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Im Winter renovieren oder sanieren? Die Vor- und Nachteile

Alle Innenarbeiten wie Innendämmung, Innenabdichtung, Schimmelsanierung oder der Einbau neuer Fenster können problemlos während einer Renovierung im Winter durchgeführt werden.
Alle Innenarbeiten wie Innendämmung, Innenabdichtung, Schimmelsanierung oder der Einbau neuer Fenster können problemlos während einer Renovierung im Winter durchgeführt werden. Foto: Getty Images
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25. Dezember 2025, 7:07 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Im Winter denken die wenigsten Menschen an eine Renovierung. Dabei kann gerade diese Zeit viele Vorteile für bestimmte Projekte bringen. Gleichzeitig gibt es genauso viele Nachteile, die man kennen sollte, um keine Feuchtigkeitsschäden oder unnötige Verzögerungen zu riskieren. myHOMEBOOK-Autorin Daniela Matsuzaki kennt die Vor- und Nachteile.

Vorteile

1. Mehr Planungssicherheit

Während der bevorzugten Renovierungszeiten im Frühjahr und Sommer sind viele Bau- und Handwerksbetriebe oft monatelang ausgebucht. Plant man die Renovierung hingegen im Winter, ist die Auftragslage meist entspannter. In dieser Jahreszeit haben viele Handwerksbetriebe erfahrungsgemäß weniger Aufträge, was sich für private Renovierungsarbeiten durchaus lohnen kann.

Zudem fallen die Wartezeiten häufig deutlich kürzer aus, und Termine mit verschiedenen Gewerken lassen sich oft flexibler gestalten. Dadurch kann man mit der Renovierung oft früher beginnen und auch früher abschließen, was die Planung und Abstimmung mit den Handwerkern erheblich erleichtern kann.

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2. Innenarbeiten

Die trockene Winterluft bietet beim Renovieren im Winter einige Vorteile. Sie entzieht Baumaterialien schnell Feuchtigkeit und beschleunigt so den Trocknungsprozess. Alle Innenarbeiten wie Innendämmung, Innenabdichtung, Schimmelsanierung oder der Einbau neuer Fenster können problemlos durchgeführt werden. Auch Malerarbeiten, Bodenverlegung und Elektroinstallationen lassen sich bei Frost ohne Probleme erledigen. Aber auch Dämmarbeiten oder die Überprüfung der Heizung eignen sich gut als Winterprojekte.

Im Winter lassen sich Wände streichen sowie Türrahmen und Treppengeländer renovieren. Bodenarbeiten, etwa das Verlegen von Fliesen, Laminat oder Parkett, sind ebenfalls sinnvoll. Dabei sollte das Bodenmaterial mindestens 48 Stunden im Raum gelagert werden, damit es sich akklimatisieren kann, bevor mit der Arbeit begonnen wird.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die Räume beheizt sind und die meisten Arbeiten vor Witterungseinflüssen geschützt stattfinden können. Schimmel- und Feuchtigkeitssanierungen im Innenbereich sind daher auch im Winter sinnvoll, da man Schimmelbildung durch die Kombination aus Heizungsluft und richtigem Lüften gut kontrollieren kann.

3. Wertsteigerung und Komfort

Durch gezielte Renovierungsmaßnahmen kann man den Wert einer Immobilie langfristig steigern und gleichzeitig den täglichen Wohnkomfort deutlich verbessern. Wenn man etwa die Kellerdecke erneuert oder zusätzliche Dämmung einbringt, kann man schon im ersten Winter feststellen, wie viel angenehmer sich die Räume anfühlen. Man kann dadurch nicht nur die Fußböden im Erdgeschoss spürbar wärmer halten, sondern auch das allgemeine Raumklima stabilisieren.

Solche Modernisierungen können sich zudem positiv auf den Energieverbrauch auswirken, da Wärmeverlust reduziert und das Heizen effizienter genutzt wird. Auf lange Sicht kann man damit die Lebensqualität erhöhen und die Immobilie für zukünftige Käufer oder Mieter attraktiver machen.

4. Fenster und Türen ausstauschen

Wenn man im Rahmen einer Renovierung Fenster austauscht, Türen abdichtet oder eine zusätzliche Innendämmung anbringt, kann man im Winter besonders schnell klare Verbesserungen feststellen. Neue, moderne Fenster können den Wärmeverlust erheblich reduzieren, sodass man die Räume schneller warm bekommt und die gespeicherte Wärme länger hält.

Auch das Abdichten von Türen kann man sofort spüren: Zugige Bereiche verschwinden, und die Wohnräume fühlen sich insgesamt geschützter und behaglicher an. Gleichzeitig kann man durch diese Maßnahmen den Energieverbrauch deutlich senken, was sich langfristig positiv auf die Heizkosten auswirkt. Im Winter kann man diese Effekte unmittelbar wahrnehmen, während man im Sommer oft erst später merkt, wie stark sich das Innenraumklima verbessert hat.

Nachteile

1. Außenprojekte stark eingeschränkt

Im Außenbereich sieht die Situation bei einer Renovierung im Winter anders aus: Viele Baustoffe wie Außenputz, Fassadenfarbe oder bestimmte Klebstoffe können bei zu niedrigen Temperaturen nicht richtig verarbeitet werden. Frost kann das Aushärten des Materials verhindern, was langfristig zu Schäden führen kann.

Zudem sollte man keine Betonarbeiten, Fundamentarbeiten und Mauerwerkssanierungen durchführen. Mit Dachdeckerarbeiten ist es ähnlich. Schnee und Frost können die Arbeiten negativ beeinflussen und zu einem erhöhten Risiko führen.

2. Höhere Heizkosten bei Renovierung im Winter

Wenn man im Winter renoviert oder saniert, muss man häufig stärker heizen, damit Materialien gut trocknen und ein reibungsloser Arbeitsablauf möglich bleibt. Auch für Handwerker sollte man angenehme Arbeitsbedingungen schaffen, was zusätzliches Heizen notwendig macht.

Tauscht man während der kalten Jahreszeit Fenster oder Türen aus, kann unvermeidlich mehr Wärme entweichen, da die Gebäudehülle zeitweise geöffnet ist. Dadurch kann man vorübergehend einen höheren Energieverbrauch haben. Diese zusätzlichen Heizkosten sollte man unbedingt in die Planung einbeziehen, damit man den Gesamtaufwand realistisch einschätzt und böse Überraschungen vermeidet.

3. Lüften ist anspruchsvoller

Innenräume benötigen immer eine ausreichende Luftzirkulation. Wenn man im Winter häufig lüftet, können die Räume jedoch schnell auskühlen, was zu höheren Heizkosten führen kann. Gleichzeitig kann sich bei falschem Lüften die Bildung von Kondenswasser an kalten Wänden beschleunigen. Daher ist es wichtig, dass man ein ausgewogenes Verhältnis zwischen regelmäßigem, kurzem Lüften und konsequentem Heizen einhält.

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Der Winter eignet sich für Renovierungsarbeiten, aber …

„Der Winter eignet sich hervorragend für nahezu alle Innenprojekte, die man wetterunabhängig und in trockenen Räumen ausführen kann. Außerdem ist es einfacher, Handwerker zu finden, und Termine schneller zu vereinbaren. Viele Materialien trocknen besser. Bei energetischen Maßnahmen spürt man sofort eine Verbesserung. Für Außenarbeiten ist der Winter hingegen nur eingeschränkt geeignet. Wenn man seine Renovierung jedoch strategisch plant und die Vorteile im Winter nutzt, kann man damit Kosten sparen.“

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