden durch falschen Winterschutz
Ungeeigneter Winterschutz kann Pflanzen mehr schaden als nützen. Luftdichte Materialien oder Plastikfolien führen bei Tauwetter zu Feuchtigkeit, Kondenswasser und mangelnder Belüftung. Dies begünstigt Fäulnis, Schimmel und Pilzkrankheiten.
Frostschutz sollte immer luftdurchlässig sein. Naturmaterialien wie Reisig, Jute oder Vlies sind besser geeignet als Folien. Wichtig ist zudem, den Schutz bei milder Witterung regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls zu lockern oder zeitweise zu entfernen.