11. Oktober 2025, 5:34 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Keine Wolle ist so weich und wärmend wie Kaschmir. Wer ein Kleidungsstück mit dem Fell der mongolischen Ziege besitzt, sollte jedoch spezielle Pflegetipps beachten und sich am besten noch vor dem Kauf über den besonderen Stoff informieren. Es gibt nämlich einiges zu beachten.
Kaschmir zählt aufgrund der Feinheit der Faser zu den Edelwollen. Die Haare im Unterfell der Kaschmirziegen sind deutlich feiner als die dünnste Schafwolle und gehören zu den weltweit feinsten Tierhaaren. Jedoch ist bei der Wolle Obacht geboten, sei es in der Pflege oder beim Kauf.
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1. Teurer ist bei Kaschmir meist auch besser
Kaschmir gibt es inzwischen auch für den kleineren Geldbeutel. Gegen Schals, Mützen und Handschuhe für unter hundert Euro ist nichts einzuwenden. Es gibt auch Pullover in dieser Preislage, allerdings sind sie aus weniger dichter Kaschmirwolle gestrickt und entsprechend weniger langlebig und bleiben nicht so gut in Form. Möchte man einen Kaschmirpullover in einer hervorragenden Qualität, muss man rund 200 Euro investieren. Tipp: Auf den Winterschlussverkauf warten und in ein reduziertes, ehemals teureres Stück investieren.
2. Qualitätscheck
Original-Kaschmirwolle wird aus den Unterbauchhaaren der mongolischen Ziege gewonnen, da dort das feinste Fell wächst. Je länger, krauser, heller und feiner die Haare sind, desto höher ist die Qualität. Kurz: Das Rohmaterial ist selten und deswegen teuer. In Deutschland muss ein Stoff zu mindestens 85 Prozent aus Kaschmirwolle bestehen, um überhaupt als Kaschmir bezeichnet werden zu dürfen. Unbedingt die Zusammensetzung auf dem Etikett beachten! Gute Qualität erkennt man daran, dass sich die Wolle beim Anfassen weich und fest zugleich anfühlt und bei leichtem Zupfen elastisch zurückfedert. Aber auch der weniger gute Teil der Kaschmirziegen, etwa das struppige Rückenhaar, wird verwendet. Dann muss die Ware mit „Kaschmiranteil“ bezeichnet werden und mindestens aus 14,5 Prozent Kaschmir bestehen, der Rest ist meist Merinowolle, Seide, Baumwolle oder Kunstfaser.
3. Die richtige Wahl
Wer es sich leisten kann, investiert besser in einen hochwertigen Klassiker, wie einen cremeweißen, dunkelblauen oder schwarzen Pullover aus einer guten Kaschmirqualität. Er ist vielseitig kombinierbar und begleitet einen bei guter Pflege fast ein Leben lang!
4. Beim Waschen zurückhalten & stattdessen lüften
Kaschmirstücke sollten nach dem Tragen gelüftet und nur dann gewaschen werden, wenn es nicht anders geht. Wer die Waschmaschine nutzt, sollte den Wollwaschgang und die niedrigste Schleuderstufe wählen. In der Handwäsche sollte man darauf achten, das Kaschmirstück nicht zu sehr zu reiben. Das begünstigt die Bildung von Knötchen.
5. Auf das richtige Waschmittel achten
In der Handwäsche kann man Haarshampoo verwenden. Spezielle Kaschmirshampoos sind kein Muss. Strickware aus Wolle oder Mischungen per Hand mit lauwarmem Wasser, leichter Bewegung und mit Woll- oder flüssigem Buntwaschmittel waschen. Nach dem Waschen die Feuchtigkeit nur vorsichtig ausdrücken, in ein Handtuch einrollen und weiter ausdrücken und unbedingt liegend trocknen. Dann mit Dampf und einem Tuch bügeln.
6. Nicht nur wir lieben Kaschmir – Motten tun es auch!
Motten lieben Kaschmir. Daher lohnt es sich Anti-Mottenmittel im Kleiderschrank zu verteilen. Gut geeignet und frei von Chemie sind Neem und Lavandinöl, die in etlichen Duftbeuteln und Dispensern stecken. Wer den Duft mag, kann auch mit Omas Hausmitteln wie Lavendelsäckchen oder Gewürznelken Motten bekämpfen. Auch Kälte mögen sie nicht: Wenn es frostig genug ist, den Pullover einfach ins Freie hängen, dabei wird er auch gleich gut gelüftet.
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7. Bei Flecken zur Reinigung gehen
Falls doch einmal mit Bratensoße, Wein oder Ähnlichem gekleckert wird, sollte man bloß nicht versuchen, den Fleck durch Reiben zu entfernen. Das verfilzt die Fasern. Lieber mit dem guten Stück zum Profi, sprich in die Reinigung!
8. Achtung vor Pilling
Unabhängig von der Qualität des Kaschmirs bilden sich dort Knötchen, wo an dem Stoff gerieben wird, also gern im Bereich der Arme und Hüfte, dort wo unter anderem eine Handtasche scheuert. Zwar lassen sich die Knötchen nicht verhindern, wohl aber mit einem geeigneten Kamm auskämmen. Auch hier gilt: Nicht zu oft anwenden, sonst wird die Wolle dünn!
9. Keine Angst vor Kuschel-Verlust
Wenn der Kaschmirpulli nicht mehr so weich ist wie am Anfang, kann man das feuchte Kleidungsstück für eine Stunde in einen Gefrierbeutel ins Eisfach legen. Danach liegend trocknen.
10. Sommerlager für die Kaschmir-Schätze
Wenn es Zeit wird, die Wintergarderobe einzumotten, verstaut man seine Kaschmirstücke sauber und vakuumverpackt in dafür geeignete Plastiktüten. Die Wolle wird es einem danken.
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11. Vorsicht beim Trocknen nach dem Waschen
Kaschmir ist empfindlich und verträgt keine hängende Trocknung. Nach dem Waschen sollte man Kaschmirpullover und -Schals immer liegend trocknen. Dafür einfach das Kleidungsstück flach auf einem Handtuch ausbreiten, vorsichtig in Form ziehen und an der Luft trocknen lassen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.
Tipp: Indem man ein zweites Handtuch darunter legt, kann überschüssige Feuchtigkeit besser aufgesaugt werden. So bleibt der Pullover in Form und die Fasern behalten ihre Weichheit!
Achtung vor Kaschmir-Fälschungen
Kaschmirpullis gibt es mittlerweile schon beim Discounter. Die Nachfrage nach dem edlen Garn ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Doch selbst für Fachleute sind Fälschungen oft nur schwer zu erkennen. Mit modernster Technik den Kaschmirfälschern auf der Spur: Forscher des Aachener Leibniz-Instituts für Interaktive Materialien (DWI) arbeiten mit Hochdruck an neuen Verfahren, um die nur wenige Mikrometer dünne Naturfaser von unliebsamen Beimischungen oder Fälschungen zu unterscheiden.
