7. Dezember 2025, 12:58 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wenn es draußen friert und das Nahrungsangebot knapp wird, sind viele Gartenvögel auf zusätzliche Futterquellen angewiesen. Doch wer helfen will, sollte wissen: Nicht alles, was gut gemeint ist, ist auch gut gemacht. Vor allem bei der Wahl des Futters und der Sauberkeit der Futterstellen lauern häufige Fehler – mit teils gravierenden Folgen für die Tiere.
Vögel im Winter nicht mit Brotkrumen füttern
Die Wahl des Futters beeinflusst, welche Vogelarten sich im Garten einfinden. Körnerfresser wie Finken und Sperlinge bevorzugen Sonnenblumenkerne oder Hirse. Dagegen setzen Amseln oder Rotkehlchen auf tierisches Eiweiß – was im Winter jedoch Mangelware ist. Für sie eignen sich Rosinen, Haferflocken oder spezielles Weichfutter.
Energiehaltiges Fettfutter ist bei vielen Arten beliebt und unterstützt ihren Energiebedarf in der kalten Jahreszeit. Doch Vorsicht bei gut gemeinten Resten aus der Küche: „Viele Menschen füttern leider gern mit Brotkrumen – das sollte man allerdings unterlassen, da diese für Vögel gesundheitsschädlich sein können“, warnt Martin Singheiser vom Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz (BNA).
Saubere Futterstellen zum Schutz vor Krankheiten
Meisen, Rotkehlchen, Amseln oder Finken bleiben auch im Winter in heimischen Gärten aktiv. Mit einer gut gepflegten Futterstelle kann man ihnen durch die kalte Jahreszeit helfen – allerdings nur, wenn dabei auf Hygiene geachtet wird. „Futterstellen können schnell verschmutzen und zum Hotspot für Krankheitserreger werden, je mehr Vögel sie annehmen“, warnt Singheiser.
Daher sollte der Futterplatz regelmäßig – idealerweise täglich, mindestens aber einmal pro Woche – mit heißem Wasser gereinigt werden. Altes oder verschmutztes Futter ist dabei immer zu entfernen. Ein kleines Dach schützt das Futter zusätzlich vor Feuchtigkeit und verhindert die Bildung von Schimmel oder Bakterien.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) rät außerdem dazu, beim Reinigen Handschuhe zu tragen und benutzte Lappen, Schwämme oder Bürsten von anderen Haushaltsutensilien strikt zu trennen. Am besten lagert man diese Reinigungsmaterialien draußen.
Achtung! Meisenknödel können gefährlich für Vögel sein
Mögliche Gründe, warum Vögel ein Futterhaus nicht annehmen
Achtung bei Meisenknödeln
Viele Garten- und Balkonbesitzer kaufen im Winter auch Meisenknödel, um die Vögel zu unterstützen. Allerdings lauert auch hier ein gewisses Risiko. Silvia Teich vom NABU warnt auf myHOMEBOOK-Anfrage davor, „genetzte Meisenknödel als Futter anzubieten“. Denn die Vögel können sich mit Krallen oder Schnäbeln in den Maschen verheddern – und sich schlimmstenfalls verletzen.
„Zudem bleiben die leeren Netze häufig in Bäumen, Büschen oder am Boden zurück, wo sie von der Witterung langsam brüchig werden“, ergänzt die NABU-Sprecherin. Sie empfiehlt, die Knödel aus den Netzen zu nehmen und in einem Metallspender anzubieten. Alternativ kann man Meisenknödel auch aus wenigen Zutaten selbst herstellen:
Futterneid gezielt vorbeugen
Nicht selten beanspruchen größere Vögel wie Krähen, Elstern oder Tauben die Futterstelle für sich – kleinere Arten wie Meisen oder Rotkehlchen gehen dann leer aus. Singheiser empfiehlt deshalb Futtersilos mit kleinen Öffnungen, die gezielt nur kleineren Vogelarten den Zugang ermöglichen. Außerdem hilft es, mehrere Futterplätze im Garten zu verteilen – so entstehen Rückzugsmöglichkeiten, wenn ein Platz überfüllt ist.
Mit Material der dpa