Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Baumarktpartner
von myHOMEBOOK

Gesund und effektiv

Die richtige Beleuchtung für das Homeoffice

Eine Frau sitzt an ihrem Schreibtisch
Ist der Leuchtenarm konfigurierbar? Scheint das Licht blendfrei von oben? Dann ist es womöglich das richtige Modell einer Schreibtischleuchte. Foto: Getty Images

Im Homeoffice befinden wir uns den Großteil des Tages am Schreibtisch. Um hier effektiv arbeiten zu können, bedarf es in jedem Fall einer guten Ausleuchtung. Welche die richtige Beleuchtung für das Homeoffice ist, erklärt myHOMEBOOK-Redakteurin und Interior Designerin Odett Schumann.

Man kennt es: das Bild vom brillanten Dichter und Denker, der im dunklen Raum mit einer nur schwach warm-flackernden Schreibtischleuchte, an der nächsten bahnbrechenden Idee feilt. Dass auf diese (Arbeits-)Weise Meisterwerke entstanden sein sollen, ist mit heutigem Wissensstand über effizientes und vor allem gesundes Arbeiten, kaum noch vorstellbar. Aktuell, wo wieder vermehrt von zuhause gearbeitet wird, ist eine optimale Beleuchtung für produktives Arbeiten im Homeoffice besonders wichtig. Gut, dass es mittlerweile deutlich bessere Mittel und Wege gibt, dies umzusetzen.

Homeoffice-Beleuchtung: Das Licht im gesamten Raum betrachten

Die Herausforderung dabei ist, dass das Licht gleichmäßig verteilt sein muss. Denn mangelt es an Licht oder das vorhandene Licht wiegt eher unverhältnismäßig im Raum, fallen die eigene Konzentration und Aufmerksamkeit dem Ganzen schnell zum Opfer. Müdigkeit und Fehleranfälligkeit sind dann die Folge.

Es bedarf also meist mehrerer verschiedener Lichtquellen. Entsprechend findet sich am Schreibtisch die zonale Beleuchtung wieder und im Rest des Raumes leuchtet ein diffuses, indirektes Licht. Schwierig ist hierbei, die verschiedenen Lichtquellen so miteinander zu kombinieren, dass es nicht zu harten Brüchen kommt. Eine Decken- oder Pendelleuchte, die für eine Grundausleuchtung sorgt, kann diesem Effekt optimal entgegenwirken und derartige Kontraste sanft ausgleichen.

Passend dazu: Interior-Tipps für ein Homeoffice

Und um den Übergang noch weicher zu gestalten, kann eine dritte Lichtquelle in Form einer Steh- oder Wandleuchte hinzugezogen werden. So findet sich auf allen Ebenen des Raumes eine Lichtquelle wieder und das Lichtambiente wirkt harmonisch. Achten Sie abschließend auch darauf, dass nicht zu viele verschiedene Lichtfarben eingesetzt werden, die schlimmstenfalls extreme Lichtkontraste bewirken.

Die richtige Schreibtischleuchte

Jeder Mensch hat ein anderes Empfinden für Licht und entsprechend auch ein anderes Bedürfnis danach. Die Augen von älteren Menschen beispielsweise benötigen eine deutlich höhere Beleuchtungsstärke als jüngere Personen. Ein wichtiges Kriterium ist also, dass das Licht der Schreibtischleuchte im Idealfall individuell einstellbar ist. Ein Modell mit Dimm-Funktion ist für die Beleuchtung im Homeoffice also eine besonders gute Wahl, da hier jeder die Lichtstärke nach seinem Geschmack einstellen kann.

Schlechte Beleuchtung im Homeoffice
Gedimmt, fast schon düster – so sollte ein Homeoffice nicht beleuchtet sein. Es sei denn, Sie schreiben an einem Gruselroman.Foto: Getty Images

Außerdem zeichnet eine gute Schreibtischleuchte aus, nach Bedarf konfigurierbar zu sein. So verhilft beispielsweise ein gelenkiger Leuchtenarm zu einer zonalen Beleuchtung. Bedeutet: Der Lichtkegel sollte sich so punktuell ausrichten lassen, wie er eben gerade benötigt wird. Wichtig ist auch, dass das Leuchtmittel nicht aus der Leuchte hinausschaut und so blendet. Und auch das Gehäuse der Leuchte selbst sollte keinesfalls zu sehr reflektieren und damit ablenken.

Passend dazu: Methoden, um den Schreibtisch höhenverstellbar zu machen

Positionierung


Hat man nun ein geeignetes Modell für sich gefunden, stellt sich oft auch die vermeintlich simple Frage: Wie meine Schreibtischleuchte nun richtig positionieren? Idealerweise stellt man die Leuchte hinter den Monitor, alternativ daneben. Der Leuchtenkopf sollte dann so gedreht werden, dass er weder Sie selbst noch in den Bildschirm hinein blendet. Der Lichtkegel fällt also entweder von oben oder blendfrei von der Seite. Erst dann wird es eine gute Beleuchtung und eine verbesserte Ergonomie am Arbeitsplatz kann so ebenfalls entstehen. Denn kommt es zu unangenehmen Blendungen und Reflexionen am Schreibtisch, weichen wir diesen – fast schon unbewusst – körperlich aus. Und so können sich auf Dauer Verspannungen, Fehlhaltungen und Nackenschmerzen bilden.

