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„Ein Leben ohne Kramschublade? Nicht für mich!“

Kramschublade
Eine Kramschublade ist zwar pures Chaos, sorgt aber dennoch für Ordnung Foto: Getty Images
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Laura Kästner
Verantwortliche Redakteurin

15. Juni 2026, 7:54 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Fast jeder Haushalt hat sie, und jeder findet darin das totale Chaos. Und trotzdem ist die Kramschublade schon fast ein Must-have in vielen Wohnungen. myHOMEBOOK-Redakteurin Laura Kästner hat gleich mehrere davon in ihrem Zuhause und will die unordentlichen Fächer gar nicht mehr missen. Sie liefert drei Gründe, weshalb jeder eine Kramschublade haben sollte und wieso sie sogar für Ordnung sorgt.

Manches Zuhause hat den berühmten Sessel, auf dem ein Berg Kleidung gehortet wird. Andere hingegen packen lieber allerlei wichtige und sicher auch unnütze Dinge gemeinsam in ein Schubfach. Ich sehe mich eindeutig in der Riege der Letzteren, denn ich habe in meinen eigenen vier Wänden gleich mehrere Schubfächer, in denen ich Dokumente, Stifte, Spielzeug vom Kind, Deko-Artikel oder noch verpackte Batterien aufbewahre. Warum ich glaube, dass dieses System sogar gut für eine gewisse Ordnung ist, erkläre ich hier.

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3 Gründe, weshalb eine Kramschublade für Ordnung sorgt

Ich verstehe, wenn Leute eine solche Schublade für totales Chaos halten. Denn aufgeräumt ist ein solches Fach tatsächlich nie. Trotzdem helfen mir diese kleinen Orte der Unordnung, damit mein Zuhause ansonsten ein geordneter Rückzugsort ist.

1. Alles griffbereit, was wichtig ist

Für mich ist das Kramfach nicht zwingend immer ein Aufbewahrungsort für unnützes Zeug. In der Küche haben wir ein Schubfach, in dem Pflaster, Taschentücher, Medikamente und auch mal Hustenbonbons lagern. Also alle Dinge, die wir alle mal brauchen, wenn mal wieder eine Erkältung vorbeischaut. Da der Schrank auch noch sehr hoch ist, kommt unser Kind dort auch nicht heran – umso praktischer ist es für uns, weil wir nicht extra alles wegschließen müssen und jederzeit dort herankommen.

Gleichzeitig habe ich so einen festen Platz für die Dinge, die ich wirklich benötige, und kann an anderen Orten die jeweils passenderen Sachen lagern. Im Schlafzimmer also Bettwäsche, im Bad die Handtücher und im Wohnzimmer die Deko von der vorigen Saison. Wenn ich im jeweiligen Raum also etwas brauche, ist dank der Kramschubladen genügend Platz in den anderen Zimmern, um die wichtigeren Sachen unterzubringen.

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2. Trotz Ordnung fehlt etwas? Dann ist es in der Kramschublade

Für mich spielt Ordnung eine große Rolle. Nicht, weil ich pedantisch bin, sondern eher, weil es mit Kind wichtig ist und ich auch ein Vorbild sein möchte. Für alles habe ich einen festen Platz – der Rest wandert in eine der Kramschubladen. Ich weiß also mittlerweile genau, welche Sachen ich immer wieder brauche und wo sie sind. Wenn es aber doch mal vorkommt, dass ich ein wichtiges Dokument, ein Ladekabel oder die Ersatz-Schutzfolien für’s Handy nicht mehr finde, gibt es nur einen Ort, wo all das sein kann: in der Kramschublade.

Denn mein erster Impuls bei Dingen, die ich im Moment nicht benötige, aber später sicher suchen werde, ist immer, sie in der Schublade abzulegen. Getreu dem Motto: „Wenn ich es brauche, weiß ich genau, dass es dort ist.“ Klappt nicht immer, aber zumindest suche ich dann jedes Mal dort und werde fündig.

3. Vor allem kleine Gegenstände liegen nicht überall herum

Nichts stresst mich mehr als wenn kleine Gegenstände wie Kugelschreiber, Zopfgummis oder kleine Spielzeugfiguren irgendwo herumliegen. Man stolpert darüber, das Kind wirft sie unter die Couch oder man tritt darauf und sie gehen kaputt. Besser also, die Sachen liegen in der Kramschublade, als wenn sie unbrauchbar werden.

Wer nämlich genau weiß, wo alles liegt, hat die benötigten Dinge schnell bei der Hand. Ein Beispiel: Das Kind möchte malen, und hat dafür im Kinderzimmer auch einen eigenen Tisch. Will sie aber bei uns im Wohnzimmer sein, will ich nicht zigmal alle Stifte hin- und her transportieren. Also habe ich auch Stifte in der Kramschublade im Wohnzimmer.

Deko von Ostern, unbenutzte Grußkarten, eine Zeitung, Haarreifen meiner Tochter und ein Lockenstab, der zu groß für das Regal im Bad ist – das lagert in unserem Kramfach
Deko von Ostern, unbenutzte Grußkarten, eine Zeitung, Haarreifen meiner Tochter und ein Lockenstab, der zu groß für das Regal im Bad ist – das lagert in unserem Kramfach

Achtung, die Kramschublade sollte nicht zur Ausrede werden

Ich liebe unsere Kramschubladen und bin froh, dass sie noch mehr Ordnung in unser Zuhause bringen. Doch auf diesen Fächern sollte man sich nicht zu lange ausruhen. Ungefähr alle sechs Monate mache ich daher eine „Bestandsaufnahme“. Ich nehme alle Sachen heraus und schaue mir an, was ich davon wirklich noch brauche. Das Dokument wird dann abgeheftet, leere Stifte werden entsorgt und die neu gekauften Batterien dürfen dann auch endlich in die passenden Geräte gesteckt werden. So umgehe ich den Fall, dass die Unordnung aus der Kramschublade irgendwann wie eine Flutwelle durch meine Wohnung rauscht. Schließlich ist auch das Kramfach mal voll und dann liegen die Sachen ja doch wieder in der Wohnung herum.

Wer eine Kramschublade hat, wird mir zustimmen, dass sie im Alltag sehr praktisch sein kann, doch nur, wenn sich das Chaos auch wirklich auf diesen einen Ort beschränkt. Wer dieses Chaos im Griff hat, bringt in den Rest des Zuhauses eine tolle Ordnung hinein.

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