13. Dezember 2025, 12:17 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wenn im Winter plötzlich Kirschlorbeer, Buchsbaum oder Rhododendron mit braunen Blättern dastehen, wirkt es oft so, als hätten sie einen Frostschaden. Doch die eigentliche Ursache ist häufig eine Frosttrocknis – ein Phänomen, das besonders häufig immergrüne Pflanzen trifft und im Garten jedes Jahr Schäden verursachen kann. Hinter dem Begriff steckt ein komplexes Zusammenspiel aus Sonne, Kälte und Wassermangel und schlechten Bodenbedingungen.
Übersicht
Warum entsteht Frosttrocknis überhaupt?
Frosttrocknis entsteht, wenn Pflanzen mehr Wasser verdunsten, als sie aus dem Boden nachziehen können. Das passiert vorwiegend bei immergrünen Arten, die auch im Winter im gewissen Ausmaß Photosynthese betreiben und dadurch Wasser verlieren.
Die entscheidenden Bedingungen sind:
- Starker Frost: Der Boden ist tief gefroren, Wasser kann in dieser Form von den Wurzeln nicht mehr aufgenommen werden.
- Sonne oder trockener Wind: Die Blätter erwärmen sich leicht, die Pflanzen „atmen“ weiter – und verlieren Wasser.
- Ausgetrockneter Boden nach eisigen, aber sonnigen Tagen: Die Erde kann dann so trocken sein wie nach langen Trockenperioden in heißen Sommern.
Das Ergebnis: Die Pflanze vertrocknet – obwohl je nach Bedingungen genug Wasser im Boden wäre, es aber nicht erreicht werden kann.
Woran lässt sich Frosttrocknis erkennen?
Typische Anzeichen zeigen sich meist ab Februar oder März, manchmal aber auch schon früher:
- braune, eingerollte oder trockene Blätter
- Nadeln oder Blätter wirken „verbrannt“
- Ganze Triebe erscheinen welk, obwohl keine Minusgrade mehr herrschen
- Besonders betroffen: Kirschlorbeer, Bambus, Buchsbaum, Thuja, Eibe, Rhododendron, Lavendel und junge Koniferen
- Für viele wirkt der Schaden wie ein Sonnenbrand – und tatsächlich spielt Wintersonne eine zentrale Rolle.
Diese Pflanzen sind besonders anfällig
Vor allem immergrüne Gewächse, die auch im Winter Wasser über die Blätter verlieren, gehören zu den „Risikogruppen“. Dazu zählen:
- Kirschlorbeer
- Rhododendron
- Buchsbaum
- Thuja und andere Lebensbäume
- Eiben
- Bambus (besonders Fargesia und Phyllostachys)
- Lavendel
- Immergrüne Ziergräser, etwa Pampasgras und Carex
- Junge Nadelgehölze wie Kiefern oder Fichten
- Mahonie und Skimmie
Gerade frisch gepflanzte oder im Herbst umgesetzte Sträucher sind gefährdet, weil ihr Wurzelwerk noch nicht tief reicht.
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Was lässt sich gegen Frosttrocknis tun?
Die gute Nachricht: Mit ein paar Maßnahmen lassen sich Schäden deutlich reduzieren.
- Vor dem Winter gut wässern: Gerade im Herbst, nach längeren Trockenphasen, sollten immergrüne Pflanzen noch einmal gründlich gegossen werden. Vor allem dann, wenn der Herbst eher trocken ausfällt. Das füllt die Wasserspeicher im Boden.
- Winterschutz für empfindliche Arten: Schattennetze, Jutematten oder Reisig schützen vor der Wintersonne und reduzieren die Verdunstung.
- Mulchen: Eine dicke Mulchschicht hält die Feuchtigkeit länger im Boden und verhindert, dass die obere Erdschicht austrocknet. Hier bietet sich zum Beispiel Laub oder auch der letzte Rasenschnitt an. Beide Mulchsorten werden im Laufe der Zeit kompostiert und liefern den Pflanzen so gleichzeitig Nährstoffe.
- Bei frostfreiem Wetter wässern: An milden Wintertagen lohnt es sich, gefährdete Pflanzen zu gießen – besonders bei Sonnenschein, langanhaltender trockener Kälte und Wind.
Können Pflanzen sich erholen?
Oft ja. Viele Sträucher treiben trotz brauner Blätter im Frühjahr wieder aus. Wichtig ist:
- Abgestorbene Triebe erst nach dem Austrieb zurückschneiden
- Betroffene Pflanzen regelmäßig wässern
- Geduldig sein – manchmal erholt sich ein Strauch erst im Sommer sichtbar. Ganz junge Pflanzen oder stark geschwächte Sträucher können allerdings auch vollständig absterben.
So überwintert mein Oleander im Garten
„Jahrelang habe ich den schweren Kübel meines Oleanders im Herbst in den Keller geschleppt und im Frühjahr wieder heraus. Letztes Jahr versuchte ich es: Ich pflanzte den Oleander an einen geschützten Platz im Garten. Und er hat überlebt. Mein Trick gegen Frosttrocknis:
1. Ein Schutzvlies, das zu starke Wintersonne abhält und vor Verdunstung schützt, sowie die Tribespitzen vor Frostschäden.
2. Außerdem gieße ich den Oleander besonders an trockenen Tagen ab und zu. So hat Frosttrocknis keine Chance.“