5. Dezember 2025, 6:10 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Bonsai-Bäume gelten als Ausdruck japanischer Gartenästhetik. Es bedarf viel Pflege, um einen kleinen Baum am Leben zu erhalten. Viele hundert Jahre kann ein Bonsai erreichen und so zu einer echten Kostbarkeit werden. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Pflanze plötzlich ihre Blätter verliert. Welche Ursachen dahinterstecken können, verrät myHOMEBOOK.
Viele glauben fälschlicherweise, Bonsai-Bäume seien eine spezielle Pflanzensorte. Dabei beschreibt man mit Bonsai lediglich die Form der Kultivierung. Die Kunstform kommt ursprünglich aus China und wurde später in Japan übernommen, bevor sie auch die westliche Welt erreichte. Das japanische Wort „bon-sai“ bedeutet wörtlich übersetzt „Baum in der Schale“.
Folgen Sie jetzt myHOMEBOOK bei WhatsApp
Natürlicher Laubabwurf
Theoretisch kann jeder Baum als Bonsai gezogen und kultiviert werden. Neben Nadelbäumen kann man also auch Laubbäume in einer Schale pflegen und „großziehen“. Laubbäume sind dafür bekannt, die Jahreszeiten an ihrem Blattschmuck zu spiegeln. Im Frühling tragen sie Knospen und Blüten, im Sommer ein sattgrünes Kleid, im Herbst färbt sich das Laub bunt und im Winter werden die Blätter schlussendlich abgeworfen. In der kalten Jahreszeit ist es also ganz normal, dass ein Bonsai-Laubbaum seine Blätter verliert.
Lichtmangel
Licht ist für Pflanzen überlebenswichtig. Bonsai-Bäume sind besonders lichthungrig. Stehen sie zu dunkel, werfen sie gerne mal ihre Blätter ab. Besonders das innere Laub geht verloren, weil es mehr Energie für seine Erhaltung verbraucht, als es zur Pflanze zurückführt.
Der Bonsai sollte ganzjährig hell stehen. Im Winter kann eine Pflanzenlampe unterstützend eingesetzt werden. Wichtig ist, dass die Pflanze vor dem direkten Sonnenlicht zur Mittagszeit geschützt wird.
Umzugsstress
Nicht jede Pflanze verträgt einen häufigen Standortwechsel. Bei Bonsai-Bäumen ist es ebenso. Wenn man bedenkt, dass es sich eigentlich um großwachsende Bäume handelt, die fest an einem Ort stehen, liegt das eigentlich auf der Hand.
Legt man sich einen neuen Bonsai zu, ist es also ganz normal, dass die Pflanze ihre Blätter verliert. Die Veränderungen in Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit stressen die Pflanze zunächst. Sobald sie sich an ihre neue Umgebung gewöhnt hat, sollten die Blätter nachwachsen.
Hinweis: Den Bonsai am besten so wenig wie möglich bewegen. Ein Umgebungswechsel stresst die empfindliche Pflanze, was zu Blattabwurf führt. Der Standort sollte also wohlüberlegt sein und an die spezifische Baumart angepasst werden.
Gießfehler
Der Wurzelbereich von Bonsai-Kleinbäumen ist durch das geringe Volumen des Pflanzgefäßes stark begrenzt. Das trägt dazu bei, dass der Baum kompakt bleibt. Gleichzeitig kann das reduzierte Wurzelsystem nur wenig Wasser speichern. Deshalb ist regelmäßiges Gießen besonders wichtig.
Als Alternative zum Gießen von oben kann man die Pflanze auch von unten mit Wasser versorgen. Etwa einmal pro Woche sollte der Wurzelballen vollständig ins Wasser getaucht werden. Anschließend gut abtropfen lassen, denn zu viel Wasser kann ebenfalls schaden. Stehen die Wurzeln dauerhaft in zu feuchter Erde, besteht die Gefahr von Wurzelfäule.
Sowohl bei zu wenig als auch bei zu viel Wasser verlieren Bonsai-Bäume ihre Blätter. Sie bekommen entweder zu wenig Wasser oder können keine Nährstoffe aufnehmen, um das Laub zu versorgen.
Der ultimative Pflege-Guide für Ihren Bonsai
Warum wird Laub eigentlich bunt?
Altes Substrat
Bonsai-Bäume haben hohe Ansprüche an ihre Pflege. Das schließt ihr Substrat mit ein. Günstige Exemplare verbindet nicht nur der Preis, sondern auch das schlechte Substrat, in dem sie verkauft werden. Dabei ist strukturstabile, durchlässige Erde für ein gesundes Wachstum wichtig.
Ebenso kann man mit dem richtigen Substrat Staunässe vorbeugen. Die Erde kann besser Wasser und Nährstoffe speichern – das zeigt sich auch im Laub.
Düngefehler
Regelmäßige Düngebeigaben sind für Topfpflanzen, wie den Bonsai, besonders wichtig. Die Nährstoffe müssen dem Substrat manuell hinzugefügt werden. Obwohl der Dünger eigentlich etwas Gutes ist, sollte man es nicht übertreiben.
Die in mineralischen Flüssigdüngern enthaltenen Salze können bei den Wurzeln Schäden verursachen. Dadurch kann die Pflanze weniger Wasser und Nährstoffe aufnehmen, um die Blätter zu versorgen. Wie so oft in der Pflanzenwelt gilt dann: Um sich zu schützen, wird alles abgeworfen, was man entbehren kann. In der Regel sind das zunächst die Blüten und Blätter.
Um Düngefehler zu vermeiden, sollte man auf die Dosierung achten. Es gilt: Lieber einmal zu wenig düngen. Organische Flüssigdünger beinhalten keine anreichernden Stoffe. Eine Überdüngung ist so weniger wahrscheinlich.