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Natürlicher Schutz

Diese fleischfressenden Pflanzen helfen bei Fruchtfliegen

Der Kap-Sonnentau hält Insekten mit seinen klebrigen Tentakel fest
Der Kap-Sonnentau hält Insekten mit seinen klebrigen Tentakel fest Foto: Getty Images
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5. August 2026, 6:47 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Bei Hitze kann frisches Obst der ideale Snack für zwischendurch sein. Leider erfreuen sich häufig auch Fruchtfliegen an Obstkörben und werden damit besonders in den Sommermonaten schnell zur Plage. Um die Insekten loszuwerden, braucht es nicht immer eine lange Liste an Hausmitteln. Auch fleischfressende Pflanzen können dabei helfen, Fruchtfliegen fernzuhalten. Welche Arten sich bei einem Fruchtfliegenbefall eignen und wie man sie einsetzt, weiß myHOMEBOOK.

Bei Hitze kann frisches Obst der ideale Snack für zwischendurch sein. Leider erfreuen sich häufig auch Fruchtfliegen an Obstkörben und werden damit besonders in den Sommermonaten schnell zur Plage. Um die Insekten loszuwerden, braucht es nicht immer eine lange Liste an Hausmitteln. Auch fleischfressende Pflanzen können dabei helfen, Fruchtfliegen fernzuhalten. Welche Arten sich bei einem Fruchtfliegenbefall eignen und wie man sie einsetzt, darüber sprach myHOMEBOOK mit Tom Donat vom Botanischen Garten Berlin.

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Fleischfressende Pflanzen gegen Obstfliegen

Fruchtfliegen lieben den Geruch von reifem und faulendem Obst. Besonders gerne ernähren sie sich von Mikroorganismen wie Hefen und Bakterien, die den Fruchtzucker im Obst zersetzen. Als Abwehr gegen Obstfliegen werden häufig Pflanzen wie Basilikum und Lavendel empfohlen, die ätherische Gerüche verbreiten und Insekten fernhalten sollen. Auch wenn die Kräuter ein toller Blickfang in der Küche sind, reichen sie häufig aber nicht als einzige Maßnahme gegen Fruchtfliegen.

Wer die Plagegeister konsequent beseitigen möchte, sollte auf eine ganz bestimmte Pflanzenart setzen. Fleischfressende Pflanzen, auch Karnivore genannt, bilden bei der Abwehr von Fruchtfliegen eine gute Alternative zu Kräutern. Im Gegensatz zu Basilikum und Co. locken sie Insekten an und verdauen sie anschließend.

Kap-Sonnentau lockt Fruchtfliegen mit klebrigen Blättern an

Optisch macht der Kap-Sonnentau (Drosera capensis) auf jeden Fall etwas her. Er bildet längliche Fangblätter, an denen rotbraune Tentakel wachsen. Die Pflanze ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch effektiv gegen Fruchtfliegen. „Sie verfügt über eine größere Fläche, auf der sie Insekten einfangen und ‚verarbeiten‘ kann, als andere Karnivoren. Dazu produziert Drosera capensis ein Sekret, das Insekten anlockt“, erklärt Tom Donat vom Botanischen Garten Berlin dazu.

Doch nicht nur das glänzende Sekret lockt die Obstfliegen an. Bei ausreichender Lichteinstrahlung sind die Blätter des Kap-Sonnentaus rötlich gefärbt, was laut dem Experten auf die Insekten attraktiv wirkt. Sobald sich eine Fruchtfliege in den Blättern des Sonnentaus verirrt und sich im Sekret verfängt, schlingt sich die Tentakel um die Fruchtfliege und drückt sie an das Blatt.

