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Einfach erklärt

Rollladengurt selbst austauschen – Anleitung in 4 Schritten

Geöffneter Rollladenkasten mit Gurt
Um den Gurt auszutauschen, muss man den Rollladenkasten öffnenFoto: iStock / AleMasche72

Mit der Zeit nutzt sich der Rollladengurt immer mehr ab, das ist ganz normal. Irgendwann kann es jedoch so weit sein, dass er unansehnlich wird – oder auch einfach abreißt. Doch kein Problem: Den Gurt gegen einen neuen auszutauschen, ist leichter als man denkt.

Rollladengurte halten in der Regel viele Jahre lang, aber dennoch handelt es sich um Verschleißteile, da sie ständig unter Belastung stehen. Heimwerker können den Rollladengurt recht einfach selbst austauschen. Die Kosten dafür sind relativ gering, im Baumarkt oder auch online bekommt man einen neuen Gurt für wenige Euro.

Welche Rollladen-Systeme gibt es?

Die Bänder sind neben dem Fenster an zwei Stellen befestigt: oben im Rollladenkasten und unten im Gurtaufwickler. An beiden Stellen muss man den Rollladengurt lösen, wenn man ihn austauschen möchte.

Der Aufwickler kann auch unter Putz in die Wand eingelassen sein, dann ist er hinter einer Plastikabdeckung versteckt. Diese kann man einfach aufschrauben. Andere Aufwickler sind wiederum sichtbar angebracht und können auch als Ganzes ausgetauscht werden. Dann spart man sich das Aufwickeln. Zudem ist in den Aufwicklern eine Feder eingebaut, sie muss beim Wechseln des Gurtes immer auf Spannung gehalten werden. Idealerweise holt man sich dafür eine zweite Person dazu.

Der Rollladenkasten ist je nach Bauweise auf verschiedene Arten zugänglich. In einer Altbau-Wohnung kann es sein, dass er sich unter einer Tapetenschicht verbirgt. Dann muss man die Schrauben aufspüren, mit einem Cuttermesser die Klappe zugänglich machen und kann so den Kasten öffnen. Diese Bauweisen gibt es:

  • Aufsatzrollladen: Hier sitzt der Kasten im Fenstersturz oder in der Wand über dem Fenster, man kann ihn von innen öffnen.
  • Vorbaurollladen: Der Rollladenkasten befindet sich an der Fassade oder am äußeren Fensterrahmen und ist von außen zu öffnen.

Was tun, wenn man den Kasten nicht öffnen kann?

Befindet sich der Rollladenkasten unter einer Schicht aus Tapete oder Putz, ist er nicht so leicht zugänglich. Zudem möchte oder kann man im Mietverhältnis die Stelle womöglich nicht wieder so tapezieren oder anderweitig abdecken, dass man nichts mehr sieht. In diesen Fällen kann man sich jedoch auch anderweitig behelfen – zumindest wenn der Gurt abgerissen ist. Im Handel gibt es spezielle Reparatur-Kits, mit denen man die beiden Enden wieder verbinden kann. Diese Herangehensweise ist wesentlich einfacher, allerdings muss man dafür auch erst an die abgerissene Stelle herankommen.

Die richtige Länge des Rollladengurtes

Die Gurte gibt es in verschiedenen Längen und Breiten zu kaufen. Bei der Breite – meistens zwischen 14 und 20 Millimeter – sollte man sich am vorhandenen Gurt orientieren. Ist der neue Gurt breiter, kann er an den Rändern scheuern. Um die nötige Länge herauszufinden, kann man sich an dem Richtwert „Fensterhöhe mal 2,5“ orientieren.

Hinweis: Wenn man sicher sein möchte, kann man auch den alten Gurt abmessen. Dazu den Rollladen hochziehen und oben lassen, beispielsweise mittels einer Stütze oder einer helfenden Person. Dann den Gurt so weit wie möglich herausziehen. Anschließend fügt man noch mindestens einen Meter dazu, da beide Enden noch etwas aufgerollt sind.

Passend dazu: 5 Reinigungs-Tipps für den Rollladen-Gurt

Was kostet es, den Gurt zu wechseln?

