3. März 2026, 6:06 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Mit einer Terrasse wird der Garten noch schöner. Der zusätzliche Außenwohnbereich bereitet nicht nur im Sommer Freude: als Rückzugsort, Partyzone oder Essplatz im Freien. Mit etwas handwerklichem Geschick und guter Planung lässt sich der Traum von der Terrasse auch in Eigenregie erfüllen. myHOMEBOOK-Autor Stephan Lamprecht erklärt, worauf es dabei ankommt.
Wer eine Terrasse bauen will, steht erst einmal vor der Entscheidung, welchen Belag er nutzen möchte. Dessen Wahl beeinflusst Optik, Haltbarkeit und Pflegeaufwand maßgeblich.
Übersicht
Welcher Belag soll es sein?
- Echtholz hat eine warme, natürliche Optik und bietet ein angenehmes Laufgefühl. Wenn die Bohlen feucht sind, besteht allerdings Rutschgefahr. Gut eignen sich Lärche und Douglasie als heimische Alternativen. Tropische Hölzer wie Bangkirai, Cumaru oder Garapa sind ebenfalls beliebt und zeigen sich robust und langlebig. Holzterrassen benötigen jedoch regelmäßige Pflege und eine stabile Unterkonstruktion.
- Steinplatten sind pflegeleicht, robust und äußerst langlebig. Zur Wahl stehen Naturstein oder Betonplatten. Die sind in vielen Farben und Formen erhältlich und günstig. Natursteine bieten eine sehr individuelle Optik, sind aber auch teurer.
- WPC-Dielen kombinieren die Vorteile von Holz und Kunststoff. WPC-Terrassendielen sind so haltbar wie Hartholz und dabei so pflegeleicht wie Kunststoff. Das Material ist besonders witterungsbeständig und benötigt kaum Pflege. Preislich liegen sie höher als heimische Naturhölzer.
Ist der Terrassenbau auch für Heimwerker machbar?
Der Terrassenbau erfordert keine speziellen Fachkenntnisse wie Elektro- oder Sanitärarbeiten. Handwerkliches Geschick sollte aber vorhanden sein. Denkbar sind auch „hybride“ Lösungen: Der Heimwerker kümmert sich um die Vorbereitung des Untergrunds und überlässt den eigentlichen Aufbau dann einem Profi.
Professionelle Hilfe sollte man auch in Anspruch nehmen, wenn die Terrasse erhöht gebaut werden muss (etwa bei Hanglagen). Hier gibt es dann besondere Anforderungen an die Tragfähigkeit. Bei einer Terrasse, die 50 Zentimeter über dem sonstigen Bodenniveau liegt, ist möglicherweise eine Baugenehmigung einzuholen, weil diese dann als freitragende Konstruktion gelten kann.
Planung der Terrasse
Vor den Bauarbeiten steht die Planung. Die beginnt bereits mit der Wahl des Standorts. Eine Ausrichtung nach Süden beschert kräftige Mittagssonne. Liegt die Terrasse nach Westen, lässt sich die Abendsonne darauf genießen, während Ostrichtung ein Frühstück in der Morgensonne erlaubt.
Soll eine Holzterrasse gebaut und direkt mit einer Tür am Haus abgeschlossen werden, muss zunächst einmal die Aufbauhöhe errechnet werden. Die Gesamtkonstruktion besteht aus mehreren Schichten: den begehbaren Dielen, der Unterkonstruktion aus Balken und Steinplatten oder anderen Auflegepunkten, um die Unterkonstruktion vom Erdreich zu trennen. Diese Höhen müssen addiert werden. So ergibt sich dann eine wichtige Größe für den Erdaushub.
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Ob Holz oder Stein: Den Untergrund vorbereiten
Niederschlagswasser muss auf der Terrasse ablaufen können. Dazu ist ein Gefälle nötig, das von der Hausseite wegführt. Michael Pommer, Trainer bei der DIY-Academy in Köln, empfiehlt auf myHOMEBOOK-Anfrage eine Steigung von zwei Prozent weg vom Haus, „damit das Wasser abfließen kann“. Das bedeutet, dass die Fläche auf einen Meter zwei Zentimeter abfällt. Der Profi, der auch Heimwerkerkurse zum Terrassenbau leitet, verrät noch einen weiteren Tipp: „Besser nicht auf Sand legen, sondern auf Split.“ Damit lassen sich Ameisenbefall und Kräuterwildwuchs besser eindämmen.
Erde ausheben und Grasnarbe entfernen
Zunächst steckt man den eigentlichen Terrassenbereich ab. Dieser Bereich ist dann etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter tief auszuheben („auskoffern“ nennen das die Profis). Die exakte Höhe ergibt sich aus den verschiedenen Materialien der Gesamtkonstruktion. War der gewählte Standort vorher mit Gras bewachsen, ist die Grasnarbe sorgfältig zu entfernen.
