15. Oktober 2026, 14:33 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ein Wintergarten bringt auch in der kalten Jahreszeit viel Licht ins Haus und schafft einen geschützten Platz mit Blick ins Grüne. Damit der gläserne Anbau aber das ganze Jahr über angenehm genutzt werden kann, kommt es bereits bei der Planung auf einige wichtige Punkte an.
„Einen Wintergarten braucht eigentlich kein Mensch. Aber wer einen hat, möchte ihn nie mehr missen“. So beschreibt Franz Wurm vom Wintergarten-Fachverband gern, was für ihn den Charme eines solchen gläsernen Hausanbaus ausmacht. Der Wintergarten ist zwar ein Raum, in dem man sich gern aufhält, aber zum Wohnen benötigt man ihn nicht unbedingt. Er ist ein Stück Luxus, eine naturnahe Oase zum Genießen. Oft wird er erst im Nachhinein angebaut und erweitert damit das bestehende Gebäude. Doch worauf kommt es an, wenn man einen Wintergarten bauen möchte?
Wintergarten bauen – Genehmigung einholen
„Bauherren sollten immer beim zuständigen Bauamt nachfragen, wie die gesetzlichen Regelungen in der Kommune aussehen“, betont Wurm. Ob für einen Wintergarten tatsächlich eine Baugenehmigung notwendig ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Baurecht unterscheidet sich je nach Bundesland. Unter bestimmten Voraussetzungen können beispielsweise kleinere Anbauten verfahrensfrei sein. Eine Rolle spielen unter anderem Größe, Nutzung und Beheizung des Wintergartens. Deshalb sollte man sich vor Baubeginn bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde über die vor Ort geltenden Regelungen informieren.
Osten, Süden, Westen oder Norden?
Welcher Platz am Haus der richtige ist, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. „Besonders warm und sonnig ist es im Osten, Süden und Westen. Aber auch ein Nordwintergarten hat seinen Reiz, muss allerdings in den kühlen Jahreszeiten gut beheizt werden“, so der Experte. Bei einer besonders sonnenexponierten Lage sollte man allerdings auch den sommerlichen Wärmeschutz von Anfang an berücksichtigen. Denn bei großen Glasflächen sollte man verhindern, dass sich der Raum durch die Sonneneinstrahlung übermäßig aufheizt. Das geltende Gebäudeenergierecht verlangt für Gebäude einen ausreichenden baulichen sommerlichen Wärmeschutz.
In welcher Größe sollte man einen Wintergarten bauen?
Insgesamt sollte ein Wintergarten nicht zu klein sein, findet Wurm. Es müsse genügend Platz für Sitzgelegenheiten, Pflanzen und Durchgangswege bleiben. Aus seiner Sicht sind dafür rund 15 Quadratmeter empfehlenswert.
Worauf es beim Bau eines Wintergarten ankommt
Die wichtigsten Fachbegriffe beim Fenster
Glas entscheidet über Hitze im Wintergarten
Bei einem Wintergarten bestehen große Teile der Außenflächen aus Glas. Die Verglasung beeinflusst deshalb maßgeblich, wie viel Wärme nach außen verloren geht und wie stark sich der Raum bei Sonneneinstrahlung erwärmt. Eine wichtige Kennzahl ist dabei der sogenannte U-Wert. Je niedriger er ist, desto geringer ist der Wärmedurchgang durch das entsprechende Bauteil. Bei einem ganzjährig genutzten Wintergarten sollte man außerdem den sommerlichen Wärmeschutz berücksichtigen. Gerade bei großen transparenten Flächen spielt das eine wichtige Rolle.
Welche energetischen Anforderungen erfüllt werden müssen, hängt von der Konstruktion und Nutzung ab. Das geltende Gebäudeenergierecht unterscheidet zudem zwischen verschiedenen transparenten Bauteilen. Für Änderungen an bestehenden Gebäuden werden beispielsweise für Fenster und Fenstertüren andere maximale Wärmedurchgangskoeffizienten genannt als für Glasdächer oder Pfosten-Riegel-Fassaden.
Daher sollte die Verglasung auf den jeweiligen Wintergarten und seine geplante Nutzung abgestimmt werden. Bei beheizten beziehungsweise gekühlten Gebäuden sind zudem die jeweils geltenden energetischen Anforderungen zu berücksichtigen.
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Wintergarten oder Sommerwintergarten?
Soll der Wintergarten ganzjährig beheizt sein oder nur zeitweise genutzt werden? Das hängt von den persönlichen Vorstellungen ab. Wer seinen Wintergarten hauptsächlich im Frühjahr und Herbst nutzen möchte, stellt andere Anforderungen an den Raum als jemand, der ihn das ganze Jahr über als beheizten Aufenthaltsbereich nutzen möchte.
Auch energetisch macht es einen Unterschied, wie der Wintergarten genutzt wird. Wird er beheizt oder gekühlt, müssen die geltenden energetischen Vorgaben berücksichtigt werden.