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So einfach lassen sich Putzmittel selbst herstellen

Putzmittel selbst herstellen
Mit Hausmitteln, die fast jeder zu Hause hat, lassen sich Putzmittel herstellen Foto: Getty Images
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Carolin Chytrek
Carolin Chytrek Freie Autorin

26. August 2025, 13:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Weniger ist mehr – das gilt vor allem für die Chemie, die zumeist in Produkten enthalten ist, die für die Reinigung im Haushalt verwendet werden. Deshalb setzen immer mehr Menschen auf selbstgemachte Reinigungslösungen. Denn Putzmittel lassen sich ganz einfach selbst herstellen. myHOMEBOOK hat drei Anleitungen parat.

Allzweckreiniger, Glasreiniger, Scheuermilch – die Bandbreite an verschiedenen Putzmitteln ist riesig, für jeden Bereich des Haushaltes scheint es die passende Option zu geben. Doch nicht immer sind herkömmliche Reiniger die beste Wahl. Wirft man einen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe, stellt man schnell fest: Die meisten Produkte enthalten aggressive Chemikalien, Alkohole, Weichmacher, künstliche Duftstoffe oder gar Mikroplastik. Eine Mixtur, die nicht nur fatal für die eigene Gesundheit und die Haut ist, sondern auch einen erheblichen negativen Einfluss auf die Umwelt hat. Der Trend geht deshalb immer stärker zu Do-it-yourself-Produkten.

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Aus diesen Mitteln lassen sich Reiniger selbst herstellen

Wer Putzmittel selbst herstellen möchte, kann als Basis natürliche Mittel wie Essigessenz oder Zitronensäure nutzen. Beide wirken stark antibakteriell und entfernen hartnäckige Wasserablagerungen zuverlässig. Aufgrund ihrer starken Wirkung gegen Kalk entfalten sie vor allem im Bad oder in der Küche ihre volle Kraft. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, wie Dr. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. erklärt: „Essigessenz kann zu Schäden an Armaturen in Bad und Küche führen, weil sie bei oft dafür verwendeten Kunststoffen Spannungsrisse verursacht.“ Trotz ihres metallischen Looks seien viele Armaturen aus verschiedenen Kunststoffen hergestellt und nur oberflächlich verchromt. Man müsse hier genau prüfen, inwiefern Essigessenz unproblematisch ist und alternativ auf Zitronensäure zurückgreifen.

Kernseife hat sich als erste Hilfe gegen tief sitzenden Schmutz oder Fett bewährt. Ebenfalls fettlösend ist Speisesoda, auch Natron genannt, das deshalb gerne rund um den Herd und Backofen zur Anwendung kommt und auch von Dr. Glassl empfohlen wird. Das weiße Pulver kann leicht verdünnt auch als Scheuermittel eingesetzt werden.

Weil alle oben genannten Mittel, bis auf Essig, eher geruchsneutral sind, kommen häufig auch ätherische Öle zum Einsatz, um dem selbstgemachten Putzmittel einen frischen Duft zu verleihen. Beliebt sind vor allem Teebaumöl, Zitrusöle oder Lavendelöl. Hier müsse man aber die Sicherheitshinweise beachten, wie Dr. Glassl empfiehlt: „Viele ätherische Öle sind als aspirationstoxisch gekennzeichnet, das heißt, dass sie schwere chemische Lungenentzündungen verursachen können, wie sie als Flüssigkeit in die Lunge gelangen.“ Beim Umgang sei also besondere Vorsicht geboten. Behälter sollte man nach der Verwendung fest verschließen und außer Reichweite von Kindern aufbewahren, so der Experte.

Um die Stoffe zu verdünnen, empfiehlt es sich, destilliertes Wasser zu verwenden, damit weitere Kalkablagerungen vermieden werden. „Wenn der Wasserversorger weiches Wasser liefert, kann auch Leitungswasser verwendet werden. Die Wasserhärte bzw. den Wasserhärtegrad findet man im Internet“, so Dr. Glassl ergänzend.