Die Kosten beim Austauschen eines Rollladengurts sind recht gering, ein neues Band gibt es bereits für fünf bis zehn Euro, einen kompletten Aufschraub-Aufwickler für rund zehn Euro. Beauftragt man einen Handwerker, dauert es wahrscheinlich auf eine Stunde, die mit 60 bis 70 Euro zuzüglich Material veranschlagt wird. Ein Reparaturset, um einen abgerissenen Gurt zu flicken, gibt es auch bereits für wenige Euro. Das Austauschen des Rollladengurts in Eigenregie ist daher stets die deutlich günstigere Variante.

Rollladengurt austauschen – Schritt für Schritt

Hat man einen entsprechend langen Gurt parat, kann es auch schon losgehen. Eine Stehleiter ist praktisch, um an den Rollladenkasten zu gelangen. Zudem sollte man eine zweite Person bitten zu helfen, dann geht es einfacher.

1. Gurtaufroller öffnen und Gurt entfernen

Der Gurtaufwickler sitzt oft unter einer Abdeckung, diese kann man mit einem Schraubendreher ganz leicht öffnen. Dann kann man den Wickler herausnehmen. Wickelt man nun den alten Gurt ab, stellt man schnell fest, dass der Aufwickler unter Spannung steht. Grund hierfür ist eine eingebaute Feder. Entweder hält man den Gurt beim Abwickeln stets unter Spannung, oder man schaut nach, ob es eine Sicherung gibt, mit der sich die Rolle nicht wieder zurückdreht. Ist das Band ganz abgerollt, löst man die Befestigungsklemme und entfernt den alten Gurt. Auch dabei sollte man darauf achten, dass sich die Spule nicht wieder zurückrollt.

Tipp: Um ein zwischenzeitliches Aufrollen zu vermeiden, kann man die Rolle auch mit einem Holzkeil, Schraubendreher oder einer Schraubzwinge fixieren, falls keine eingebaute Sicherung vorhanden ist.

2. Rollladenkasten öffnen

Im zweiten Schritt öffnet man den Rollladenkasten, darin befindet sich eine große Rolle. In manchen Fällen kann man den Kasten leicht mit einem Schraubendreher aufhebeln, bei Unterputzkästen muss man ihn gegebenenfalls zuerst ausfindig machen. Ist der Kasten geöffnet, den Rollladen komplett herunterlassen.

Nun öffnet man eine Sicherungsschraube an der Welle, damit die Rolle frei drehbar ist. Dann lässt sich das andere Ende des Rollladengurts entfernen und im nächsten Schritt austauschen.

3. Neues Gurtband im Kasten befestigen

Jetzt kommt das neue Band mit der richtigen Länge zum Einsatz. Bei manchen befinden sich am Ende Löcher, mit denen man es auf der Scheibe im Kasten einhängen kann. Gibt es keine Löcher, kann man mit einem Teppichmesser eines in der Bandmitte anfertigen. Dazu am besten das Band doppelt nehmen, damit das Loch nicht einreißt.

Der neue Rollladengurt wird von unten durch den Schlitz in den Kasten eingeführt und dort an der Gurtscheibe angebracht. Anschließend die Scheibe rund fünfmal drehen, damit sich der Gurt etwas aufrollt. Danach bringt man die Welle in die ursprüngliche Position und überprüft, ob es funktioniert.

4. Gurtband im Aufwickler einhängen

Das neue Band wird nun vom Kasten zum Aufwickler geführt, ohne dass es sich verdreht. Den Gurt durch den Schlitz führen und in der Scheibe befestigen. Dabei sollte der Aufwickler immer noch unter Spannung stehen und gesichert sein. Ist der Gurt befestigt, kann man die Sicherung lösen. Dann das Band vorsichtig aufrollen und dabei darauf achten, dass es sich nicht verdreht.

Anschließend den Aufroller wieder einsetzen, festschrauben und die Abdeckung befestigen. Funktioniert soweit alles, kann man jetzt auch den Kasten wieder schließen.

Wer kommt im Mietverhältnis für die Kosten auf?

In Mietwohnungen ist es wahrscheinlich, dass der Mieter die Kosten selbst tragen muss. Verantwortlich dafür ist die Kleinreparaturklausel im Mietvertrag. Darunter fallen Reparaturen unter rund 75 Euro, wenn sie nicht mehr als acht Prozent der Jahresmiete überschreitet. Dazu zählt auch ein abgerissener oder verschlissener Rollladengurt.

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