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Kartoffeln unbedingt kalt ansetzen

Kartoffeln kochen
Gibt man Kartoffeln lieber in kaltes oder warmes Wasser, wenn man sie kochen will? Foto: Getty Images
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Franka Kruse-Gering
Redakteurin

10. September 2025, 11:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Kartoffel zählt zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln und findet in Küchen auf der ganzen Welt große Wertschätzung. Ob als Beilage, Hauptbestandteil eines Gerichts oder raffinierte Zutat – ihre Vielseitigkeit ist kaum zu übertreffen. Damit sie jedoch ihr gesamtes Potenzial entfalten kann, spielt die richtige Zubereitung eine zentrale Rolle.

Je nach Verwendungszweck und Sorte der Kartoffel gibt es unterschiedliche Methoden, sie optimal zuzubereiten. Festkochende Kartoffeln eignen sich hervorragend für Salate und Gratins, während mehligkochende Varianten ideal für Püree oder Suppen sind. Auch die Frage, ob Kartoffeln mit oder ohne Schale gekocht werden, spielt eine wichtige Rolle, um Geschmack und Textur zu perfektionieren. Zunächst gilt es aber zu klären, ob man Kartoffeln mit warmem oder kaltem Wasser kochen sollte.

Setzt man Kartoffeln lieber in warmem oder kaltem Wasser an?

Die Geister scheiden sich bei der Frage, ob man Kartoffeln ins kalte oder warme Wasser gibt. Vor allem unter dem Aspekt des Stromsparens. Doch was ist nun richtig? Silvia Monetti von der Verbraucherzentrale NRW hat eine klare Antwort: „Kartoffeln sollte man kalt ansetzen. Das Garen geht somit schneller und die Kartoffeln haben anschließend eine bessere, gleichmäßige Konsistenz.“ Nur wenn sich das Wasser allmählich erwärmt, können Kartoffeln gut durchgaren.

Bei etwa 70 Grad platzen die Stärketeilchen in der Kartoffel und sie verkleistern. Die Zellmasse verliert dadurch ihre Struktur und die Kartoffel ist gar. „Gibt man Kartoffeln aber gleich in heißes Wasser, verkleistert nur die Stärke am Rand des Fruchtkörpers. Die Wasserwärme kann dann nur schwer ins Innere der Knolle geleitet werden. Das Ergebnis: Die Kartoffel ist innen schleimig fest, nur außen gar“, meint Monetti.

Es muss aber festgehalten werden, dass diese Regel nur für Kartoffeln gilt, sagt Energie-Expertin Gerhild Loer von der Verbraucherzentrale NRW. „Für Nudeln, Gemüse oder andere Lebensmittel, die gekocht werden sollen, ist es effizienter, das Wasser im Wasserkocher vorzukochen oder eben heißes Wasser aus der Leitung zu nehmen. Aber nicht, wenn die Verbraucher ein Untertischgerät in der Küche haben, das sie dafür erst anmachen würden.“

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Auch interessant: Die gesündeste Art, Kartoffeln zuzubereiten (via FITBOOK)

Wie kocht man Kartoffeln energiesparend?

Obwohl man Kartoffeln lieber in kaltes Wasser geben sollte und dadurch mehr Strom durch das Erhitzen verbraucht, kann man sie trotzdem im Sinne der Nachhaltigkeit kochen, weiß Monetti. „Nicht zu viel Wasser für das Kochen verwenden – nur so, dass die Kartoffeln komplett bedeckt sind – und das Kochwasser wiederverwenden, anstatt es wegzukippen. Kartoffeln enthalten wertvolle Mineralstoffe sowie Vitamine der Gruppe B und Vitamin C, die wasserlöslich sind. Aus demselben Grund sollte man die Knollen am besten nicht zerkleinert garen, damit die Oberfläche, wodurch das Auslaugen stattfindet, so klein wie möglich bleibt.“

Auch interessant: Kartoffeln richtig lagern, damit sie lange haltbar bleiben

Kann man Kartoffeln in der Mikrowelle kochen?

Ja, das geht – sowohl Pell- als auch Salzkartoffeln lassen sich hervorragend in der Mikrowelle garen. Wichtig ist, dass es nicht zu viele oder zu große Kartoffeln sind. Circa fünf mittelgroße Kartoffeln kann man geschält oder mit Schale in ein mikrowellengeeignetes Gefäß geben. Nach dem Abwaschen sollten sie tropfnass in die Mikrowelle kommen. Das Gefäß muss gut geschlossen werden, damit kein Wasserdampf entweicht. Die Kartoffeln garen nämlich auch im Wasserdampf. Geschält dauert es in etwa vier bis sechs Minuten bei mindestens 700 Watt, mit Schale dauert es in etwa doppelt so lang.

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Kartoffeln mit Deckel kochen

Eine weitere Frage, die sich viele stellen: Kocht man Kartoffeln am effizientesten mit Deckel oder ohne? Mit Deckel ist die richtige Antwort. Da die Wärme besser gespeichert wird und nicht entweicht, verbraucht man weniger Energie beim Kochen. Man kann sogar den Herd ein paar Minuten eher ausschalten und mit der Restwärme weiter kochen.

Kartoffelwasser wiederverwenden

Aufgrund vieler Vitamine und Mineralstoffe eignet sich das Wasser nach dem Kochen wunderbar zur Weiterverwendung, sagt Monetti. Allerdings muss man dabei etwas beachten. „Wenn Sie planen, Kartoffelwasser wiederzuverwenden, sollten Sie die Kartoffeln vor dem Kochen schälen“, erklärt die Expertin.

Der Grund: „Kartoffeln bilden vor allem in der Schale, direkt darunter sowie an den Keimstellen das Glykoalkaloid Solanin, eine chemische Verbindung, die bei Menschen Vergiftungssymptome auslösen kann. Alte und eingetrocknete, keimende Kartoffeln oder solche mit grünen Stellen sollte man primär deshalb nicht essen, weil sie bereits einen zu hohen Solanin-Gehalt haben können.“ Auch Kartoffelschalen sollte man laut Monetti nur mitessen, wenn sie von festen, frischen Kartoffeln stammen.

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