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INSPIRATION

Interior Designerin erklärt, wie man die Wohnung mit dem Goldenen Schnitt einrichtet

ein Aufbau aus Regal und Sideboard entspricht den idealen Proportionen des Goldenen Schnitts
Die Omnipräsenz des Goldenen Schnitts: Sowohl die Gestaltung der Wand entspricht dem 3:5-Verhältnis als auch das Arrangement davor. Das Duo aus Stehleuchte und Sessel formt sich proportional im Dreieck hin zur Grünpflanze.Foto: iStock/onurdongel

Der Goldene Schnitt mag mathematisch anmuten, bringt bei richtiger Umsetzung allerdings reichlich Ästhetik in die eigenen vier Wände. Mit diesen Tipps können Sie Ihr Zuhause entsprechend harmonisch einrichten.

Möchte man sein Zuhause harmonisch ansprechend einrichten, ist es hilfreich, auf die Magie der Mathematik zu vertrauen. Auch, wenn dies dem ästhetischen Empfinden zunächst einmal zu widerstreben scheint, so sind Gestaltungsprinzipien wie der Goldene Schnitt unverzichtbar, wenn es darum geht, Harmonie entstehen zu lassen. Wie das genau beim Einrichten aussieht und was der Goldene Schnitt überhaupt ist, erklärt myHOMEBOOK-Autorin und Interior Designerin Odett Schumann in diesem Artikel.

Was ist der Goldene Schnitt?

Formell betrachtet basiert der Goldene Schnitt auf einem rein mathematischen Verständnis, nämlich dem Grundsatz, wie sich Proportionen zueinander verhalten. In der Theorie könnte dies einem ästhetischen Empfinden nicht ferner liegen. Doch: Bei einer Strecke, die aus zwei Teilen besteht, verhält sich die kleinere Strecke zur größeren wie diese zur gesamten Streckenlänge. Es ergibt sich ein asymmetrisches Verhältnis mit leicht verschobener Mitte, welches das menschliche Auge als wohltuend und gewissermaßen auch natürlich empfindet. Und zwar deshalb, weil wir dieses ästhetische Proportionssystem aus der Natur und von unserem eigenen Körper bereits „kennen“.

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Der Weg des Goldenen Schnitts ins Interior Design

Schon im antiken Griechenland befassten sich Gelehrte umfassend mit dem Goldenen Schnitt und sahen ihn als Teil eines neuen Weltverständnisses. Später im Mittelalter sowie in der Renaissance wurde sich erneut tiefergehend mit dem besonderen Proportionssystem auseinandergesetzt.

Im 20. Jahrhundert widmete sich dann auch der berühmte Architekt und Maler Le Corbusier dem Goldenen Schnitt und dessen Bedeutung für die Architektur. Er entwickelte daraufhin sein eigenes Längen-Maßsystem auf Basis menschlicher Durchschnitts-Maße. Und so fand der Goldene Schnitt als Ideal ästhetischer Proportionen wie auch Größenverhältnisse allmählich seinen Weg in Kunst, Architektur und Interior Design. Insbesondere in letzterem Bereich erweist sich der Goldene Schnitt bis heute als bewährte Methode, das eigene Zuhause harmonisch einzurichten.

Harmonisch Einrichten im richtigen Verhältnis

Statt immer nur symmetrisch einzurichten, was schnell statisch und ungemütlich wirken kann, verhilft der Goldene Schnitt zu mehr Lebendigkeit im Raum. Richtig arrangiert, lassen Möbel und Accessoires ein Ambiente entstehen, dessen Proportionalverhältnis in der Theorie zwar unausgeglichen zu sein scheint, in der Praxis hingegen ein enormes Wohlempfinden auslöst.

Eine Wohnzimmerwand mit Goldenem Schnitt
Die Omnipräsenz des Goldenen Schnitts: Sowohl die Gestaltung der Wand entspricht dem 3:5-Verhältnis als auch das Arrangement davor. Stehleuchte und Sessel formen sich im Dreieck über das Sideboard hinweg zur Grünpflanze.Foto: iStock/alvarez

Ein Beispiel gefällig? Die lange Wand eines Wohnzimmers soll mit einem hohen Regalsystem sowie einem flachen Sideboard daneben ausgestattet werden. Damit diese Anordnung auch harmonisch wirkt, hilft es, sich im Vorhinein das Verhältnis optisch vorzustellen. Dafür formt man gedanklich die Form eines rechtwinkligen Dreiecks mit einem kurzen und einem langen Schenkel. Misst also die Gesamtlänge der Wand etwa 5 Meter, teilt man sie durch 5 und multipliziert sie dann mit 3. Demnach kann die Breite des Regals etwa 3 Meter betragen und die des Sideboards 2 Meter.

Dekorieren mit dem Goldenen Schnitt

Ein Arrangement aus Vase, Bild und Bücherstapel
Auch Accessoires lassen sich spielerisch in einem harmonischen Gefüge arrangierenFoto: iStock/IrinaKononova

Auch eine Gruppe aus Accessoires lässt sich mithilfe des Goldenen Schnitts deutlich einfacher arrangieren. Denn oft ist man hier mit einer stimmigen Anordnung von Vasen, Bilderrahmen und Co. überfordert und entscheidet wahllos aus dem Bauch heraus. Was dann meist entsteht, ist ein chaotisch, aber vor allem unruhig wirkendes Sammelsurium.

Einfacher ist es hingegen wie folgt: Hat man etwa ein großes Bild, positioniert man dieses als Grundlage auf dem Sideboard oder alternativ am Boden. Davor links- oder rechtsbündig platziert man eine mittelgroße Pflanze und daneben noch ein kleineres Bodenlicht. Fertig ist ein Arrangement im Sinne des Goldenen Schnitts. Und obwohl ein solcher Aufbau durchdacht ist, wirkt er doch wie zufällig platziert.

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