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Bunte Kombination

Eklektizismus – das Geheimnis hinter dem gekonnten Stilmix

Eklektisches Wohnzimmer
Beim Eklektizismus ist alles erlaubt? Nicht ganz – ein paar Regeln sollte man beachtenFoto: iStock / KatarzynaBialasiewicz

Eklektizismus – das ist doch einfach ein zusammengewürfeltes Interior, oder? Fast. Beim Eklektizismus geht es zwar um einen bunten Stilmix, wichtig ist es jedoch, die unterschiedlichen Elemente gekonnt und ansprechend miteinander zu kombinieren. myHOMEBOOK erklärt, wie das funktioniert.

Eklektizismus. Kaum eine Interior-Richtung lässt sich so schwer beschreiben wie diese. Das liegt daran, dass es eigentlich gerade die Abwesenheit von konkreten Regeln, Kategorien und Schlüsselelementen ist, die diesen Stil ausmacht. Im Grunde genommen handelt es sich beim Eklektizismus nämlich vielmehr um eine Kombination aus vielen unterschiedlichen Styles, die kunterbunt, aber trotzdem stimmig miteinander gemixt werden. Wie sich eine eklektische Einrichtung zu Hause umsetzen lässt und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Was ist Eklektizismus?

Eklektizismus kann man sich ungefähr so vorstellen wie spanische Tapas oder griechischen Mezés. In unseren liebsten südeuropäischen Reisezielen isst nämlich nicht jeder strikt vom anderen getrennt seine eigene Portion. Stattdessen wird der Tisch üppig mit zahllosen verschiedenen Speisen beladen, jeder probiert von allem und das Essen wird in großer Runde fröhlich zelebriert. So unzusammenhängend die Gerichte dabei auch sind, formen sie doch in gewisser Weise ein großes kulinarisches Ganzes.

Das Gleiche gilt auch für den Eklektizismus. Er bedient sich unterschiedlicher Elemente, Materialien und Stile, die sich bunt aneinanderreihen, dennoch aber harmonisch zusammenfügen. Auch wenn bei eklektisch eingerichteten Wohnungen nicht immer eine klare Linie erkennbar ist, steckt in der Regel trotzdem ein Konzept dahinter. Oft entdeckt man dieses erst auf den zweiten Blick, denn das Auge hat so viel zu entdecken, dass das Interior anfangs manchmal unruhig oder verwirrend wirken kann. Auf der anderen Seite macht genau das den Eklektizismus aber auch zu einem der spannendsten und kreativsten Einrichtungsstile überhaupt.

Eklektizismus
Beim Eklektizismus kommt es auf die richtige Kombination anFoto: iStock / KatarzynaBialasiewicz

Was bedeutet Eklektizismus?

Der Begriff Eklektizismus stammt aus dem Altgriechischen und leitet sich vom Wort „eklektós“ ab, was so viel wie ausgewählt bedeutet. Das liegt daran, dass der Eklektizismus mehrere unterschiedliche Stile auswählt, denen er sich bedient. Ähnlich wie bei einer Patchworkdecke  werden so verschiedene Elemente zu etwas Neuem zusammengefügt.

Doch Achtung: Beim Eklektizismus handelt es sich um mehr als nur einen Einrichtungsstil. Vielmehr beschreibt der Begriff ein grundsätzliches Prinzip, das schon seit der Antike besteht. Einige Philosophen, beispielsweise Cicero, wollten sich damals nicht ausschließlich auf die Lehren bestimmter Richtungen beschränken, sondern übernahmen Positionen verschiedener Schulen und kombinierten diese zu einer eigenen Weltanschauung. Auch in Kunst, Architektur und sogar in der Medizin findet der Begriff Verwendung.

Wie lässt sich ein eklektisches Interior umsetzen?

Eklektizismus geht ganz einfach, schließlich kann man einfach alles zusammenwürfeln – oder etwa nicht? So simpel wie es auf den ersten Blick klingt, ist ein eklektisches Interior leider nicht. Auch wenn das Konzept auf einem Stilmix basiert, sollte dieser nicht im Chaos enden. Wichtig ist es daher, die verschiedenen Elemente gekonnt zu kombinieren und einen harmonischen Rahmen zu schaffen.

1. Viele Stile, eine Linie

Beim Eklektizismus können Sie theoretisch so viele Stile mischen, wie Sie möchten. Der Trick dabei: In diesem bunten Mix sollte trotzdem eine rote Linie erkennbar sein, also gewissermaßen ein übergeordnetes Konzept. So lässt sich verhindern, dass die eklektische Einrichtung Beliebigkeit und Unruhe ausstrahlt. Erreicht werden kann dieses harmonische Gesamtbild durch ein verbindendes Element, das sich durch das Eklektizismus-Interior zieht und so einen Rahmen schafft.

