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Tipps zur Pflege

So bleibt der Parkettboden für Jahrzehnte schön

Parkett pflegen
Viele verwenden Holzöl, um den Parkettboden zu pflegen Foto: Getty Images / vovashevchuk
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2. Januar 2026, 6:12 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Parkett gehört zu den hochwertigsten Bodenbelägen. Eine angenehme Haptik, das natürliche Aussehen und letztlich auch die lange Haltbarkeit überzeugen die Menschen seit Generationen. Bei Teppichboden oder Designböden reicht der Staubsauger oder ein Bodenwischer. Das Naturmaterial Holz bei einem Parkett stellt ganz andere Ansprüche. Beim Pflegen von Parkettboden sollte man deshalb einige Dinge beachten.

Parkettvarianten: Nicht jedes Holz ist gleich

Bevor es allerdings an die Pflege geht, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Parkettarten. Mehrschichtparkett (auch als Fertigparkett im Handel) besitzt nur eine dünne Deckschicht, die aus Edelhölzern besteht. Darunter folgt die dickere Trägerschicht, die meist aus Nadelholz gefertigt ist. Die obere Schicht ist meist nur zwischen zweieinhalb und sechs Millimetern dick. Das hat Auswirkungen auf die Pflegeoptionen.

Parkett aus Massivholz besteht dagegen durchgängig aus dem gleichen (teureren) Edelholz. Damit besteht hier auch die Möglichkeit, die Oberfläche mehrfach zu schleifen, was längst verblichenen Glanz zurückholen kann. Ob als Vollholz oder lediglich als Deckschicht verwendet, kommen beim Parkett vorwiegend Buche, Nussbaum oder Esche zum Einsatz.

Für die Pflege entscheidend ist die ursprünglich gewählte Behandlung der Oberfläche. Drei Varianten haben sich durchgesetzt:

  • Lack: Dieser versiegelt die Oberfläche, was den Boden vor Feuchtigkeit und Schmutz schützen soll.
  • Öl: Beim geölten Parkett bleiben die Poren des Holzes offen. Es kann atmen und Schadstellen lassen sich auch einfacher punktuell beheben.
  • Wachs: In diesem Fall bildet das Ölen der Planken die Basis für eine darüber aufgebrachte Wachsschicht. Das Wachs verschließt die Poren und sorgt somit für Schutz gegen Feuchtigkeit und Glanz.

Alltagspflege von Parkett

Viele Menschen befürchten, dass Parkett besonders anfällig ist und wie das sprichwörtliche rohe Ei zu behandeln ist. Das ist allerdings nicht richtig. Die regelmäßige schnelle Reinigung ist unkompliziert. Loser Staub und Schmutz werden durch Fegen oder Saugen entfernt. Beim Sauger sollte eine Parkettdüse verwendet werden. Hier transportieren Bürsten oder ein aus Textilien bestehendes Material den Staub zur Saugöffnung. Zugleich verhindern sie, dass scharfe Kanten und Metall Kratzer auf dem Boden hinterlassen. Viele Staubsaugerhersteller bieten auch Textilrollen als Aufsatz an.

Stärkere Verschmutzungen werden durch Wischen entfernt. Hier gilt allerdings der Grundsatz: „Je weniger, umso besser“. Stehendes Wasser ist unbedingt zu vermeiden. Der Einsatz einer speziellen Seife für Holzböden ist empfehlenswert. Bei lackierten Böden am besten nur nebelfeucht wischen.

Hinweis: Scheuersand, aggressive Reiniger, Mikrofasertücher oder auch ein Dampfreiniger sollten auf Parkett nicht eingesetzt werden.

Passend dazu: Typische Parkettarten im Überblick

Ölen bewahrt die Schönheit und schützt das Holz

Wer seiner Gesichtshaut etwas Gutes tun möchte, wäscht sie nicht nur, sondern spendiert ihr auch regelmäßig etwas Creme. Und genauso verhält es sich mit dem Ölen des Parkettbodens. Das Öl dringt tief in das Holz ein. Dort stärkt es die Fasern und erhöht deren Widerstandskraft gegen Feuchtigkeit und Schmutz. Und da das Öl keine einheitliche Schicht wie Lack bildet, wird die Atmungsaktivität des Holzes nicht beschränkt.

