24. Januar 2026, 6:52 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Die Chinesische Dattel, auch Jujube genannt, ist ein noch wenig bekanntes Obstgehölz mit viel Potenzial. Sie gilt als ausgesprochen robust, kommt gut mit Hitze und Trockenheit zurecht und liefert aromatische Früchte, die frisch oder getrocknet verwendet werden können. myHOMEBOOK stellt die Chinesische Dattel vor – und erklärt, wie man sie richtig pflanzt, pflegt und erntet.
Übersicht
Chinesische Dattel
Boden
Locker, mäßig feucht, nährstoffreich
Pflanzzeit
Frühjahr
Standort
vollsonnig
Gießen
Regelmäßig, später nur bei Trockenheit
Blütezeit
Mai bis Juni
Giftig
Nein
Düngen
Kompost oder organischer Dünger im Frühjahr
Ja
Pflanzen
Die Chinesische Dattel (Ziziphus jujuba) gehört zur Familie der Kreuzdorngewächse und wächst als kleiner Baum oder großer Strauch. Sie ist mehrjährig und kann mehrere Jahrzehnte alt werden. Gepflanzt wird sie idealerweise im Frühjahr, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Jungpflanzen aus der Baumschule werden etwas tiefer eingesetzt, als sie zuvor im Topf standen. Nach dem Pflanzen gut angießen. In den ersten ein bis zwei Jahren ist regelmäßiges Wässern wichtig, bis sich ein tiefreichendes Wurzelsystem gebildet hat.
Aussehen und Wuchs
Die Jujube wächst langsam bis mäßig stark und erreicht eine Höhe von etwa drei bis sechs Metern. Sie bildet eine lockere, oft eher unregelmäßige Krone. An den Zweigen können Dornen sitzen, die beim Beschneiden hinderlich sein können. Die kleinen, ovalen Blätter sind glänzend grün. Ab Frühsommer erscheinen unscheinbare gelblich-grüne Blüten, die jedoch reichlich Nektar bieten. Aus ihnen entwickeln sich die Früchte, die zunächst grün sind und sich im Herbst rötlich-braun färben. Reif erinnern sie geschmacklich an eine Mischung aus Apfel und Dattel.
Standort und Boden
Rote Datteln lieben Sonne und Wärme. Optimal ist ein vollsonniger, möglichst windgeschützter Standort – etwa an einer Hauswand oder in einem wärmebegünstigten Gartenbereich. So sollte der Boden beschaffen sein:
- gut durchlässig
- eher trocken bis mäßig feucht
- nährstoffreich, aber nicht staunass
Schwere, lehmige Böden sollten vor dem Pflanzen mit Sand oder Kies verbessert werden, um Staunässe zu vermeiden.
Sorten
Im Handel sind verschiedene Sorten erhältlich, unter anderem
- „Lang“: längliche Früchte, sehr aromatisch
- „Li“: große, runde Früchte, gut für den Frischverzehr
- „Honey Jar“: besonders süß, kompakter Wuchs
- „Sugar Cane“: saftig, für milde Lagen geeignet
Viele Sorten befruchten sich selbst, mehrere Pflanzen können den Ertrag jedoch erhöhen.
Pflege
Die richtige Bewässerung
In den ersten Jahren regelmäßig gießen. Ältere Pflanzen sind sehr trockenheitsverträglich und benötigen nur bei längeren Hitzeperioden zusätzliches Wasser.
Worauf man beim Düngen achten sollte
Einmal im Frühjahr etwas Kompost oder organischen Dünger ausbringen. Zu viel Dünger fördert das Blattwachstum und kann die Fruchtbildung mindern.
Muss man die Chinesische Dattel schneiden?
Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht erforderlich. Entfernt werden lediglich abgestorbene oder ungünstig wachsende Äste. Der beste Zeitpunkt dafür ist das zeitige Frühjahr.
Tipps zum Ernten
Die Früchte der Chinesischen Dattel reifen je nach Sorte und Witterung zwischen September und Oktober. Erntebereit sind sie, wenn sich die Schale von Grün zu rötlich-braun verfärbt und sich die Früchte leicht vom Zweig lösen lassen. In diesem Stadium sind sie noch fest und mild süßlich. Für den typisch intensiven Dattelgeschmack können die Früchte länger am Baum hängenbleiben, bis sie leicht runzelig werden, oder nach der Ernte an einem warmen, luftigen Ort nachtrocknen.
Tipp: Wegen der Dornen ist die Ernte mit Handschuhen oder einer Schere sinnvoll. Frisch sind Jujuben nur begrenzt haltbar, getrocknet lassen sie sich jedoch mehrere Monate lagern.
Winterhärte
Trotz ihrer exotischen Herkunft ist die Chinesische Dattel bis etwa –20 Grad winterhart. Junge Pflanzen sollten in den ersten Wintern im Wurzelbereich mit Laub oder Mulch geschützt werden. In rauen Lagen ist ein geschützter Standort besonders wichtig.
Giftigkeit
Die Früchte der Chinesischen Dattel sind ungiftig und essbar. Auch für Haustiere gelten sie in der Regel als unbedenklich. Vorsicht ist lediglich wegen der Dornen geboten, die zu Verletzungen führen können.
Vermehrung
Die Vermehrung über Samen ist möglich, jedoch langwierig und unsicher. Deutlich einfacher ist der Kauf veredelter Jungpflanzen aus der Baumschule. Stecklinge bewurzeln nur schwer.
Alternativen
Wer ähnliche, robuste Obstgehölze sucht, kann auch Feige, Maulbeere oder Quitte pflanzen. Für kleinere Gärten bieten sich kompakte Sorten oder schwach wachsende Formen an.
Bienenfreundlichkeit
Die zahlreichen Blüten der Chinesischen Dattel sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber, insbesondere im Frühsommer.
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Verwendung
Die Früchte der Jujube sind vielseitig einsetzbar:
- frisch vom Baum als Snack
- getrocknet als natürliche Süßigkeit
- für Tee, Mus oder Sirup
- zum Backen oder für asiatische Gerichte
Krankheiten und Schädlinge
Die Chinesische Dattel gilt als ausgesprochen robust. Krankheiten oder Schädlinge treten nur selten auf. Gelegentlich können Blattläuse erscheinen, die meist keinen größeren Schaden verursachen. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie zu Wurzelproblemen führen kann.