25. August 2026, 15:39 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Regenwürmer sieht man selten bei der Arbeit, und besonders süß sehen sie auch nicht aus. Vielleicht sind das die Gründe, warum sie zu den völlig unterschätzten Bewohnern im Garten gehören. Dabei sollte jeder Gärtner wissen, was die Würmer unter seinen Füßen leisten.
Die meisten Gärtner nehmen Regenwürmer im Garten kaum wahr. Verwunderlich ist das nicht, denn Regenwürmer arbeiten im Verborgenen und kommen kaum an die Oberfläche. Trotzdem sind sie keine Besucher im Garten, sondern Hausmeister. Die meisten Gärtner ahnen gar nicht, wie viel von dem, was ihre Pflanzen leisten, auf die Arbeit der Regenwürmer zurückzuführen ist.
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Wie Regenwürmer im Garten den Boden verbessern
Der Regenwurm frisst und gräbt in einem: Er zieht Pflanzenreste von der Oberfläche in seine Röhren, wo Mikroorganismen sie vorab zersetzen und der Wurm sie dann verdaut. Was dabei entsteht, übertrifft normale Gartenerde um ein Vielfaches. Im Vergleich enthält Wurmkot bis zu siebenmal mehr Phosphor, elfmal mehr Kali und fünfmal mehr Stickstoff, und das in einer Form, die Pflanzenwurzeln direkt aufnehmen können. Gleichzeitig holt der Regenwurm beim Graben Mineralsalze aus tieferen Bodenschichten nach oben, wo die Feinwurzeln der Pflanzen sie brauchen.
Beim Graben durchzieht der Regenwurm den Boden mit einem dichten Netz aus Röhren. Bei starkem Regen funktioniert dieses Netz ähnlich wie ein unterirdisches Drainagesystem, das Wasser von oben in tiefere Schichten leitet. Gleichzeitig sorgen die Röhren für eine gute Durchlüftung des Bodens. Für Pflanzenwurzeln sind die Gänge gleich doppelt praktisch: Zum einen bieten sie beim Durchwachsen kaum Widerstand und zum anderen sind die Gänge sehr nährstoffreich, weil die Regenwürmer sie mit ihren Ausscheidungen auskleiden. Ein gut von Regenwürmern durchgegrabener Boden speichert Feuchtigkeit und gibt sie in Trockenphasen langsam wieder ab.
Regenwürmer im Garten gezielt fördern
Regenwürmer setzt man nicht einfach wie Jungpflanzen ins Beet. Aber man kann sie einladen. Wer die richtigen Bedingungen schafft, sorgt dafür, dass sie bleiben und sich vermehren.
Temperatur und Nahrung
Regenwürmer sind keine Allwetter-Arbeiter. Ihr Temperaturoptimum liegt zwischen zehn und fünfzehn Grad, also in dem Bereich, der für Frühjahr und Herbst typisch ist. Wird es im Sommer zu heiß und zu trocken, graben sie sich tief in die Erde, ringeln sich zusammen und stellen die Arbeit ein. Wer möchte, dass die Würmer so viele Monate wie möglich aktiv bleiben, muss ihnen die Bedingungen dafür schaffen.
Eine Mulchschicht auf Beeten und unter Sträuchern aus Laub, Rasenschnitt, Häckselgut und Stroh leistet dabei gleich zweierlei: Sie hält den Boden kühler und feuchter als die Luft darüber und liefert den Würmern das Futter direkt vor der Haustür. Wer im Herbst das Laub nicht über die Biotonne entsorgt, sondern auf den Beeten verteilt, deckt den Regenwürmern damit den Tisch. Leergefegte Gärten hingegen, nehmen den Würmern beides: Schutz und Nahrung.
Grabegabel statt Spaten
Wer im Frühjahr mit dem Spaten umgräbt, erwischt dabei fast immer den einen oder anderen Wurm. Entgegen dem hartnäckigen Volksglauben werden dabei aus einem Wurm nicht automatisch zwei Würmer. Der Kopfteil kann zwar überleben und ein neues Hinterteil nachbilden, aber nur dann, wenn der Schnitt an der richtigen Stelle liegt. In der Praxis stirbt das Tier meistens. Wer die Würmer schonen möchte, greift zur Grabegabel. Ihre Zinken lockern den Boden, und die Regenwürmer haben bessere Chancen, die Bodenbearbeitung schadlos zu überstehen.
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Chemie schadet
Mineralische Dünger mit ihrem hohen Salzgehalt greifen die empfindliche Haut der Würmer direkt an. Chemische Pflanzenschutzmittel schädigen sie oft noch nachhaltiger, denn manche Wirkstoffe bleiben jahrelang im Boden aktiv.
Schon gewusst?
Wer im Komposthaufen gräbt, findet meist nicht den gewöhnlichen Regenwurm, sondern seinen kleineren Verwandten: den Kompostwurm, auch Mistwurm genannt. Er ist rot mit gelblichen Ringen und braucht zum Überleben nährstoffreiches, organisches Material. Im normalen Gartenboden fühlt er sich nicht wohl.
