30. April 2026, 15:40 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Eisbildung im Gefrierfach ist für viele Haushalte ein leidiges Thema. Das regelmäßige Abtauen kostet Zeit. Zudem beeinträchtigt eine dicke Eisschicht die Effizienz des Geräts. Im Internet kursiert daher ein ungewöhnlicher Trick: Alufolie in den Gefrierschrank legen. Dadurch soll das Vereisen weniger stark ausfallen. Aber funktioniert das wirklich?
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Warum überhaupt Eis im Gefrierfach entsteht
Um den Nutzen des Folientricks zu bewerten, lohnt sich zunächst ein Blick darauf, wie die Eisbildung im Gefrierfach zustande kommt. Eis bildet sich, wenn feuchte Luft ins Gefrierfach gelangt und dort kondensiert. Besonders beim Einlegen oder Herausnehmen von Lebensmitteln gelangt oft warme, feuchte Luft in das Gefrierfach. Dort kondensiert die Feuchtigkeit in der warmen Luft, sobald sie auf die kalten Flächen im Inneren des Fachs trifft.
Das kondensierte Wasser gefriert sofort zu Eis. Mit jeder weiteren Öffnung der Tür oder jedem feuchten Lebensmittel, das hineingelegt wird, gelangt mehr Wasser in den Innenraum, wodurch sie die Eisschicht schrittweise aufbaut. Ein stark vereistes Gefrierfach verschlechtert die Isolierung und erschwert das effiziente Kühlen – das Gerät muss mehr arbeiten, um die gewünschte Temperatur zu halten.
Alufolie im Gefrierschrank – so geht man vor
Die Alufolie legt man im Gefrierfach auf die Einlegeböden. Dabei sollte man darauf achten, dass die Folie auf die Fläche richtig zugeschnitten ist und diese möglichst lückenlos bedeckt. Auch an den Innenflächen des Fachs kann man sie mit geeignetem Klebeband anbringen. Dabei sollte man aber darauf achten, dass sie nicht mit wichtigen Kühlrippen, Sensoren oder elektrischen Bauteilen im Inneren des Gefrierfachs in Berührung kommt.
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So soll der Alufolien-Trick wirken
Die Idee ist recht simpel: Man legt Alufolie auf die Einlegeböden des Gefrierschranks oder klebt sie an dessen Innenflächen. Die reflektierende Oberfläche der Alufolie kann angeblich zwei Effekte im Gefrierfach erzielen. Zum einen könnte die gleichmäßigere Temperaturverteilung eine Rolle spielen. Aluminium besitzt eine hohe Wärmeleitfähigkeit und reflektiert gleichzeitig Kälte- und Wärmestrahlung. Dadurch soll verhindert werden, dass sich sogenannte Wärmeinseln bilden – also Stellen, an denen die Temperatur leicht höher liegt als in der Umgebung. Genau an solchen Punkten kondensiert bevorzugt Feuchtigkeit aus der Luft, die anschließend gefriert und zu Eisschichten führt. Durch die reflektierende und leitende Wirkung der Folie würde die Temperatur im gesamten Fach homogener bleiben, was die Bildung dieser Kondensationspunkte abschwächen könnte.
Ein weiterer Effekt betrifft die Verzögerung der Kondensation selbst. Wenn die Innenflächen weniger stark auskühlen oder sich ihre Temperatur nach dem Öffnen des Fachs schnell wieder angleichen, kann sich die Feuchtigkeit aus der einströmenden Luft schwerer niederschlagen. Es bleibt also weniger freie Feuchtigkeit, die gefrieren könnte, und die Eisbildung verläuft insgesamt langsamer.
Außerdem bildet die Folie eine praktische Schutz- und Trennschicht. Sollte sich dennoch Eis bilden, haftet es in der Regel weniger fest an der glatten Oberfläche der Alufolie als am rauen Kunststoff des Gefrierschranks. Das erleichtert das Reinigen und Abtauen deutlich. Statt mühsam Eis von der Wand zu kratzen, kann man die Folie mitsamt der Eisschicht einfach abziehen und austauschen.
Zu bedenken: Auch wenn Alufolie auf den ersten Blick praktisch wirkt, ist ihre Nutzung ökologisch bedenklich. Wer noch Alufolie zu Hause herumliegen hat, kann den Trick gern einmal versuchen, aber extra neue Folie sollte dafür nicht gekauft werden.
Wie wirksam ist der Trick wirklich?
Wie bei vielen Haushaltstricks ist Vorsicht geboten: Der Alufolien-Trick ist kein Wundermittel, und seine Wirksamkeit ist nicht wissenschaftlich umfassend belegt. Es gibt ein paar Punkte zu bedenken. Zum einen bietet die Folie natürlich keine Garantie auf vollständige Eisfreiheit. Besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit oder häufigem Öffnen des Gefrierfachs wird die Eisbildung kaum komplett zu verhindern sein. Die Folie kann die Eisbildung nur verzögern, nicht gänzlich verhindern.
Zum anderen kann die Folie reißen, Falten schlagen oder auch Feuchtigkeit durchlassen. Wenn sie zu eng angebracht oder schlecht verlegt wird, könnte Kondensation unter der Folie entstehen. Auch sollte man beim Kontakt mit Lebensmitteln aufpassen, da sich an der Folie auch Keime sammeln können. Ein regelmäßiges Austauschen der Folie ist daher sinnvoll.
Der Trick kann vielleicht zu einer reduzierten Eisbildung führen, der thermische Effekt ist wohl aber zu gering, um sich nur auf den Trick zu verlassen. Daher sollte man auch weiterhin darauf achten, die Tür des Gefrierfachs nicht zu lange offenzulassen. Auch ein regelmäßiges Abtauen empfiehlt sich.

