5. April 2026, 12:56 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Der Frühjahrsputz muss nicht immer ein anstrengender Marathon sein, er kann sogar Spaß machen. Einige Methoden aus Japan haben myHOMEBOOK-Autorin Daniela Matsuzaki gezeigt, dass man nicht alles an einem Tag erledigen muss. Stattdessen helfen kleine, regelmäßige Schritte, den Prozess zu vereinfachen und deutlich entspannter zu gestalten.
Die 5-Minuten-Regel
Die 5-Minuten-Regel lässt sich leicht in den Alltag integrieren und ist mittlerweile zu einer festen Routine geworden. Sie hilft mir, mein Zuhause ordentlich zu halten und somit den Frühjahrsputz zu erleichtern. Dafür mache ich mir eine kleine Liste mit Dingen, die einmal pro Woche geputzt werden müssen, zum Beispiel die Spülmaschine ausräumen oder den Kühlschrank kurz auswischen. Ich versuche, jeden Tag etwas anderes zu erledigen, sodass sich die Aufgaben über die Woche hinweg ganz automatisch wiederholen und die Wohnung dadurch aufgeräumter wirkt.
Diese Herangehensweise wird oft mit dem japanischen Prinzip des Kaizen verbunden – also der Idee, dass schon durch kleine Schritte eine kontinuierliche Verbesserung erfolgen kann. Dabei geht es auch darum, Dinge nicht lange aufzuschieben, sondern einfach anzufangen.
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Nicht alles auf einmal beim Frühjahrsputz
Manchmal sieht man beim Aufräumen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dann hilft es, ihn in einzelne Bäume aufzuteilen. In Japan trennt man konsequent Wichtiges von Unwichtigem. Alles, was man nicht unbedingt braucht, wird weggeräumt oder aussortiert, damit nur Platz für Praktisches oder Schönes bleibt. Weil in Japan vieles System hat, bekommt jeder Gegenstand einen festen Platz. Das nennt man Seiton, was so viel bedeutet wie Ordnung durch festen Platz.
Außerdem hilft es, mir einzelne Zimmer vorzunehmen oder mich auf bestimmte Bereiche zu konzentrieren, entweder Raum für Raum oder nach Themen. Gerade Dinge, die ich gern vor mir herschiebe, oder Ecken, die im Alltag leicht untergehen, lassen sich so viel einfacher angehen. Manchmal habe ich einen Plan, manchmal packe ich es einfach an, wenn mir danach ist – und wenn ich nicht alles an einem Tag schaffe, hake ich es gedanklich ab und mache am nächsten Tag einfach weiter. Druck mache ich mir da keinen. Das erleichtert den Frühjahrsputz enorm für mich.
Nicht gleich wegwerfen
In einem YouTube-Video habe ich neulich gesehen, wie eine japanische Youtuberin einen Küchen-Reset machte. Sie hat die Küche nicht einfach nur sauber gemacht, sondern sich wirklich um jedes einzelne Teil gekümmert. Besonders beeindruckt hat mich, dass sie ihre Holzutensilien, wie Schneidebretter oder Kochlöffel mit Sandpapier abschliff und anschließend mit etwas Speiseöl behandelte, sodass sie wieder aussahen wie neu. Diese Art ist nicht nur nachhaltig, sondern zeigt auch, dass man beim Frühjahrsputz nicht alles wegwerfen muss, was alt erscheint. Durch das Abschleifen der Oberfläche werden zudem Keime gelöst und das Holz tiefengereinigt.
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Gefäße und Aufbewahrung
Früher hielt ich Aufbewahrungsboxen für total spießig. Gewürze oder Lebensmittel wie Reis oder Nudeln habe ich einfach nebeneinander existieren lassen. In Japan habe ich jedoch gesehen, dass man dort ganz andere Systeme hat. Aufbewahren macht dort Spaß und erleichtert gleichzeitig den Alltag. Ich habe mich gefragt, warum das so ist, und herausgefunden, dass in Japan der Platz oft begrenzt ist, was zu extrem durchdachten, platzsparenden und vielseitigen Lösungen führt. Seitdem besuche ich Muji-Läden immer öfter, obwohl ich den ganzen Boxen und Behältern früher eher skeptisch gegenüberstand.
Gerade in der Küche oder im Bad wirkt es gleich viel ruhiger, wenn Gewürze, kleine Handtücher oder Kosmetiksachen geordnet in Behältern liegen. Was ich daran außerdem sehr praktisch finde: Alles lässt sich viel leichter reinigen, weil man die Boxen einfach herausnehmen kann und den Untergrund dann ohne großen Aufwand sauber macht.
Nichts verschwenden
Mottainai bedeutet in Japan, keine Ressourcen zu verschwenden. Mein Mann hat mir erzählt, dass er schon im Kindergarten gelernt hat, auch das letzte Reiskorn auf dem Teller aufzuessen und nichts zu verschwenden. Gerade beim Frühjahrsputz merke ich, wie gut man Mottainai in die Tat umsetzen kann. Bevor etwas auf dem Recyclinghof landet, frage ich mich, ob ich es nicht noch irgendwie weiterverwenden kann.
Eine alte Zahnbürste kann man zum Beispiel als kleine Bürste nutzen, um in enge Ritzen zu kommen, und Handtücher oder alte T-Shirts, die abgenutzt sind, lassen sich gut als Putzlappen verwenden. Was bei uns oft einfach Upcycling genannt wird, ist in Japan schon seit Generationen ganz selbstverständlich.
Meine Erkenntnis
„Was ich beim Frühjahrsputz von den Japanern gelernt habe, ist, dass man es sich einfacher machen kann, wenn man nicht alles auf einmal machen will.“