Frisch gewaschene Wäsche, die angenehm duftet und sich wunderbar weich anfühlt: Für viele gehört Weichspüler fest zur Wäscheroutine. Doch nicht jedes Kleidungsstück profitiert von der zusätzlichen Pflege. Tatsächlich kann Weichspüler bei einigen Textilien sogar unerwünschte Auswirkungen haben und deren Funktion beeinträchtigen. myHOMEBOOK hat dazu mit einem Experten gesprochen.
Vorsicht bei Textilien mit Membrantechnologie
Besondere Aufmerksamkeit verdienen moderne Outdoor- und Funktionsmaterialien. Viele Regenjacken, Wanderjacken oder technische Sporttextilien verfügen über eine sogenannte Membrantechnologie. Diese sorgt dafür, dass die Kleidung gleichzeitig wasser- und winddicht sowie atmungsaktiv bleibt. Genau diese Eigenschaft kann durch die Verwendung von Weichspüler angegriffen werden: „Die in Weichspülern enthaltenen speziellen Inhaltsstoffe (kationische Tenside) können in diese Membran eindringen, diese verschließen und somit die Funktionsweise der Membran beeinträchtigen“, erklärt Thorsten Kessler vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e.V. auf Nachfrage von myHOMEBOOK.
Deshalb gilt für Funktionstextilien die Empfehlung auf Weichspüler zu verzichten. Sollte es doch einmal passiert sein, dass ein solches Kleidungsstück mit Weichspüler gewaschen wurde, ist das kein Grund zu verzweifeln. Die Tenside lassen sich durch eine erneute Wäsche mit geeignetem Waschmittel in der Regel wieder entfernen.
Es kommt auf das Material an
Rund um Sportbekleidung hält sich hartnäckig der Mythos, Weichspüler sei grundsätzlich verboten. Tatsächlich kommt es auf das Material an. Enthält die Sportkleidung eine Membran oder spezielle Funktionsbeschichtungen, sollte auf Weichspüler verzichtet werden.
Bei klassischer Sportwäsche aus synthetischen Fasern sieht die Sache differenzierter aus. Hier kann Weichspüler sogar Vorteile bieten, indem er elektrostatische Aufladung reduziert – besonders dann, wenn die Kleidung anschließend im Wäschetrockner landet. Entscheidend sind daher immer die Pflegehinweise des Herstellers. Ein Blick auf das Etikett schützt vor Fehlentscheidungen und verlängert die Lebensdauer der Kleidung.
Wer liebt sie nicht: flauschige Handtücher. Genau hier zeigt sich jedoch ein kleiner Konflikt. Weichspüler legt sich wie ein feiner Film um die Fasern und sorgt für den beliebten weichen Griff. Gleichzeitig kann dieser Effekt die Wasseraufnahme etwas verlangsamen.
Das bedeutet nicht, dass Handtücher grundsätzlich ohne Weichspüler gewaschen werden müssen. Wer allerdings besonderen Wert auf maximale Saugkraft legt, sollte ihn nur sparsam dosieren oder gelegentlich darauf verzichten. Für alle, die vor allem den Wohlfühlfaktor schätzen, bleibt Weichspüler weiterhin eine Option.
Während häufig über mögliche Nachteile gesprochen wird, hat Weichspüler durchaus positive Eigenschaften. „Die kationischen Tenside ziehen auf die Faser der Textilien, schützen die Fasern vor Verschleiß durch verringerte Reibung und tragen so zum Werterhalt der Textilien bei“, so Kessler. Wer seine Lieblingsstücke möglichst lange nutzen möchte, profitiert unter Umständen sogar von einer maßvollen Anwendung.
Kann Weichspüler Waschmaschinen schaden?
Immer wieder kursiert die Sorge, Weichspüler könne Waschmaschinen beschädigen. Kessler gibt Entwarnung: Bei korrekter Dosierung ist eine Schädigung der Maschine nicht zu erwarten. Anders sieht es bei falscher Dosierung aus: „Dauerhafte Überdosierung von Weichspülern und Waschmitteln begünstigt jedoch die Bildung sogenannter Biofilme in der Waschmaschine.“ Diese können unter anderem zu unangenehmen Gerüchen führen. Für eine hygienische Waschmaschine empfiehlt der Experte deshalb mindestens einmal im Monat einen Waschgang bei 60 Grad mit einem Voll- oder Universalwaschmittel in Pulverform durchzuführen. Auch die Waschmittelschublade sollte regelmäßig gereinigt werden.
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