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Vorsicht, Vogelgrippe! Was man bei einem toten Vogel im Garten tun sollte

Toter Vogel
Einen toten Vogel sollte man auf keinen Fall anfassen Foto: GettyImages/beekeepx
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Felix Mildner
Redaktionsleiter

24. Oktober 2025, 12:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Entweder beim Spaziergang im Grünen oder auch im eigenen Garten kann es passieren: Plötzlich liegt da ein toter Vogel auf dem Boden. In Zeiten von Vogelgrippe-Ausbrüchen ein beunruhigender Fund. Aber was genau ist nun zu tun? Zwei Experten geben konkrete Hinweise, wie man sich richtig verhält – und was man auf keinen Fall tun sollte.

Unbedingt Abstand halten

In Regionen mit nachgewiesener Vogelgrippe gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. „Von toten Vögeln Abstand halten“, rät Martin Rümmler, Vogelschutzreferent beim Naturschutzbund (NABU). Zwar müsse man nicht panisch reagieren, aber „man sollte das Tier natürlich nicht anfassen. Und wer mit dem Hund unterwegs ist, sollte verhindern, dass er den Kadaver ins Maul nimmt.“ Denn auch wenn Vogelgrippe-Viren nicht leicht auf Menschen übertragbar sind, besteht laut Robert-Koch-Institut ein mögliches Risiko – hauptsächlich bei engem Kontakt mit toten oder kranken Tieren, ihren Ausscheidungen oder Produkten.

Fund melden und nicht selbst anfassen

Wer einen toten Vogel entdeckt, sollte diesen grundsätzlich dem zuständigen Veterinäramt melden. „Was man auf jeden Fall nicht machen sollte: das Tier auf eigene Faust einsammeln und entsorgen“, betont Rümmler. Das kann sogar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Prof. Klaus Hackländer, Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung und Professor für Wildtierbiologie an der BOKU University Wien, erklärt: „Wenn es zum Beispiel eine Ente ist, die im Jagdrecht steht, ist das theoretisch Wilderei.“

„Die für den Kreis zuständigen Veterinärämter sollten die erste Adresse sein“, erklärt Rümmler. „Sind diese überlastet oder nicht erreichbar, kann man sich auch an das Ordnungsamt, die Naturschutzbehörde oder notfalls an die Feuerwehr wenden.“ Auch wenn aus der Ferne Vögel am Boden liegen, gilt Zurückhaltung. „Vielleicht liegen dort auch Tiere, die noch gar nicht verstorben sind, aber nicht mehr fliegen können – und dann durch Menschen enormen Stress vor ihrem Tod erfahren“, warnt Hackländer.

Rümmler ergänzt: „Findet man aktuell kranke oder tote Wasser-, See-, Greifvögel, Falken oder Eulen, sollte man die zuständigen Behörden benachrichtigen. Keinesfalls die Tiere berühren oder transportieren und Haustiere fernhalten, um eine Übertragung und Verschleppung der Viren zu vermeiden.“

Dazu passend (via PETBOOK, gehört wie myHOMEBOOK zu Axel Springer):
Vogelgrippe ist auch für Katzen tödlich! Das sind die Symptome

Hygiene nicht vergessen

Nach dem Kontakt mit einem toten Vogel – oder auch, wenn man nur in der Nähe durch Matsch gelaufen ist – ist Hygiene wichtig. „Das Virus wird ja über Körperflüssigkeiten übertragen. Und es kann natürlich sein, dass das Tier vor seinem Tod dort langgelaufen ist und vielleicht hingekotet hat“, erläutert Rümmler. Daher empfiehlt er, im Anschluss Hände, Kleidung und Schuhe gründlich zu reinigen.

Tote Vögel im Garten – was tun?

Liegt der Kadaver eines Vogels im heimischen Garten, ist das nicht automatisch ein Fall von Vogelgrippe. „Erst einmal ist das kein Grund zur Panik“, beruhigt Vogelschutzreferent Rümmler auf myHOMEBOOK-Anfrage. „Kranke, verendende oder tote Vögel im Garten sind in den meisten Fällen Singvögel, die durch diverse Ursachen zu Tode kommen – nur nicht durch Vogelgrippe.“

Singvögel sind laut Rümmler nach aktuellem Wissensstand nicht oder zumindest kaum von der Vogelgrippe betroffen. „Im Garten ist die Wahrscheinlichkeit bisher verschwindend gering, einen mit Vogelgrippe infizierten Vogel anzufinden.“ Andere Todesursachen wie Kollisionen mit Glasscheiben, Angriffe durch Katzen oder Infektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten sind wahrscheinlicher. Trotzdem gilt: Niemals mit bloßen Händen anfassen!

Wohin mit dem toten Tier?

Hackländer empfiehlt: „Das kann man wie bei den Säckchen für Hundekot machen – also einfach eine Plastiktüte nehmen und sie über den Vogel stülpen, ohne ihn direkt zu berühren.“ Anschließend sollte der Beutel verschlossen und ebenfalls das Veterinäramt informiert werden. „Das ist wichtig für eine lückenlose Erhebung“, so Hackländer.

„Wenn tote Gartenvögel gefunden werden, können diese im Hausmüll entsorgt werden“, erklärt Rümmler. „Dabei immer grundlegende Hygienemaßnahmen treffen – Handschuhe tragen und gründlich Hände waschen.“ Handelt es sich jedoch um größere oder besonders anfällige Vogelarten wie Wasser- oder Greifvögel, sollte man das Tier liegen lassen und das Veterinäramt informieren.

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Vogelfütterung mit Vorsicht

Gerade in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr durch die Vogelgrippe spielt Hygiene an Futterstellen eine entscheidende Rolle. Denn dort können sich Erreger besonders schnell verbreiten. Die wichtigsten Maßnahmen laut Hackländer:

  • Futter darf nicht durch Kot verunreinigt werden.
  • Offene Futterhäuschen mit Bodenfläche sind ungeeignet.
  • Silo-Futterspender mit Sichtfenster und kleinem Futterauslass sind hygienischer, weil die Vögel das Futter nur durch einen Schlitz erreichen.
  • Meisenknödel zum Aufhängen sind ebenfalls eine saubere Alternative.
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Bei Wasservögeln raten Fachleute generell vom Füttern ab – bei Vogelgrippe erst recht. „Überall, wo es zur Ansammlung von Vögeln kommt, steigt die Gefahr der Ansteckung – und die passiert bei der Vogelgrippe schnell“, warnt Rümmler. Besser sei es, ganz darauf zu verzichten.

Meldeplattformen nutzen

Ein zusätzlicher Beitrag zum Vogelschutz kann über Portale wie ornitho.de erfolgen. Martin Rümmler empfiehlt: „Dort, wo man normalerweise Sichtungen von lebenden Vögeln meldet, kann man auch tote, kranke oder verletzte Vögel melden. Das hilft zusätzlich für einen besseren Überblick über die bundesweite Ausbreitung.“

Wer in einer Nachbarschaft mit Hühnern, Enten oder anderem Geflügel lebt, sollte Geflügelhalter im Umfeld informieren, wenn auffällig viele tote Wildvögel auftauchen. „So können sie frühzeitig Schutzmaßnahmen treffen“, rät Rümmler.

Mit Material der dpa

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