Ist das geschehen, wird der Untergrund glatt geharkt. Jetzt kommt erstmals die Rüttelplatte (lässt sich in Baumärkten leihen) zum Einsatz. Den Untergrund sollte man dabei verdichten. Unbedingt zwischendurch nachmessen, ob das Gefälle immer noch vorhanden ist.
Tragschicht aufbringen
Im Anschluss kommt die sogenannte Tragschicht an die Reihe. Sie sollte insgesamt um die 20 Zentimeter stark sein. Als Material kommt Schotter in einer Korngröße bis 45 Millimeter zum Einsatz. Dabei bitte nicht die Gesamtmenge verteilen, sondern in mehreren Schichten arbeiten. Jede davon wird mit der Rüttelplatte verdichtet. Wichtig ist auch hier, das Gefälle zu beachten.
Ausgleichschicht aufbringen
Auf die Tragschicht folgt die Ausgleichschicht. Wie der Name bereits verrät, ist diese notwendig, damit die Fläche gleichmäßig wird. Der Schotter der Tragschicht sorgt für die Stabilität, damit die Konstruktion auch bei aufgeweichtem Boden nicht absinkt. Die Ausgleichschicht verschließt Vertiefungen und füllt Unebenheiten, die sich aus dem groben Schotter ergeben.
Für die Ausgleichschicht kommt Split zum Einsatz, der etwa vier Zentimeter stark verteilt wird. Mit einem Brett wird die Schicht gleichmäßig abgezogen. Im letzten Schritt sollte man noch einmal das Gefälle kontrollieren.
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Jetzt geht es an den Belag
Damit sind die Vorarbeiten abgeschlossen. Die weiteren Arbeitsschritte unterscheiden sich nach dem gewählten Belag.
Steinterrasse verlegen
Bei einer Steinterrasse kann man den Belag direkt auf die Ausgleichsschicht legen. Fugenkreuze helfen bei der Ausrichtung der Platten. Für den Außenbereich dürfen die Fugen gern zwischen drei und fünf Millimetern breit sein.
Liegt der Belag, wird Sand oder Fugensplit auf der Fläche aufgebracht und mit einem Besen in die Fugen gekehrt. Mit einem Gummihammer wird jede Platte dann noch einmal mit dem Untergrund zu verfestigen. Von der Mitte der Platte mit dem Hammer zu den Rändern vorarbeiten.
Schließlich kommt der letzte Schritt, das sogenannte Einschlämmen. Dabei wird mit Wasser aus dem Schlauch (oder der Gießkanne) das Fugenmaterial befeuchtet. Die Wassermenge darf natürlich nicht so groß sein, dass das Material wieder ausgespült wird. Mit dem Besen wird zusätzlicher Sand eingekehrt.
Holzterrasse verlegen
Damit später kein Unkraut durch die Bodendielen aufblitzt, ist es ratsam, die Ausgleichschicht mit einem Unkrautvlies zu belegen. Die einzelnen Bahnen sollten sich an den Übergängen leicht überlappen. Zehn Zentimeter dürften hier genügen.
Um unter Berücksichtigung des Gesamtgefälles eine ebene Fläche zu schaffen, sind Auflagepunkte für die Unterkonstruktion nötig. Das können Gehwegplatten oder Randsteine sein. Diese lassen sich mit einem Gummihammer leicht in die Ausgleichsfläche klopfen. Die Anleitung oder Produktbeschreibung des gewählten Holzbelags sollte Anhaltspunkte liefern, wie der Abstand der Auflagepunkte zu wählen ist.
Um den Übergang von Nässe auf das Holz zu vermeiden, gibt es Auflagepads aus Gummi. Die Balken der Unterkonstruktion sollten mittig auf den Steinplatten aufliegen. Jetzt wird gebohrt. Ein Bohrloch durch den Balken und darunter eines in die Steinplatte. Die Balken werden dann mit Nageldübeln mit der Platte verbunden.
Ist die Unterkonstruktion fertig, kann es an das Verlegen der Dielen gehen. Hier sollte man unbedingt Rat im Baumarkt einholen und die Anleitung genau lesen. Achtung: Haben die Dielen ein Profil, muss man sie unbedingt in einem rechten Winkel zur Hauswand verlegen, damit das Niederschlagswasser auch gut abfließen kann. Schließt die Terrasse direkt mit der Hauswand ab, muss in Höhe der Tür eine Abwasserrinne mit verlegt werden, damit Wasser nicht direkt ins Haus fließt.
Beratung im Baumarkt kann sich lohnen
„Alle Arbeiten rund um die Terrasse erfordern nur etwas Geschick, sind aber anstrengend. Wer bisher gar keine Erfahrung gesammelt hat, sollte sich im Baumarkt ausführlich beraten lassen. Das betrifft insbesondere den direkten Anschluss an Hauswände, damit es später nicht zu Feuchtigkeitsschäden kommt.“