31. August 2025, 5:48 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Lebensmittel richtig lagern, ist vielfach gar nicht so einfach. Gerade bei Speiseölen stellen sich viele Menschen die Frage, ob eine Lagerung bei Zimmertemperatur reicht oder das flüssige Fett doch besser im Kühlschrank aufgehoben ist. Deswegen hat myHOMEBOOK für diesen Artikel direkt beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) nachgefragt.
Zwei Arten von Ölen
Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Ölen unterscheiden: Native und raffinierte Öle. Diese Unterscheidung ist unabhängig von den verarbeiteten ölhaltigen Früchten oder Saaten. Sie bezieht sich auf die Art der Verarbeitung.
Native Öle
Diese Öle werden nicht groß verarbeitet, sondern in der Regel nur kalt gepresst. Deswegen haben native Öle ein charakteristisches Aroma und eine besondere Farbe. Gleichzeitig enthalten sie besonders hohe Anteile an wertvollen ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Während erstere lebensnotwendig für uns sind, gelten letztere als vorteilhaft für die Gesundheit.
Raffinierte Öle
Raffinierte Öle werden in einem aufwändigen Prozess industriell verarbeitet. Dabei werden die Öle nach dem Pressen erhitzt, gereinigt, entschleimt, entsäuert, gebleicht und von unerwünschten Aromen befreit. Deswegen sind auf diese Art verarbeitete Öle geruchs- und geschmacksneutral und von heller Farbe.
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Dafür eignen sich die Öle
„Native Öle eignen sich aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe am besten für die kalte Küche, während raffinierte Öle auch gut zum Erhitzen beim Kochen und Braten geeignet sind“, weiß Dr. Birgit Jähnig, Ernährungswissenschaftlerin im BZfE. Raffinierte Öle kann man selbstverständlich auch für Salate oder andere Kaltspeisen verwenden. Sie entfalten eben nur kein besonderes Aroma.
Wer seinen Salat geschmacklich aufwerten möchte, kann auf natives Olivenöl, Rapsöl, Kürbiskernöl, Walnussöl oder andere nussige Öle zurückgreifen. Auch beim Abschmecken, beispielsweise nach dem Dünsten oder Dämpfen von Gemüse oder Fisch, sorgen native Öle für die besondere Geschmacksnote. Gerade in der mediterranen Küche sind kalt gepresste Olivenöle als Geschmacksträger sehr beliebt.
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Haltbarkeit & Lagerung von Speiseöl
Die unterschiedliche Verarbeitung der Öle wirkt sich auf ihre Haltbarkeit und Lagerung aus. Häufig verkauft man beispielsweise native Olivenöle in dunklen Glasflaschen. „Native Öle sind besonders empfindlich gegenüber Licht, Hitze und Luftsauerstoff. Deswegen sollten man solche Öle am besten im Kühlschrank lagern und rasch verbrauchen“, empfiehlt Dr. Birgit Jähnig.
Bestimmte Öle verändern bei kühler Lagerung ihre Konsistenz. „Gerade Olivenöl flockt im Kühlschrank aus und kann fest werden. Bei Zimmertemperatur kehrt das Öl in seinen flüssigen Zustand zurück. An der Qualität ändert das aber grundsätzlich nichts“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin vom BZfE auf Nachfrage von myHOMEBOOK.
Raffinierte Öle sind auch ohne Kühlung länger haltbar. „Diese Speiseöle werden üblicherweise in durchsichtigen Plastikflaschen verkauft. Sie können trotzdem in einem dunklen Vorratsschrank gelagert werden“, rät Dr. Birgit Jähnig. „Das schützt die enthaltenen Fettsäuren.“
In Sachen Haltbarkeit unterscheiden sich native und raffinierte Öle besonders stark. Kaltgepresste Öle sollte man nach dem Öffnen zügig verbrauchen. Als Faustregel gilt, innerhalb von zwei oder drei Monaten. Die industriell verarbeiteten Öle kann man gut ein halbes Jahr ohne Bedenken verwenden.
Geruchs- und Geschmacksprobe
„Gerade bei nativen Ölen lohnt allerdings der Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin und ergänzt: „Es sollte möglichst weit in der Zukunft liegen. Grundsätzlich können Öle auch nach diesem Datum noch zur Essenzubereitung eingesetzt werden. Wichtig ist allerdings, vor der Verwendung eine Geruchs- und Geschmacksprobe durchzuführen. Stechend riechendes und bitter schmeckendes Öl muss sofort entsorgt werden, da sich darin gesundheitsschädliche Stoffe entwickelt haben.“
Das gilt selbstverständlich auch für raffinierte Öle. Wenn das sonst geruchlose Rapsöl plötzlich seltsam riecht, sollte der Inhalt fachgerecht entsorgt werden. Ungenießbare Speiseölreste gehören samt Flasche in den Restmüll und nicht etwa in den Küchenausguss oder die Toilette. In vielen Städten und Gemeinden bieten die regionalen Müllentsorger auch spezielle Sammelstellen für altes Speiseöl an. Hier lohnt ein Blick auf die Webseite oder ein Anruf bei der zuständigen Abfallbehörde.

