13. Februar 2026, 13:42 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Früher waren Bauernregeln eine Art Wetterkompass für Landwirte – sie halfen, kommende Entwicklungen einzuschätzen und die Arbeit darauf abzustimmen. Doch nicht jede dieser alten Weisheiten bewahrheitet sich.
Eine bekannte Regel lautet: „Hat’s zu Sankt Valentin gefroren, ist das Wetter lang verloren.“ Heißt: Frost rund um den 14. Februar soll nichts Gutes verheißen. Aber ist da wirklich etwas dran? myHOMEBOOK hat bei Diplom-Meteorologe Jörg Riemann von der Wettermanufaktur nachgefragt.
Folgen Sie jetzt myHOMEBOOK bei WhatsApp
Das steckt hinter der Bauernregel zum Valentinstag
Man müsse das nicht an diesem genauen Tag festmachen, aber die Regel stimme grob, erklärt Riemann. Stattdessen könnte man die Regel auf den gesamten Februar ausdehnen. Also: „Gibt es im Februar zu viel Frost, so zeigt sich, dass der März mit 70- und der April sogar mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls zu kalt ausfallen.“
Trifft die Bauernregel zu?
Ja, diese Bauernregel trifft zu. „Wenn der Februar überdurchschnittlich viel Frost hat – und das hat er dieses Jahr –, dann sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der März und der April ebenfalls zu kalt. Zumindest mit einer gewissen Anzahl von Frostnächten.“ Auch umgedreht stimmt diese Bauernregel, erklärt Riemann: „Ist er zu warm, dann ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in zwei von drei Fällen der März und April auch zu warm.“
In diesem Jahr können wir damit rechnen, dass wir einen „Märzwinter“ bekommen, erklärt Riemann. Das bedeutet, dass sich das Februarwetter noch bis in den März hineinziehen wird.
Die Wettermodelle schwanken aktuell, der Experte vermutet aber vorsichtig, dass es dann auch schön wird. „Der Winter wird vermutlich in diesem Jahr nicht schleichend aufhören, sondern relativ kurzfristig.“ Auch die Gefahr von Spätfrösten schätzt Riemann geringer ein als im vergangenen Jahr.
Auch interessant: Ist der Februar trocken und kalt, kommt im März …
Einem freundlichen März folgt ein …
Je nasser der Februar, desto nasser …
Das sind die kommenden Wetteraussichten
Momentan erleben wir ein Wechselspiel, erklärt Riemann. „Wir haben überall kalte und milde Phasen. Und eine nachhaltige Wetterberuhigung durch Hochdruckeinfluss ist vorerst nicht in Sicht.“ Laut dem Experten müssen wir in den kommenden drei Wochen immer mal wieder mit wiederkehrenden Rückschlägen rechnen.
Was die Bauernregel zum Valentinstag für den Garten bedeutet
Da es in den kommenden Wochen immer mal wieder zu Kälteeinbrüchen kommen kann und auch der Boden örtlich noch gefroren ist, dürfen Gartenbesitzer noch etwas die Füße hochlegen. Die Zeit kann für Anbaupläne genutzt werden oder um Gartengeräte zu kontrollieren und zu reparieren.
„Hat der Valentin viel Regenwasser, wird der Frühling noch viel nasser“
„Hinter dieser etwas abgewandelten Bauernregel steckt ebenfalls die Wahrheit. Wenn es im Februar zu nass ist, dann haben wir in 60 Prozent der Fälle auch ein zu nasses Frühjahr – und auch der Sommer könnte zu nass werden.“