Wie häufig das Nachölen sinnvoll ist, hängt von der Beanspruchung des Bodens ab. Im Wohnzimmer sollte ein- bis maximal zweimal im Jahr genügen. Befindet sich der Boden in gewerblich genutzten Räumen oder im Eingangsbereich, kann der häufigere Griff zum Öl nötig sein.

Das Parkett zeigt, wann es wieder Öl benötigt. Wirkt das Holz stumpf und blass oder fühlen sich einzelne Bereiche schon rau an, dann ist es Zeit für eine intensivere Pflege. Raue Stellen deuten darauf hin, dass die schützende Schicht vollständig abgetragen ist. Dort kann dann Schmutz direkt ins Holz eindringen.

Für das Ölen muss der Boden zuerst gründlich gereinigt werden und komplett staubfrei sein. Das Öl wird mit einem Pinsel an den Rändern aufgetragen. Auf der eigentlichen Fläche mit einem Gummiabzieher verteilen, dann mindestens 15 Minuten einwirken lassen. Das nun noch auf der Oberfläche befindliche überschüssige Öl wird mit fusselfreien Baumwolltüchern entfernt.

Achtung: Die gebrauchten Tücher können sich selbst entzünden. Also keinesfalls einfach nur irgendwo ablegen. Am besten in einen Behälter aus Metall und mit Deckel verstauen. Denn Feuer benötigt Sauerstoff.

Ist das überschüssige Öl entfernt, sollte der Boden am besten noch 24 Stunden in Ruhe gelassen werden, bevor er wieder begangen wird und die Möbel wieder einziehen können.

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Wachsen: eine zusätzliche Schutzschicht

Das Wachsen des Bodens ist eine zusätzliche Option bei der Behandlung von Parkett. In der Regel wird es nach dem Ölen durchgeführt. Ein Zeitsparer sind deswegen auch Kombiprodukte: das sogenannte Hartwachsöl, das Ölen und Wachsen kombiniert. Das Wachs ist eine weitere Schicht, um das Holz zu schützen. Es füllt zwar die Poren des Holzes, verschließt sie aber nicht ganz.

Auch hier hängt die Häufigkeit der Behandlung von der Beanspruchung des Bodens ab. Es schadet jedenfalls nichts, das Wachsen im gleichen Intervall wie das Ölen gleich mitzumachen.

Manchmal bleibt nur das Schleifen

Trotz bester Pflege nagt bei einem Naturprodukt wie Holz der Zahn der Zeit. Eines Tages genügen Nachölen und Wachsen nicht mehr. Das Parkett zeigt Gebrauchsspuren wie mehr oder weniger tiefe Kratzer. Und nicht jeder Bewohner einer Wohnung kümmert sich regelmäßig intensiv um den Boden. Doch selbst mit Pflege ist nach 10 oder mehr Jahren eine Generalüberholung des Parketts sinnvoll.

Parkett aus Massivholz kann im Laufe der Zeit aufgrund seiner Dicke mehrfach abgeschliffen werden. Beim (professionellen!) Schleifen beträgt der Materialverlust etwas einen halben Millimeter. Beim Mehrschichtparkett ist dagegen eher Vorsicht angesagt, weil nur wenig Substanz vorhanden ist.

Geschliffen wird in mehreren Durchgängen mit unterschiedlichen Körnungen. Der Grobschliff entfernt alte Versiegelung und starke Verschmutzungen. Beim Zwischenschliff werden Unebenheiten beseitigt und der Feinschliff beschert dann eine glatte Oberfläche. Danach erfolgt wieder die Versiegelung mit Öl oder Lack.

Wer sich das Schleifen selbst zutraut, sollte dennoch den Umgang mit den Schleifgeräten für den Boden vorab üben. Denn schon leichtes Verkanten oder zu langes Verharren an einer Position kann tiefe Riefen hinterlassen. Die Schleifgeräte entfalten eine ungeheure Kraft.

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