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Älteste Methode der Welt

Wie funktioniert eigentlich das Grillen im Erdloch?

Ein Erdofen ist die älteste Methode Essen zu garen. Dieser Trend wird auch bei uns immer beliebter.
Ein Erdofen ist die älteste Methode, Essen zu garen. Dieser Trend wird auch bei uns immer beliebterFoto: picture-alliance / DUMONT Bildarchiv | Fred Krüger

Grillen, Feuerplatte, Smoken, Dutch Oven – was es nicht alles gibt, um sein Essen auf spektakuläre Weise zuzubereiten. Beim „Outdoor-Cooking“ jagt ein Trend den Nächsten. Ganz abgefahren wird es, wenn das Fleisch unter der Erde gegart wird, und zwar in einem Erdloch.

Grillen kann jeder. Wer seinen Gästen aber mal etwas ganz Außergewöhnliches bieten möchte, kann das Grillgut auch in einem Erdloch zubereiten. Einfach ein Loch graben, Feuer anzünden, Fleisch hineinlegen und warten? So einfach ist es dann doch nicht. myHOMEBOOK verrät, was Sie beachten sollten.

Grillen im Erdloch – was steckt dahinter?

Ein Erdgrill – oder auch Erdofen – ist eigentlich nichts anderes als ein Ofen mit Ober- und Unterhitze. Allerdings findet alles unterhalb der Erde statt. Einerseits handelte es sich dabei vielleicht um das ultimative Abenteuer für Kochfans und Outdoor-Freunde. Andererseits geht es bei der Methode um die älteste Art und Weise, sein Essen zu garen. Die Spuren eines Erdofens reichen bis ins Jahr 29.000 vor Christus zurück. In anderen Ländern wird diese Technik immer noch praktiziert. Wer es selbst ausprobieren möchte, unternimmt somit eine Reise zu den Anfängen der menschlichen Essenszubereitung.

Das Prinzip des Erdgrills

Das Prinzip ist recht einfach. Man hat ein Loch, dieses wird mit Steinen ausgelegt, die besonders gut Wärme speichern. Auf diesen Steinen wird ein Feuer entfacht und in Ruhe niedergebrannt. Die Steine haben nun die Wärme gespeichert. Eine dicke Schicht Grünzeug, etwa Wiesenschnitt, kommt auf die Steine. Es schützt die Lebensmittel vor direkter Hitze und spendet Feuchtigkeit. Auf die Schicht Wiesenschnitt kommen eingewickelte Lebensmittel. Jetzt ist wieder eine dicke Schicht Blätter oder Grünschnitt dran. Zu guter Letzt gibt man noch einmal Erde obendrauf, um das Loch zu verschließen.

Was kann ich in einem Erdofen zubereiten?

Beim Grillen im Erdloch sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt, vorausgesetzt es handelt sich um Fleisch oder Gemüse. Am ehesten eignet sich Fleisch, welches sich auch gut schmoren lässt. Vom Rind wäre das unter anderem der Rinderbraten oder Teile der Keule. Beim Schwein bietet sich besonders der Nacken an oder Teile der Ober- und Unterschale. Lamm und Wild sind nicht außen vor, auch da eignen sich die Keulen hervorragend. Geflügel kann man sogar vollständig im Erdloch garen.

Selbstverständlich werden auch Vegetarier satt, denn auch Gemüse kann man wunderbar im Erdofen garen. Neben Kartoffeln kann man unter anderem auch Sellerie, Kürbis und Möhren zubereiten.

Wie komme ich an einen Erdgrill?

Nichts geht über Selbermachen. Recht viel mehr als ein Spaten ist dabei nicht notwendig.

Was braucht man, um ein Erdloch zu graben?  