Denkbar sind etwa ausgewählte Farben, Muster oder Materialien, die immer wieder aufgegriffen werden. Auch ist es möglich, einen dominierenden Stil auszuwählen, der sowohl mit verwandten als auch mit kontrastierenden Stilen abgewechselt wird, das aber sehr bewusst, klar ersichtlich und gut ausbalanciert.

Eklektizismus
Beim Eklektizismus werden verschiedene Stile gekonnt kombiniertFoto: iStock / PGGutenbergUKLtd

2. Ein zentrales Key-Piece auswählen

Um das eklektische Zuhause spannend und abwechslungsreich, trotzdem aber stimmig und harmonisch wirken zu lassen, gibt es einen einfachen Trick: Bestimmen Sie zunächst einen Einrichtungsgegenstand, der im Zentrum steht. Das kann entweder ein Möbelstück sein, das sich in der Mitte des Zimmers befindet oder aber eines, das durch seine Größe oder Auffälligkeit viel Raum einnimmt und so den Blick auf sich lenkt. Im Schlafzimmer ist es meist das Bett, in der Küche der Esstisch, im Wohnzimmer das große Sofa, im Flur kann es eine Kommode oder ein Ganzkörperspiegel sein und im Arbeitszimmer der Schreibtisch.

Wählen Sie dieses Key-Piece sorgsam aus und richten Sie die restliche Einrichtung daran aus. Das kann bedeuten, dass etwa der Sessel und der Couchtisch jeweils sehr unterschiedliche Stile aufweisen, beide jedoch auf ihre Weise zum Sofa passen. Das Sofa ist in diesem Fall also der Fokus-Gegenstand, der für Stimmigkeit sorgt und optisch einen Bogen über die gesamte Einrichtung spannt.

3. Prächtige Farben, irisierende Muster

Das Zelebrieren von Vielfalt und Fröhlichkeit wird beim Eklektizismus großgeschrieben. Wie geht das besser als mit bunten, kraftvollen Farben und opulenten Mustern? Perserteppiche, marokkanische Sitzpoufs, ein Sessel in Akzentfarbe, eine antike Leuchte mit gemustertem Lampenschirm, Kissen mit Zickzackmuster, dazu grüne Pflanzen in unterschiedlichen Töpfen – so kann ein eklektisches Wohnzimmer durchaus aussehen. Auch hier gilt aber wieder: Mixen ist erlaubt, aber gekonnt.

Vasen aus querbeet gemixten Kulturkreisen können beispielsweise alle aus dem gleichen Material bestehen. Ein Sofakissen ist gestreift, eins im Paisleyprint, ein anderes hat ein gezacktes Muster und ein weiteres besticht mit Häkelbesatz? Kein Problem, solange es ein verbindendes Element gibt. Beispielsweise könnte der Großteil der Kissen ein sattes Rot enthalten – manche als Grundfarbe, andere nur als Musterung – weitere Kissen weisen neutrale oder verwandte Farben auf und wenige ausgewählte Kissen setzen kontrastierende Akzente.

4. Kunst, Kunst, Kunst

Kunst und Kreativität spielen beim Eklektizismus eine wichtige Rolle. Deshalb gilt bei Gemälden, Skulpturen und Co: Mehr ist mehr. Wände werden üppig mit Bildern und Textilbehängen verziert, während sich auf Tischen und Kommoden die unterschiedlichsten Fundstücke und Deko-Objekte tummeln. Elemente oder Details aus dem einem Piece dürfen sich dabei gerne in einem anderen wieder finden – so wird ein stimmiger Rahmen geschaffen.

Passend dazu: Wie man mit Kunst die Wohnung richtig dekoriert

5. Einflüsse unterschiedlicher Kulturen vereinen

Ob japanisch, arabisch, marokkanisch, indisch oder mexikanisch – sich stilistisch bei unterschiedlichen Kulturkreisen zu bedienen, ist beim Eklektizismus vollkommen in Ordnung. Um die sogenannte „cultural appropriation“ zu vermeiden, empfiehlt es sich, lokale Künstler zu unterstützen und, falls möglich, direkt bei Handwerkern oder Herstellern der jeweiligen Region zu bestellen. Nicht nur können Sie der Kultur dadurch viel wertschätzender begegnen, auch bringen Sie so eine Extraportion Authentizität und Vielseitigkeit in ihr eklektisches Interior.

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