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Putzmittel herstellen, so geht’s:

Wer seine Putzmittel selbst herstellen möchte, benötigt folgende Mittel:

  • Essigessenz
  • Zitronensäure
  • Kernseife, geraspelt und gelöst in etwas Wasser
  • Natron
  • destilliertes Wasser
  • ätherisches Öl
  • drei leere Sprühflaschen

Badreiniger

In Nasszonen ist es essenziell, Wasserflecken zu verhindern und für Hygiene zu sorgen. Deshalb wird für einen Badreiniger ein Kalklöser verwendet sowie Natron, das Gerüche sanft neutralisiert, Ölfilme (zum Beispiel von Shampoo oder Duschgel) beseitigt und Schmutz entfernt.

  • 2 EL Essigessenz oder Zitronensäure
  • 1 TL Natron
  • 500 ml destilliertes Wasser
  • einen Spritzer ätherisches Öl

Alle Zutaten in einer Flasche mischen und vor dem Verwenden gut durchschütteln, bis sich das Natron vollständig gelöst hat.

Auch interessant: Die besten Hausmittel, um Kalkflecken zu entfernen

Glasreiniger

Streifenfreier Glanz ist kein Zufall. Für die Reinigung von Fenstern, Glasscheiben und Spiegeln sollte ein Mittel verwendet werden, das Wasserflecken sowie Schmierstreifen verhindert und Schmutz gekonnt löst.

  • 300 ml destilliertes Wasser
  • 100 ml Essigessenz oder Zitronensäure
  • 1 TL Kernseife

Die Kernseife in etwas warmem Wasser auflösen, dann mit destilliertem Wasser und Essigessenz aufgießen.

Starker Allzweckreiniger

Ein Allzweckreiniger soll eine Universalkraft gegen Schmutz, Fett und Kalkablagerungen haben. Deshalb wird hier mit weniger Flüssigkeit gearbeitet. Stattdessen wird eine Paste hergestellt, die dank ihrer Scheuerkraft Schmutz wirkungsvoll entfernt.

  • 5 EL Natron
  • 2 EL Essigessenz oder Zitronensäure
  • 1 TL Kernseife
  • etwa 100 ml destilliertes Wasser

Die Kernseife wird in etwas warmem Wasser aufgelöst und dann mit Natron und Zitronensäure zu einer Paste verrührt. Diese wird dann auf starke Verschmutzungen gegeben und mit einem Tuch einmassiert. Dann mit einem feuchten Tuch abnehmen.

Wie umweltfreundlich sind DIY-Putzmittel?

DIY liegt total im Trend – auch bei Putzmitteln. Und das vor allem, weil man mehr Kontrolle darüber hat, welche Stoffe sich genau in dem Reiniger befinden. Doch nur weil etwas selbstgemacht ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch besser für die Umwelt ist.

Laut Umweltbundesamt bewerte man Natron, Zitronensäure und Essig zwar als natürliche Reinigungswunder, allerdings hänge ihre Umweltbilanz stark davon ab, wie viel und in welcher Kombination man sie verwendet. Eine klare Dosierempfehlung gäbe es bei DIY-Reinigern nicht, deshalb sei es schwer, genau einzuschätzen, welche Auswirkungen die selbstgemachten Putzmittel auf Umwelt und Abwasser haben. In einem Bericht des Umweltbundesamtes heißt es: „Entscheidend für die Abwasserbelastung ist eine Kombination aus Umweltwirkung, biologischer Abbaubarkeit und eingesetzter Menge. Mangels eindeutiger Dosiervorgaben ist bei DIY-Reinigern deren Abwasserbelastung meist nicht bestimmbar.“

Problematisch sei auch der vermeintlich verharmloste Essig. Die enthaltene flüchtige Essigsäure könne die Raumluft belasten und schwere Reizungen hervorrufen. Deshalb sei man besser beraten, auf Zitronensäure umzusteigen. Diese werde auch in umweltzertifizierten Reinigern verwendet, weil sie milder ist.

Auch bei selbstgemachten Putzmitteln lohnt es sich also, genau hinzuschauen und eine eher schwächere Dosierung oder eine Alternative zu stark reizenden Produkten zu wählen. Ganz grundsätzlich gelten DIY-Produkte aber als gesünder und nachhaltiger, weil bei der Zubereitung auf Alkohole, Weichmacher, künstliche Duftstoffe und Co. verzichtet wird.

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