Der Kap-Sonnentau ist sehr pflegeleicht, benötigt keine Winterruhe und ist in vielen Bau- und Gartenmärkten erhältlich. Aufpassen sollte man aber beim Gießen der Pflanze. „Zum Gießen eignet sich am besten Regenwasser oder destilliertes Wasser – kein kalkhaltiges Wasser. Optimal ist ein Übertopf, der zu Zweidrittel mit Regenwasser gefüllt ist. Ist das Wasser aufgebraucht oder verdunstet, sollte wieder aufgefüllt werden“, so Donat.

Wer die Karnivoren-Art pflanzen möchte, sollte ebenfalls darauf achten, sie nicht zu düngen. Da die fleischfressende Pflanze ursprünglich aus nährstoffarmen Lebensräumen stammt, ist sie nicht darauf ausgelegt, hohe Mengen an Mineralien aufzunehmen. Bei Bedarf sei es sinnvoller, kleine Insekten zu fangen und sie der Pflanze als zusätzliche Nahrung zur Verfügung zu stellen, rät der Experte.

Beliebt ist auch das Fettkraut

Das Fettkraut, Pinguicula genannt, ist eine weitere beliebte fleischfressende Pflanze und eignet sich ebenfalls als Abwehr gegen Fruchtfliegen. Heimische Arten sind das Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina) und das Gewöhnliche Fettkraut (Pinguicula vulgaris). Beide Arten sind frosthart und können im Freien überwintern, benötigen jedoch ein gleichmäßig feuchtes Substrat.

Mit ihren klebrigen Blättern fängt das Fettkraut Fruchtfliegen und andere kleine Insekten. Die Drüsen, die sich auf der Blattoberseite befinden, produzieren ein Sekret, an dem die Beute stecken bleibt. Das Fettkraut sondert anschließend Enzyme ab, die das Tier zersetzen. Bei manchen Arten können sich zusätzlich die Blattränder einrollen und die Beute umschließen. Einige Fettkraut-Arten benötigen jedoch Ruhezeiten. In dieser Phase reduziert sich die Zahl ihrer Blätter und sie fangen weniger Fruchtfliegen, erklärt Donat.

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Der richtige Standort für fleischfressende Pflanzen

Am sinnvollsten ist es, fleischfressende Pflanzen dort aufzustellen, wo sich auch die meisten Fruchtfliegen aufhalten, etwa in der Küche. Natürlich sollte der Standort auch zu den Lebensbedingungen der Pflanze passen. Das Fettkraut fühlt sich an einem hellen, halbschattigen Fensterplatz am wohlsten, wo es vor Sonne geschützt ist.

Der Kap-Sonnentau solle eher an einem halbschattigen oder sonnigen Platz aufgestellt werden, erklärt der Experte. Das Sekret der Karnivore wirke aber so attraktiv auf Fruchtfliegen, das es auch Tiere anziehe, die sich nicht in unmittelbarer Nähe zur Pflanze befinden, heißt es weiter vom Experten.

Weitere Tipps bei Fruchtfliegen

Bei richtiger Pflege können Karnivore wie der Kap-Sonnentau den Befall von Obstfliegen deutlich reduzieren, weiß Donat. Die genaue Wirkungskraft der Pflanze hängt aber auch von der Größe des Befalls ab. Wer sich also nicht gleich eine Reihe fleischfressender Pflanzen in die Küche stellen möchte, sollte auch auf weitere Maßnahmen setzen.

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Um die Menge an Fruchtfliegen zu dämmen, sollte man ihre Lebensbedingungen einschränken. Obst sollte deshalb besonders im Sommer nicht über längere Zeit offen liegen, damit es nicht fault. Überreife Früchte sollten zeitnah entweder verzehrt oder zusammen mit dem Biomüll entsorgt werden, denn auch dort vermehren sich Fruchtfliegen schnell. Offene Wein-, Saft- und Bierflaschen lagert man am besten im Kühlschrank. Nach dem Verzehr sollte man die Flaschen rasch ausspülen oder direkt entsorgen. Außerdem hilft es, Arbeitsflächen sowie den Biomüllbehälter regelmäßig gründlich zu reinigen.

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