14. Januar 2026, 17:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Orchideen gehören zu den beliebtesten Zimmerpflanzen, gerade im Winter. Während draußen wenig blüht, zeigen viele von ihnen ihre schönsten Blüten. Gleichzeitig verändert sich in der kalten Jahreszeit ihr Umfeld deutlich. Es gibt weniger Licht, trockene Heizungsluft und kühlere Nächte. myHOMEBOOK erklärt, was man bei der Pflege von Orchideen im Winter beachten sollte, damit man lange Freude an ihnen hat.
1. Für ausreichend Licht sorgen
Im Winter ist für Orchideen ein heller Platz am Fenster ideal, gleichzeitig entstehen dort jedoch besondere Temperaturzonen. Die Fensterscheibe und die Außenwand kühlen stark aus, wodurch die Fensterbank selbst deutlich kälter sein kann als die Raumluft. Besonders Töpfe, die direkt auf Stein- oder Kunststofffensterbänken stehen, verlieren von unten Wärme, während kalte Luft an der Scheibe nach unten sinkt.
Häufig befindet sich unter der Fensterbank zudem ein Heizkörper. Dieser erwärmt zwar die Raumluft, trocknet sie aber stark aus und kann den Topf von unten aufheizen, während die Pflanze oben weiterhin der Kälte des Fensters ausgesetzt ist. Für Orchideen entsteht so ein ungünstiger Wechsel aus kalten Wurzeln, warmer Luft und trockener Heizungsluft. Abhilfe schafft ein Platz nahe am Fenster, aber mit etwas Abstand zur Scheibe, kombiniert mit einer isolierenden Unterlage und ausreichend Distanz zur Heizung, sodass Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit besser im Gleichgewicht bleiben.
2. Orchideen im Winter richtig gießen
Auch im Winter werden Orchideen weiterhin getaucht und nicht klassisch gegossen. Die Methode ändert sich also nicht, sondern nur der Umgang mit Wasser. Da die Pflanzen in der kalten Jahreszeit langsamer wachsen und weniger Feuchtigkeit verbrauchen, bleibt das Substrat deutlich länger feucht. Getaucht wird deshalb erst, wenn es fast vollständig abgetrocknet ist.
Nach dem Tauchen ist es besonders wichtig, den Topf gut abtropfen zu lassen, denn kalte, nasse Wurzeln reagieren empfindlich und faulen schneller. Ein Wechsel zum Gießen ist nicht nötig und meist sogar ungünstig, da Wasser dabei ungleichmäßig verteilt wird oder im Topf stehen bleibt. Tauchen bleibt auch im Winter die richtige Methode – nur seltener und mit mehr Geduld.
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3. Das Klima muss stimmen
Die meisten Orchideen fühlen sich bei gleichmäßigen Temperaturen um die 18 bis 22 Grad wohl. Kalte Fensterbänke, Zugluft oder starke Temperaturschwankungen bekommen ihnen weniger gut. Kurzes Stoßlüften ist für die Pflanzen besser als dauerhaft gekippte Fenster, bei denen kalte Luft direkt an die Blätter gelangt.
Auch auf die Luftfeuchtigkeit sollte man achten. Viele gängige Orchideen stammen aus Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Im Winter leiden sie häufig unter trockener Heizungsluft. Schlaffe Blätter oder Knospenfall können erste Anzeichen sein. Eine leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit, etwa durch Wasserschalen oder gelegentliches Besprühen, reicht meist aus. Wichtig ist, dass keine dauerhafte Nässe auf der Pflanze stehen bleibt.
4. Düngen und Umtopfen besser verschieben
Im Winter sollten Orchideen nicht umgetopft und nur sehr sparsam oder gar nicht gedüngt werden. In dieser Zeit laufen Wachstum und Wurzelbildung deutlich langsamer ab, sodass die Pflanzen zusätzliche Eingriffe schlechter verkraften. Auch gut gemeinte Pflegemaßnahmen können jetzt mehr schaden als helfen.
Dass viele Orchideen trotzdem im Winter blühen, ist kein Widerspruch. Die Blüten wurden meist schon Wochen zuvor angelegt und öffnen sich nun, während die Pflanze ansonsten eine Ruhephase einlegt. Wer diese Winterruhe respektiert und auf unnötige Pflege verzichtet, sorgt dafür, dass die Orchidee ihre Blüten lange hält und im Frühjahr wieder kräftig weiterwächst.