Tipp: Falls Sie auch unter Verspannungen leiden, finden Sie bei den Kolleg*innen von FITBOOK wirksame Übungen gegen Schulterschmerzen im Homeoffice.

Das richtige Licht für die Homeoffice-Beleuchtung


Fakt ist: bläuliches Licht sorgt für eine erhöhte Aufmerksamkeit und mehr Vitalität. Rötliches Licht hingegen bringt Wohlgefühl und Entspannung. Wir wollen gewissermaßen beides während des Arbeitens haben. Wie also diese Problematik lösen? Am besten eignet sich hierfür ein kaltweißes Licht von etwa 5.500 Kelvin, denn dieses entspricht etwa mittlerem Sonnen- bzw. eben Tageslicht. Und was wir in den grauen Monaten auf natürliche Weise und mit reichlich Vitamin D in petto nicht bekommen, müssen wir uns dann eben künstlich beschaffen. Denn diese Farbtemperatur wirkt motivierend wie auch energetisierend auf den menschlichen Organismus und ist somit ideal für effektives, aber auch gesundes Arbeiten.

Fernab der Herbst- und Winterzeit reicht auch eine Lichtfarbe von neutralem Weiß oder Warmweiß, welche etwa 4000 Kelvin beträgt. Mangelt es einem Raum hingegen gänzlich an (künstlichem) Tageslicht, nimmt der Körper irrtümlicherweise an, es sei Nacht und wir werden schneller müder und schlapp.

Den Schreibtisch nach dem Licht ausrichten

Ein Mann arbeitet am Fenster. Steht der Schreibtisch im rechten Winkel zum Fenster, erhält man die optimale Ausbeute an Tageslicht
Steht der Schreibtisch im rechten Winkel zum Fenster, erhält man die optimale Ausbeute an Tageslicht – ganz ohne dabei geblendet zu werdenFoto: Getty Images

Auch die richtige Position des eigenen Schreibtischs ist entscheidend. Bestenfalls befindet sich der Schreibtisch am Fenster und damit in der Nähe des Tageslichts, wodurch auch gleich unser Vitamin D-Speicher aufgefüllt und die Stimmung angehoben wird. Optimalerweise steht der Schreibtisch im 90-Grad-Winkel zum Fenster. Denn bei einer parallelen Ausrichtung schadet das Tageslicht auf Dauer unseren Augen, da es uns erheblich blendet. Und zwar nicht nur, wenn die Sonne stark scheint, sondern auch, wenn der Himmel mit vielen Quellwolken verhangen ist. Auch der Kontrast des eher bläulichen Monitorlichts zum weißlichen Tageslicht wirkt auf Dauer zu intensiv auf unser Sehorgan.

Und auch mit dem Rücken zum Fenster zu sitzen, ist keine Option. Denn auch in diesem Fall fällt das Licht nur unangenehm in den Bildschirm hinein, was unsere Augen dann ausgleichen müssen. Überanstrengung, Kopfschmerzen und eine negative Beeinträchtigung der eigenen Gemütslage sind die Folge. Gerade auch für Videochats eignet sich diese Position nicht sonderlich gut.

Auch interessant: Wie findet man das richtige Leuchtmittel?

Nicht nur das Licht, sondern auch Umgebung hell halten

Für viele Menschen mag ein Büro, das mit Möbeln aus dunklem Mahagoniholz oder einem schwarzen Schreibtischstuhl gespickt ist, mondän und schick wirke – tatsächlich sind aber genau diese Möbelstücke absolute Lichtschlucker. Besser wäre es, sich für das Homeoffice ein freundliches Ambiente zu schaffen. Zu hellem Licht passen auch helle Möbel. Aber Vorsicht: ein Schreibtisch in Weiß kann stark reflektieren, wenn grelles Licht direkt rauf strahlt. Es bietet sich also an, mit hellen Naturmaterialien, etwa einem Tisch aus Birkenholz oder Esche, zu arbeiten. Ebenso sollte auch die Wandfarbe in zarten Tönen wie Creme, Hellgrau oder Pastelltönen gehalten sein.

Außerdem ist es ratsam, dass Homeoffice nicht zu voll zu stellen. Eine Fensterbank, die über und über mit Pflanzen und Deko beladen ist, versperrt dem einfallenden Tageslicht ebenfalls den Weg. Halten Sie es hier also besser minimalistisch. Normalerweise sind Spiegel und andere reflektierende Dinge in einem Raum stets ein Garant dafür, das Raumambiente zu verbessern. In diesem Fall ist es anders: Die reflektierende Wirkung von spiegelnden Glastüren oder verchromten Accessoires kann für das Auge blendend und für den Geist ablenkend sein.

Themen