  1. Zunächst braucht man einen Spaten.
  2. Wichtig sind zudem Handschuhe. Nach der Garzeit ist das Essen innerhalb des Lochs sehr heiß.
  3. Je nach Größe des Lochs könnte eine Schubkarre erforderlich werden, um die Erde abzutransportieren.
  4. Einige große Granitsteine sollte man parat haben.
  5. Es braucht ca. 25 bis 30 Kilo Feuerholz.
  6. Wiesenschnitt oder Bananenblätter werden benötigt – lieber zu viel als zu wenig.

Was braucht man für das Grillen im Erdloch?

  1. Ganz wichtig: Man braucht Fleisch, das sich zum Schmoren eignet.
  2. Gewürze oder leckere Gewürzmischungen sind nicht zu verachten.
  3. Zum Einwickeln der Lebensmittel, um sie vor Erde zu schützen, benötigt man große Blätter. Das Können Bananenblätter sein, Zucchiniblätter oder zur Not auch Alufolie.

Auch interessant: Darf man eigentlich auf dem Balkon grillen? 

Das Erdloch graben

  • Jetzt geht es ans Eingemachte – also ans Graben. Das Loch sollte auf jeden Fall groß genug sein, damit Fleisch und Gemüse bequem darin Platz finden. Als Orientierung: Experten schlagen mindestens einen halben Meter in Breite, Länge und Tiefe vor.
  • Danach kommen die Steine ins Spiel. Flächendeckend muss man die Granitsteine auf dem Boden auslegen. Flache Steine lassen sich besser anordnen als Runde.
  • Anschließend wird ein Feuer in dem Loch entfacht. Es darf gern etwas größer sein und mindestens eine Stunde richtig brennen. Die Steine müssen lange genug die Möglichkeit haben, die hohen Temperaturen anzunehmen.    
  • Während das Feuer lodert, werden die Lebensmittel eingepackt. Dabei sollte man sehr gründlich sein, sonst hat man später Erde im Essen. Nutzen Sie dafür große, ungiftige und wohlschmeckende Blätter, beispielsweise von der Banane, Zucchini oder Huflattich. Wer keine Blätter zur Hand hat, kann auch Alufolie verwenden.

Dazu passend: Den richtigen Spaten für den Garten finden

Das Grillen im Erdloch


Wenn im Erdloch alles abgebrannt ist, kann man nun endlich mit dem Grillen beginnen.

  • Dazu müssen die Reste vom Holz erst einmal herausgeholt werden, am besten mit Schaufel oder Spaten.
  • Das Loch wird danach befüllt. Erst gibt man, damit das Essen nicht verbrennt, eine Schicht grüne Zweige, Blätter oder Wiesenschnitt auf die heißen Steine. Als Nächstes darf sowohl Fleisch als auch Gemüse in das Loch.
  • Eine letzte Schicht Grünschnitt rundet das Ganze ab. Bevor das Loch mit Erde zugeschüttet wird, kann gern ein feuchtes Handtuch hineingelegt werden, es erleichtert später das Entfernen der Erde.
  • Jetzt muss man sich in Geduld üben. Je nachdem, was vergraben wurde, kann es drei bis sechs Stunden dauern, bis alles gar ist.  
  • Nach dieser Zeit wird vorsichtig die Erde abgehoben und Stück für Stück die gegarten Päckchen entnommen. Hier sollte unbedingt an Handschuhe gedacht werden. Wenn alles gut gelaufen ist, kann jetzt das Festmahl beginnen.

Tipp: Das Gemüse lieber weiter oben im Loch vergraben, da ist es nicht ganz so heiß wie unten.

Wie lange muss das Grillgut im Erdloch garen?

Jedes Grillgut hat eine andere Garzeit. Sollten Sie ein ganzes Huhn, einen Braten oder Keulen zubereiten wollen, planen Sie mindestens fünf Stunden Garzeit ein. Fisch hingegen geht um einiges schneller, dieser benötigt nur etwa 40 Minuten. Bei Gemüse hängt es von der jeweiligen Art und Größe ab.

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