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Acryl und Silikon – was ist eigentlich der Unterschied?

Silikon und Acryl
Silikon und Acryl sind beides Dichtstoffe, aber es gibt einige wichtige UnterschiedeFoto: Getty Images

Acryl oder Silikon kommen zum Einsatz, wenn man Fugen ausbessern oder neu verschließen möchte. Auf den ersten Blick ähneln sich die beiden Dichtstoffe, auch in der Handhabung gibt es viele Gemeinsamkeiten. Daher stellt sich vielen Heimwerkern die Frage, was eigentlich der Unterschied zwischen den Materialien ist und wofür man was verwendet.

Auftragen mit der Kartuschenspritze, gummiartige Konsistenz nach dem Abbinden – Silikon und Acryl werden oft verwechselt, da sie sehr ähnlich sind. Beide erfüllen den gleichen Zweck, nämlich das Abdichten von Fugen. Allerdings gibt es auch einige spezifische Unterschiede bei den beiden Dichtstoffen. In manchen Fällen sollten Heimwerker eher zu Silikon statt Acryl greifen und andersherum.

Acryl und Silikon – die Unterschiede im Überblick

Wenn eine Renovierung ansteht, beispielsweise im Badezimmer oder in der Küche, kommt oft ein Dichtstoff wie Acryl oder Silikon zum Einsatz. Bevor es losgeht, sollte man sich über die spezifischen Eigenschaften informieren, denn sie sind nicht eins zu eins austauschbar. Die Besonderheiten der Dichtmassen im Überblick:

Silikon

  • hat eine längere Trocknungszeit als Acryl
  • trocknet recht langsam, verliert beim Aushärten aber kein Volumen
  • ist wasserabweisend
  • ist resistent gegen viele Säuren
  • enthält oft Schimmelstopp
  • ist elastischer als Acryl
  • ist unempfindlich gegenüber hohen Temperaturen
  • hat eine isolierende Wirkung gegenüber Strom
  • kann man nicht überstreichen, gibt es aber in verschiedenen Farben

Acryl

  • hat keine schimmelabweisende Wirkung
  • braucht länger zum Abbinden
  • ist wasserdurchlässig
  • lässt sich überstreichen
  • trocknet schneller und hat eine härtere Oberfläche
  • verliert beim Abbinden an Volumen
  • ist weniger elastisch als Silikon

Mit geübtem Auge lässt sich bereits auf den ersten Blick ein Unterschied zwischen Acryl und Silikon feststellen: Silikon glänzt mehr und hat eine klebrigere Konsistenz, Acryl ist matter. Verreibt man Silikon zwischen den Fingern, bildet sich ein schmieriger und klebriger Film, Acryl hingegen wird zu kleinen kaugummiartigen Bröckchen, die man ohne Probleme von der Haut bekommt.

Passend dazu: In 8 Schritten saubere Silikonfugen ziehen

Wann kommt Silikon zum Einsatz?

Aufgrund seiner wasserabweisenden Eigenschaften kommt Silikon immer dort zum Einsatz, wo Feuchtigkeit auftritt. Meistens handelt es sich dabei um Arbeiten im Badezimmer oder in der Küche, beispielsweise beim Verfugen eines Spül- oder Waschbeckens. Dem kommt außerdem zugute, dass Silikon oft mit schimmelhemmenden Zuschlägen versehen ist. Besteht also ein größeres Risiko von Schimmelbildung, sollte man zu Silikon greifen.

Aufgrund der Elastizität bietet es sich auch für Fugen an, die Bewegungen ausgesetzt sind. Aber: Silikon kann man nicht überstreichen! Stattdessen gibt es im Baumarkt eine große Auswahl an farblichen (oder transparenten) Silikonen, die man entsprechend den räumlichen Gegebenheiten auswählen kann.

Wann kommt Acryl zum Einsatz?

Da Acryl im Gegensatz zu Silikon nicht wasserabweisend ist, sollte man im Bad und in der Küche die Finger davon lassen. Allerdings kann man Acryl beim Innenausbau verwenden, da es sich ohne Probleme überstreichen lässt. Aber auch im Außenbereich, beispielsweise zum Abdichten von Rissen im Mauerwerk, kann man es verwenden. Acryl haftet auf verschiedenen Untergründen wie Putz, Beton, Holz und Natur- oder Mauerstein.

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Wie erkennt man bei Fugen, ob es sich um Silikon oder Acryl handelt?

Beim Erneuern von alten Fugen ist es sinnvoll, wenn man über den bereits bestehenden Dichtstoff Bescheid weiß. Drückt man mit dem Finger in die Fuge, gibt Silikon deutlich mehr nach, da es elastischer ist. Acryl hingegen hat eine härtere Oberfläche. Möchte man auf Nummer sicher gehen, sollte man die Elastizität der entfernten Dichtmasse genauer untersuchen. Kann man sie wie ein Gummiband langziehen, handelt es sich eindeutig um Silikon. Wenn sie unter der Dehnung reißt, besteht die Fuge aus Acryl. Dieses Material lässt sich zudem selten in einem Stück abziehen, sondern bröckelt eher ab. Üblicherweise empfiehlt es sich, für die neue Fuge das gleiche Dichtungsmaterial zu verwenden.