12. September 2025, 16:47 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Frisch aus dem Garten oder vom Balkon schmecken Kräuter am besten. Doch oft ist die Ernte größer, als man sie direkt verbrauchen kann. Wer Basilikum, Thymian oder Rosmarin länger haltbar machen möchte, kann sie ganz einfach trocknen. myHOMEBOOK erklärt, welche Methoden es gibt, welche Kräuter sich eignen und wie man Aroma und Inhaltsstoffe am besten bewahrt.
Übersicht
- Warum sollte man Kräuter trocknen?
- Welche Kräuter eignen sich zum Trocknen?
- Die richtige Erntezeit
- Methoden zum Trocknen von Kräutern
- So erkennt man, dass die Kräuter wirklich trocken sind
- Aufbewahrung getrockneter Kräuter
- Tipp: Erst vor dem Verwenden zerkleinern
- Kreative Verwendungsmöglichkeiten getrockneter Kräuter
Warum sollte man Kräuter trocknen?
Durch das Trocknen entzieht man den Pflanzen Wasser. Dadurch können sich bei der Lagerung Bakterien und Schimmel nicht mehr so leicht bilden, und die Kräuter bleiben monatelang haltbar. Außerdem lassen sie sich platzsparend aufbewahren und jederzeit zum Kochen oder für Tee verwenden. Neben Einfrieren, Einlegen oder Einkochen ist das Trocknen einfach eine weitere Methode, Lebensmittel haltbar zu machen.
Welche Kräuter eignen sich zum Trocknen?
Nicht jedes Kraut behält beim Trocknen seinen vollen Geschmack. Besonders gut geeignet sind robuste, eher holzige Arten, die oft aus dem Mittelmeerraum stammen:
Empfindliche Kräuter wie Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch verlieren beim Trocknen dagegen viel Aroma. Für sie eignet sich eher das Einfrieren.
Die richtige Erntezeit
Geerntet werden sollte immer an einem trockenen Tag, am besten vormittags, wenn der Tau abgetrocknet ist. Zu diesem Zeitpunkt enthalten die Blätter die meisten ätherischen Öle – und damit das beste Aroma. Gleichzeitig brauchen die Pflanzenteile im trockenen Zustand natürlich auch weniger lange, um komplett durchzutrocknen.
Methoden zum Trocknen von Kräutern
1. Lufttrocknen
Die schonendste Methode: Die Kräuter zu lockeren Bündeln binden und kopfüber an einem warmen, trockenen, aber schattigen Ort aufhängen. Direkte Sonne vermeiden, sonst verlieren sie schnell an Aroma und Farbe. Nach etwa ein bis zwei Wochen sind die Blätter durchgetrocknet. Man nennt das auch rascheltrocken, denn beim Bewegen der Bündel raschelt es jetzt leise.
2. Auf dem Backblech
Wer schneller Ergebnisse möchte oder große Menge von Kräutern hat, kann Kräuter auch im Backofen trocknen:
- Backblech mit Backpapier auslegen
- Kräuter locker darauf verteilen
- Bei 40–50 Grad Umluft trocknen, Ofentür einen Spalt offen lassen (einen Holzlöffel zwischen Tür und Türrahmen stecken)
- Nach zwei bis drei Stunden sind die Kräuter fertig
3. Im Dörrautomaten
Ein Dörrautomat trocknet gleichmäßig, schonend und ist besonders praktisch, wenn man regelmäßig größere Mengen Kräuter oder andere Lebensmittel haltbar machen möchte. Die Temperatur lässt sich niedrig einstellen, sodass Vitamine und ätherische Öle besser erhalten bleiben.
So erkennt man, dass die Kräuter wirklich trocken sind
Ist jegliche Feuchtigkeit aus den Kräutern gewichen, lassen sich die Blätter leicht zwischen den Fingern zerbröseln und rascheln beim Anfassen. Stängel sollten beim Biegen leicht brechen. Ist dies nicht der Fall, heißt es: weiter trocken!
Aufbewahrung getrockneter Kräuter
Die getrockneten Kräuter am besten luftdicht in Gläsern oder Dosen lagern – dunkel und an einem ebenfalls trockenen Standort, damit Geschmack und Farbe möglichst lange erhalten bleiben. Praktisch sind Schraubgläser oder kleine Blechdosen, die auch hübsch in der Küche aussehen.
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Tipp: Erst vor dem Verwenden zerkleinern
Viele machen den Fehler, die Kräuter direkt nach dem Trocknen klein zu reiben. Doch je kleiner die Stücke, desto schneller verfliegen die Aromen. Besser: Die Blätter ganz lassen und erst beim Kochen zerreiben oder schneiden. Für Tees können die Blätter sogar im Ganzen in das Teesieb wandern.
Kreative Verwendungsmöglichkeiten getrockneter Kräuter
Getrocknete Kräuter eignen sich nicht nur zum Würzen von Speisen. Wer etwas kreativ werden möchte, kann sie auch für Duftkissen, selbst gemachte Kräutertees oder als Zutat für Badesalze verwenden – tolle Geschenke aus dem eigenen (Balkon-)Garten. Rosmarin, Lavendel und Salbei lassen sich zudem in kleine Stoffbeutel füllen, die im Kleiderschrank einen angenehmen Duft verbreiten und Motten fernhalten. So haben die Kräuter gleich einen doppelten Nutzen.
Im Spätsommer lohnt sich das Trocknen besonders
„Gerade im Spätsommer lohnt es sich, Kräuter aus dem Garten oder vom Balkon zu trocknen. Viele Pflanzen haben jetzt ihr volles Aroma entwickelt und lassen sich in größeren Mengen ernten. Ich finde es schön, ein Stück Sommer auf diese Weise in den Winter mitzunehmen – sei es für Tee, zum Kochen oder als kleinen Duftgruß im Kleiderschrank. So erinnert der Kräutervorrat auch in der kalten Jahreszeit an sonnige Tage im Garten.“

